HORNSTEIN KENNENLERNEN
Burgruine und kroatische Kultur am Leithagebirge
Hornstein ist eine Marktgemeinde im Bezirk Eisenstadt-Umgebung. Ihr Ortskern liegt am Westhang des Leithagebirges, nahe der Landesgrenze zu Niederösterreich. Das Gemeindegebiet reicht zugleich bis zur abgesetzten Seesiedlung am Neufelder See. Diese beiden Lagen gehören zu demselben Verwaltungsgebiet, obwohl sie räumlich getrennt sind. Zum Stichtag 1. Jänner 2026 weist STATISTIK AUSTRIA für Hornstein 3.329 Einwohner und rund 37,06 Quadratkilometer Fläche aus. Die Gemeinde besitzt eine ausgeprägte burgenlandkroatische Tradition. Historische Herrschaftssitze, kirchliche Bauten und Musikvereine bieten verschiedene Zugänge zu ihrer Geschichte und zu ihrem kulturellen Leben.
Eine Herrschaft mit einer Burg als Mittelpunkt
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1271. Im 14. Jahrhundert wurde die Burg zum Mittelpunkt einer größeren Herrschaft: 1365 erwarb die Familie Kanizsay sie von der Familie Wolfurt und erweiterte ihren Besitz durch zusätzliche Güter. Die Anlage selbst wird auf 1340 datiert. Um 1760 wurde sie zerstört, weshalb heute nur noch Reste erhalten sind. Wer die Burgruine betrachtet, sieht somit einen verbliebenen Teil einer früher wesentlich umfangreicheren Anlage. Ihre Geschichte erklärt zugleich, warum der Ort über das unmittelbare Siedlungsgebiet hinaus Bedeutung für die umliegenden Besitzungen hatte.
Die kroatische Besiedlung als Teil der Ortsgeschichte
Hornstein wurde im Krieg von 1529 zerstört. Drei Jahre später erfolgte eine erneute Besiedlung mit Kroaten. Diese Entwicklung ist ein wesentlicher historischer Bezugspunkt für die burgenlandkroatische Volksgruppe im Ort. Das Marktrecht bestand bereits vor 1555 und wurde später mehrfach erneuert. Hornstein gehörte bis 1921 zum ungarischen Verwaltungsraum und wurde anschließend Teil des neu gegründeten Burgenlands. Die Sprach- und Siedlungsgeschichte lässt sich deshalb nicht auf eine einzige politische Grenze reduzieren. Sie verbindet die Folgen der Kriege des 16. Jahrhunderts mit der späteren Geschichte des westungarischen und österreichischen Grenzraums.
St. Anna, Pietà und Theresienkapelle
Die Pfarrkirche der heiligen Anna entstand zwischen 1776 und 1782. Zu ihrer Ausstattung gehört ein Rokoko-Tabernakel. Eine ältere religiöse Wegmarke ist die 1715 errichtete Pietà-Säule. Die Theresienkapelle wiederum stammt ursprünglich aus dem Jahr 1847. Nach ihrem Verfall wurde sie zwischen 1875 und 1877 neu errichtet und 1956 restauriert. Diese Daten zeigen verschiedene Bau- und Erhaltungsphasen im Ort. Ein jüngeres Zeichen greift den Gemeindenamen unmittelbar auf: Im Kreisverkehr steht ein steinernes Monument mit einem bronzenen Horn. Das Horn wurde von Alfred Zöttl gegossen.
Musik zwischen Tamburica und Blasmusik
Das kulturelle Leben Hornsteins umfasst mehrere musikalische Ausdrucksformen. Die Tamburica Vorištan steht in der Tradition der burgenlandkroatischen Tamburicamusik. Daneben gehören die Jugendblasmusik der Freiwilligen Feuerwehr, die Singgemeinschaft und die örtliche Musikschule zum musikalischen Umfeld. Die Gemeinde ist außerdem ein Standort verschiedener Industrie- und Gewerbebetriebe. Ihr Profil besteht damit aus mehr als den historischen Bauten am Leithagebirge: kroatische Kultur, Musik und gewerbliche Nutzung stehen nebeneinander. Die Seesiedlung am Neufelder See ergänzt dieses Bild um einen räumlich getrennten Bereich des Gemeindegebiets, der bei der Orientierung ausdrücklich mitbedacht werden sollte.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
