NEUFELD AN DER LEITHA KENNENLERNEN
Vom Kohleabbau zur Seenlandschaft
Neufeld an der Leitha verbindet eine Stadtlage am Grenzfluss mit einer Landschaft, die wesentlich durch den früheren Kohleabbau entstanden ist. Die Stadt gehört zum Bezirk Eisenstadt-Umgebung. Auf der niederösterreichischen Seite der Leitha schließt Ebenfurth an; im Südosten grenzt die zu Steinbrunn gehörende Neue Siedlung unmittelbar an das bebaute Gebiet. Die Verwaltungsgrenzen sind deshalb nicht überall als Abstand zwischen den Häusern erkennbar. Nach dem Gemeindeverzeichnis lebten in Neufeld am 1. Jänner 2026 insgesamt 3.633 Menschen auf rund 4,30 Quadratkilometern. Neufeld ist der einzige Ort innerhalb der Stadtgemeinde.
Zwei Gewässer mit industrieller Vorgeschichte
Der Neufelder See im Nordosten ist kein natürlich entstandener See. Er geht auf den Braunkohleabbau zurück, der hier von 1807 bis 1932 betrieben wurde. Auch der südöstlich gelegene Bauernsee verdankt seine Entstehung dem Bergbau, allerdings einer späteren Abbauphase von 1948 bis 1953. Die Seen veranschaulichen damit, wie industrielle Eingriffe eine Landschaft dauerhaft verändern können. Heute ist der Neufelder See unter anderem für Bade- und Tauchangebote bekannt. Wer den Ort nur als Ausflugsziel am Wasser betrachtet, übersieht leicht diese wichtige Vorgeschichte der beiden Gewässer.
Ein Uhrturm erinnert an die Textilfabrik
Die Hanf-, Jute- und Textilindustrie-Aktiengesellschaft, kurz HITIAG, gehörte zu den prägenden Industrieunternehmen Neufelds. Nach dem Ende der Produktion wurden die Fabrikhallen 1996 und 1997 abgebrochen. Der Uhrturm blieb als gestaltetes Erinnerungszeichen erhalten: Das Denkmal vermittelt den Eindruck, die Fabrik sei im Boden versunken und nur ihr Turm rage noch heraus. Es wurde im September 1997 errichtet. Dadurch erhält die industrielle Vergangenheit einen sichtbaren Bezugspunkt im heutigen Ort. Neben den durch Kohleabbau entstandenen Seen erzählt auch dieses Bauwerk von Arbeit und Produktion in Neufeld.
Kirchen aus unterschiedlichen Bauzeiten
Die evangelische Pfarrkirche entstand 1904 als neugotischer Bau. Ihr Kirchenschiff besitzt drei Joche; zur Anlage gehören außerdem ein Chor und ein Dachreiter über der hohen Giebelfassade. Die katholische Pfarrkirche ist dem heiligen Michael geweiht und wurde 1967 erbaut. Deutlich älter ist die Feldkapelle, die bereits 1760 urkundlich erwähnt wurde und zu den ältesten erhaltenen Bauten der Stadt zählt. Ein Kreuzweg mit 15 Stationen führt zu ihr. Diese Sakralbauten ergänzen die Industriegeschichte um unterschiedliche architektonische und religiöse Zeugnisse, die zeitlich vom 18. bis ins 20. Jahrhundert reichen.
Die Leitha und die Entwicklung zur Stadt
Die Leitha trennt hier das Burgenland von Niederösterreich und zugleich Neufeld von Ebenfurth. Beide Orte sind im Siedlungsbild zusammengewachsen. Seit 1921 gehört Neufeld zum Burgenland; 1997 erhielt es den Status einer Stadtgemeinde. Der Bahnhof liegt an der Verbindung Győr–Sopron–Ebenfurth und bindet den Ort an das regionale Schienennetz an. Für Wege in der Umgebung sind auch die beiden Seen wichtige Orientierungspunkte. Der Leitharadweg führt an Neufelder See und Bauernsee vorbei und verbindet damit mehrere Landschaftselemente, die für die Geschichte und die heutige Nutzung des Stadtgebiets charakteristisch sind.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
