GROSSHÖFLEIN KENNENLERNEN
Weinbauort mit Spuren einer alten Badekultur
Großhöflein liegt im nördlichen Burgenland am südlichen Rand des Leithagebirges. Die Nähe zu Eisenstadt und die Weinlagen am Hang bestimmen seine regionale Einordnung. Innerhalb der Gemeinde gibt es nur eine Ortschaft gleichen Namens. Das amtliche Gemeindeverzeichnis nennt für den 1. Jänner 2026 insgesamt 2.078 Einwohner und eine Fläche von rund 14,25 Quadratkilometern. Wer sich mit dem Ort beschäftigt, begegnet neben dem Weinbau einer weniger offensichtlichen Geschichte: einer Schwefelquelle, einem früheren Hofbad und Gebäuden, die mit der Familie Esterházy verbunden sind. Im heutigen Ortsbild stehen sakrale Denkmäler und bürgerliche Bauten aus mehreren Jahrhunderten nebeneinander.
Vom Namen Hublen zum Hofbad
Bei den frühen Nennungen unterscheidet die Gemeinde selbst zwischen einer möglichen Erwähnung im Jahr 1153 und dem gesicherten Namen Hublen aus dem Jahr 1324. Für die spätere Entwicklung war Nikolaus Esterházy wesentlich: Er erwarb 1630 einen Edelhof in Großhöflein und ließ die Radegundisquelle zu einem Schwefelbad ausbauen. Während der warmen Jahreszeit hielt er sich hier mit seinem Hof auf; 1645 starb er in Großhöflein. Diese Verbindung erklärt, weshalb die Geschichte des Ortes über Landwirtschaft und Weinbau hinaus auch eine höfische Badekultur umfasst. Die Quelle war dabei ein konkreter Ausgangspunkt für die Nutzung und Gestaltung des Edelhofs.
Gotische und barocke Bauteile am Kirchplatz
An der Pfarrkirche lassen sich mehrere Bauphasen erkennen. Ihr Langhaus verbindet spätgotische Substanz mit einem barocken Teil und einem Presbyterium aus dem Jahr 1669. Der Turm wird auf 1675 datiert und trägt einen steinernen Pyramidenhelm. Nach den Zerstörungen des Jahres 1683 wurde die Kirche wiederhergestellt. In der Hauptstraße erinnert außerdem die 1713 errichtete Dreifaltigkeitssäule an die Zeit der Pest. Zusammen zeigen diese Denkmäler, dass das historische Ortsbild nicht aus einer einzigen Epoche stammt, sondern aus wiederholtem Bauen, Beschädigen und Erneuern hervorgegangen ist.
Radegundiskapelle und Palais Strauß
Die Radegundiskapelle steht in engem Zusammenhang mit der Schwefelquelle und bildet mit dem Palais Strauß eine bauliche Einheit. Das Palais wird im Ort auch Pleininger-Haus genannt. Ein weiteres Zeugnis der Badekultur ist das 1807 von Charles de Moreau errichtete Badhaus. Diese Bauten ergänzen das Bild der Weinbaugemeinde um eine eigene historische Facette. Wer die Hauptstraße betrachtet, kann deshalb auf mehr achten als die Kirche: Kapelle, Palais und Badhaus verweisen auf die frühere Bedeutung von Quelle und herrschaftlichem Aufenthalt.
Leithaberg und das heutige Gemeindeleben
Der Weinbau ist in Großhöflein bis heute ein bestimmendes Thema. Der Ort liegt im Weinbaugebiet Leithaberg; seine südliche Hanglage und kalkgeprägten Böden gehören zu den örtlichen Voraussetzungen. Die Gemeinde führt auf ihrer Website eigene Übersichten zu Weinbau, Betrieben und Vereinen. Für den Alltag ist außerdem das Gemeindeamt an der Hauptstraße 37 ein zentraler Bezugspunkt: Hier finden sich Verwaltung und Bürgerservice. Die Verbindung aus Weinlagen, historischen Gebäuden und der Nähe zur Landeshauptstadt macht das örtliche Profil aus. Für einen genaueren Rundgang bietet die Gemeinde eine Übersicht ihrer Sehenswürdigkeiten und Informationen zu einem Marterlrundwanderweg an.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
