GEMEINDE · BURGENLAND

Wimpassing an der Leitha

Religiöse Geschichte und regionale Verbindungen am Rand des Burgenlands.

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Pfarrkirche auf dem Kirchhügel in Wimpassing an der Leitha
Pfarrkirche auf dem Kirchhügel in Wimpassing an der Leitha · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Wimpassing an der Leitha - Kirche (2)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 704
01.01.2026
Fläche
7,91 km²
Bevölkerungsdichte
215,3
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2485
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

WIMPASSING AN DER LEITHA KENNENLERNEN

Wimpassing an der Leitha: Kloster, Buchdruck und ein verlorenes Kreuz

Wimpassing an der Leitha liegt im nördlichen Burgenland an der Grenze zu Niederösterreich. Die Gemeinde gehört zum Bezirk Eisenstadt-Umgebung und umfasst eine einzige Ortschaft. Zum Stichtag 1. Jänner 2026 nennt das amtliche Verzeichnis 1.704 Einwohner und rund 7,91 Quadratkilometer Gemeindefläche. Ein Schwerpunkt der Ortsgeschichte ist das ehemalige Franziskanerkloster, dessen Nutzung sich über die Jahrhunderte mehrfach änderte. Mit ihm verbinden sich Ordensgeschichte und frühe Buchdrucke. Die Pfarrkirche, kleinere religiöse Denkmäler und die Erinnerung an das Wimpassinger Kreuz eröffnen weitere Zugänge zur Vergangenheit des Ortes.

Mehrere Orden an einem Standort

Die Franziskaner gründeten 1587 ein Kloster in Wimpassing. Ab 1628 wurde es von den Minoriten genutzt, bis die Aufhebung unter Joseph II. im Jahr 1787 diese Phase beendete. 1929 kamen die Kamillianer, ein Krankenpflegeorden, nach Wimpassing und übernahmen die ehemalige Klosteranlage. An einem Ort überlagern sich dadurch verschiedene institutionelle Geschichten. Im späten 16. Jahrhundert entstanden hier auch deutschsprachige religiöse Drucke, darunter der Psalter von Wimpassing von 1593. Das Kloster war damit zeitweise auch ein Ort der Herstellung und Verbreitung geistlicher Literatur. Dieser Teil seiner Geschichte verbindet Wimpassing mit dem frühen Buchdruck.

Ein barocker Neubau nach der Zerstörung

Die Pfarrkirche Unbefleckte Empfängnis wurde anstelle einer 1683 zerstörten Vorgängerkirche errichtet und 1723 geweiht. Ihr kreuzförmiger Grundriss und der einheitliche barocke Baukörper prägen die Anlage. Der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1780 und wird von zwei großen Engelsfiguren begleitet. Die Ausstattung ist damit jünger als die Weihe des Gebäudes. Am Pfarrhof steht außerdem die 1877 errichtete neugotische Bründlkapelle. Zusammen zeigen Kirche und Kapelle, wie unterschiedliche Baustile und Entstehungszeiten innerhalb eines kirchlich geprägten Ortsbereichs nebeneinander sichtbar werden können.

Die Geschichte des Wimpassinger Kreuzes

Das als Wimpassinger Kreuz bekannte Kulturdenkmal hatte seinen Ursprung in der Wiener Minoritenkirche. Von 1784 bis 1939 befand es sich in der Wimpassinger Pfarrkirche. Für Restaurierungsarbeiten wurde es anschließend nach Wien gebracht. Dort verbrannte das Original 1945 im Stephansdom; eine Kopie erinnert heute an das verlorene Werk. Der Name bezeichnet somit kein erhaltenes Original, das weiterhin in Wimpassing besichtigt werden könnte. Seine Geschichte verbindet den Ort vielmehr mit mehreren Wiener Kirchen und mit dem Verlust von Kulturgut am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Straße, Radweg und örtliches Vereinsleben

Die Ödenburger Straße B 16 führt durch Wimpassing. Für den Bahnverkehr liegt der Bahnhof Wampersdorf außerhalb der Gemeinde, in etwa drei Kilometern Entfernung. Der Leitharadweg berührt dagegen Wimpassing selbst. Diese Verbindungen ergänzen das lokale Leben, zu dem unter anderem eine Chorgemeinschaft, eine Theatergruppe und verschiedene Sportvereine gehören. Auch ein Reit- und Fahrverein sowie der Künstlerverein hinterm Leithaberg sind in der örtlichen Vereinslandschaft vertreten. Die Geschichte des Klosters ist deshalb nur ein Teil des Gemeindeporträts: Verkehr, Kulturinitiativen und gemeinschaftliche Aktivitäten beschreiben weitere Funktionen des Ortes an der Landesgrenze.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Wimpassing an der Leitha auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 263
31.10.2021 · Registerzählung1 707
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 704

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
721
NUTS-3-Region
Nordburgenland (AT112)

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