LEITHAPRODERSDORF KENNENLERNEN
Wasserburg, Friedhofsturm und Wege über die Leitha
Leithaprodersdorf liegt unmittelbar an der Grenze zwischen dem Burgenland und Niederösterreich. Auf der anderen Seite schließt Deutsch Brodersdorf an; beide Orte sind im Siedlungsbild zusammengewachsen, gehören aber zu unterschiedlichen Gemeinden und Bundesländern. Leithaprodersdorf selbst ist eine Gemeinde im Bezirk Eisenstadt-Umgebung mit nur einer Ortschaft und einer Katastralgemeinde. Am 1. Jänner 2026 lebten laut STATISTIK AUSTRIA 1.258 Menschen auf rund 18,95 Quadratkilometern. Besonders anschaulich wird die lokale Geschichte am Gschlössl und am sogenannten Pfefferbüchsel. Dazu kommt die Leitha als verbindendes und zugleich grenzbildendes Element der Landschaft.
Die Wasserburg im Gelände erkennen
Östlich des Ortes liegt das Gschlössl, ein Bodendenkmal mit den Resten einer mittelalterlichen Wasserburg. Drei ineinanderliegende Gräben und Wälle zeichnen ihre Anlage bis heute im Gelände nach. Die Gemeinde verbindet eine dort abgehaltene Gerichtsverhandlung des Jahres 1232 mit der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes. Ein Aussichtsturm und ein Informationspavillon erleichtern die Einordnung des historischen Platzes. Auch Sarkophage und Grabsteine aus örtlichen Ausgrabungen werden hier gezeigt. Der Platz vereint damit bauliche Spuren des Mittelalters und ältere archäologische Zeugnisse, ohne dass eine vollständig erhaltene Burg zu erwarten wäre.
Das Pfefferbüchsel und die Pfarrkirche
Das Pfefferbüchsel ist der verbliebene Turm der ehemaligen Bergkirche. Nach der Darstellung der Gemeinde überstand er als einziger Teil dieser dem heiligen Stephanus geweihten Kirche die Zerstörung von 1683. Sein Name bezeichnet somit ein konkretes Bauwerk der Ortsgeschichte. Die heutige Pfarrkirche Maria Magdalena steht dagegen in der Ortsmitte. Sie entstand 1680 anstelle einer Kapelle und wurde nach einem Brand 1696 erneuert. Bei der Restaurierung von 1972 rekonstruierte man die barocke Bemalung des Turms. Das Altarbild von 1807 zeigt die Kirchenpatronin Maria Magdalena.
Eine Brücke zwischen zwei Radwegen
Die Rad- und Fußgängerbrücke über die Leitha entstand als gemeinsames Vorhaben mit der niederösterreichischen Gemeinde Seibersdorf. Nach Planungs- und Bauarbeiten wurde sie am 8. Jänner 2010 eröffnet. Sie verbindet den burgenländischen Leitharadwanderweg mit dem niederösterreichischen Fischaradwanderweg. Für das Projekt war auch der Hochwasserschutz an der Leitha ein Ausgangspunkt. Die Flussquerung zeigt, wie eine Landesgrenze im Alltag überbrückt werden kann: Wege werden zwischen benachbarten Gemeinden abgestimmt und zu einer durchgehenden Verbindung zusammengeführt. Die Gemeinde informiert ergänzend über Rad- und Wanderangebote im Leithagebirge.
Die Erinnerung an Bad Prodersdorf
Eine weniger bekannte Facette ist die frühere Badekultur. Bereits in den 1860er-Jahren wurde ein Badebetrieb in Leitha-Prodersdorf erwähnt. Die bis zu 26 Grad warmen Quellen wurden für ein Heil- und Thermalbad genutzt; dafür war auch der Name Bad Prodersdorf beziehungsweise Bad Brodersdorf gebräuchlich. Das Bad galt als Ausflugsziel, unter anderem für Radfahrvereine aus Wien. Zur neueren Verwaltungsgeschichte gehört die Trennung von Loretto und Stotzing: Beide zuvor zugehörigen Orte wurden mit 1. Jänner 1990 abgetrennt. Die heutige Gemeinde ist deshalb von der früheren, räumlich größeren Verwaltungseinheit zu unterscheiden.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
