STOTZING KENNENLERNEN
Stotzing: Trockenrasen, Kunst und eine Siedlung des 16. Jahrhunderts
Stotzing liegt dort, wo das Gelände vom Wiener Becken zum Leithagebirge ansteigt. Im nördlichen Teil des Gemeindegebiets liegen die Höhen um 250 Meter; weiter südlich erreicht der Buchkogel 443 Meter. Die Gemeinde im Bezirk Eisenstadt-Umgebung umfasst rund 12,91 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 insgesamt 839 Einwohner. Wald nimmt einen großen Teil der Fläche ein. Daneben gibt es ökologisch wertvolle offene Landschaften. Gerade das Nebeneinander von bewaldeten Hängen, Trockenrasen und einer planmäßig gegründeten Siedlung macht das örtliche Profil von Stotzing aus.
Ein Name aus der Familie Stotzingen
Der heutige Ort geht auf Ruprecht von Stotzingen zurück, dem Kaiser Rudolf II. 1584 die Herrschaft verlieh. Er ließ die Siedlung errichten und brachte die ersten Bewohner aus seiner württembergischen Heimat mit. Das Familienwappen wurde später zum Gemeindewappen. Der Ortsname verweist somit unmittelbar auf die Gründerfamilie. Diese frühneuzeitliche Gründung ist allerdings nicht mit dem Beginn menschlicher Nutzung des gesamten Gebiets gleichzusetzen. 2019 wurde eine vierfache Kreisgrabenanlage entdeckt und geophysikalisch untersucht, die wahrscheinlich aus der mittleren Jungsteinzeit stammt. Sie eröffnet einen wesentlich älteren Blick auf die Landschaft.
Ein geschützter Lebensraum zwischen zwei Orten
Die Stotzinger Heide liegt zwischen Stotzing und Loretto am nordwestlichen Hang des Leithagebirges. Der geschützte Lebensraum umfasst etwa 29 Hektar. Unter den Trockenrasen und Magerwiesen liegt fossiler Leithakalk, der stellenweise offen zutage tritt. Der niedrige Pflanzenbewuchs ermöglicht zahlreichen kleinen Blütenpflanzen das Gedeihen. Die Gemeinde nennt beispielsweise Feinblatt-Lein, Steppen-Glockenblume und Dorn-Hauhechel. Auch eine Kolonie des Europäischen Ziesels ist dokumentiert. Die offene Heide ist daher ein anderer Lebensraum als der Wald auf den höheren Hängen, obwohl beide Landschaftsformen zur unmittelbaren Umgebung Stotzings gehören.
Skulpturen in der offenen Landschaft
Im oberen Bereich der Hutweide stehen Arbeiten der Stotzinger Künstlerin Heidi Tschank. Die Gemeinde führt dort die Werke „Die Brücke“, „Wasserskulptur“ und „Brunnenskulptur“ an. Kunst ist damit außerhalb eines geschlossenen Ausstellungsraums in die Landschaft eingebunden. Ein anderer örtlicher Bezugspunkt ist die Pfarrkirche, die Johannes dem Täufer geweiht ist. Das frühere Servitenkloster war mit ihr verbunden und wird heute als Pfarrhof genutzt; die Aufhebung des Klosters erfolgte 1787. Skulpturen, Kirche und ehemaliges Kloster stehen für unterschiedliche Zeiten und Ausdrucksformen der Kultur im Dorf.
Landwirtschaft und Arbeit außerhalb des Ortes
Stotzings wirtschaftliche Beziehungen reichen über die Gemeindegrenze hinaus. Eine Auswertung für 2011 verzeichnete 399 erwerbstätige Einwohner, von denen 47 im Ort selbst arbeiteten. Der große übrige Anteil pendelte aus. Diese historischen Zahlen zeigen die Rolle auswärtiger Arbeitsplätze, beschreiben aber keinen aktuellen Tagesstand. Auch die Landwirtschaft veränderte sich: Zwischen 1999 und 2010 sank die Zahl der Betriebe von 29 auf 21. Neben landwirtschaftlichen Flächen sind besonders die Wälder für die Flächennutzung wichtig. Das Dorf verbindet deshalb eine ländlich geprägte Umgebung mit Arbeitsbeziehungen in die weitere Region.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
