STEINBRUNN KENNENLERNEN
Steinbrunn: Vom Braunkohlentagebau zur Seenlandschaft
Wer Steinbrunn mit seinem Badesee verbindet, begegnet zugleich einem Kapitel der Bergbaugeschichte. Der See entstand aus einem früheren Abbaugebiet und liegt an der Grenze zwischen Burgenland und Niederösterreich. Die Marktgemeinde selbst gehört zum Bezirk Eisenstadt-Umgebung. Am 1. Jänner 2026 hatte sie 2.971 Einwohner auf rund 15,36 Quadratkilometern. Neben dem Ortskern gehören unter anderem die Neue Siedlung und die Siedlungsbereiche am See zum örtlichen Gefüge. Die burgenlandkroatische Bevölkerung ist ein weiterer Bestandteil Steinbrunns, dessen heutiger Name erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts amtlich verwendet wird.
Eine Mineralquelle hinter dem früheren Namen
Der ältere deutsche Ortsname lautete Stinkenbrunn. Er bezog sich auf eine geruchsintensive Mineralquelle; auch die ungarische Bezeichnung Büdöskút hat diesen Bedeutungszusammenhang. Eine frühe ungarische Namensform ist bereits für 1271 dokumentiert, eine deutsche für 1344. Später entstand eine Sage, die das verdorbene Brunnenwasser mit einem bei einem Gewitter herabgestürzten Feuerdrachen erklärte. Diese Erzählung ist von der Erklärung durch die Quelle zu unterscheiden. Auf Wunsch der Bevölkerung wurde der amtliche deutsche Name zum 1. Jänner 1959 in Steinbrunn geändert. Historische Karten führen deshalb noch den früheren Namen.
Kohleförderung und die Neue Siedlung
Der Braunkohlenabbau begann 1810 im Tagebau. Für den Betrieb entstand die Neue Siedlung, deren Entwicklung somit unmittelbar mit industrieller Arbeit verbunden war. 1905 setzte die Elektrifizierung des Bergwerks ein; etwa zwanzig Jahre später war Strom im gesamten Ort verfügbar. Der Abbau erlebte Unterbrechungen und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweise wieder aufgenommen, bevor er endgültig aufgegeben wurde. Weitere Betriebe kamen hinzu, darunter ein 1965 errichtetes Sandwerk. An der Geschichte des Ortsteils lässt sich dadurch verfolgen, wie sich Arbeitsstätten und Siedlungsentwicklung gegenseitig beeinflussten.
Ein ehemaliges Bergwerk wird Erholungsraum
Das aufgelassene Bergwerk Steinbrunn-Zillingdorf hatte sich bereits mit Grundwasser gefüllt, bevor es um 1960 zum Strandbad mit Erholungszentrum umgestaltet wurde. Durch den See verläuft die Landesgrenze. Auf der burgenländischen Seite entwickelte sich der Siedlungsbereich Steinbrunner See. Die Freizeitlandschaft ist damit keine von der Ortsgeschichte getrennte Neuschöpfung, sondern baut auf den Veränderungen des früheren Bergbaus auf. Ein weiterer sportlicher Bezugspunkt ist das Landessportzentrum VIVA in der Neuen Siedlung. Unterschiedliche Einrichtungen verteilen sich folglich auf mehrere Teile der Gemeinde, statt sich ausschließlich im alten Zentrum zu konzentrieren.
Historische Bauten und wechselnde Gemeindegrenzen
Die Pfarrkirche Zur Kreuzauffindung besitzt gotische Ursprünge und wurde zwischen 1668 und 1690 barock umgestaltet. Eine Mariensäule von 1680, eine Antonisäule aus der Zeit um 1730 und ein mittelalterliches Sühnekreuz in der Neuen Siedlung ergänzen die kirchlichen Denkmäler. Aus dem späten 18. Jahrhundert stammen Jagdschloss und Fasanerie. Auch die Verwaltungsstruktur veränderte sich: 1971 wurde Steinbrunn mit Zillingtal zusammengelegt; nach zwanzig Jahren wurde die Verbindung wieder aufgehoben. Zur Marktgemeinde wurde Steinbrunn am 16. Juni 2006 erhoben. Die heutige Gemeindeform ist somit das Ergebnis mehrerer jüngerer Entscheidungen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
