HERZOGENBURG KENNENLERNEN
Herzogenburg zwischen Marktgeschichte und Stift
Herzogenburg ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Sankt Pölten-Land. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 7.961 Einwohnerinnen und Einwohner; das Gemeindegebiet umfasst 46,09 Quadratkilometer. Die Seehöhe beträgt laut Stadtgemeinde 229 Meter. Die Gemeinde liegt im Unteren Traisental. Die Stadtseite verortet Herzogenburg zentral zwischen St. Pölten und Krems; die Landeshauptstadt grenzt unmittelbar an das Gemeindegebiet. Die Stadtgemeinde ordnet Herzogenburg dem Zentralraum NÖ-Mitte zu.
Drei Siedlungsbereiche werden Stadt
Ur- und frühgeschichtliche Ausgrabungen weisen auf frühe Besiedlung hin. Die Stadtgemeinde nennt 1014 als erste urkundlich belegte Erwähnung des Namens Herzogenburg. Kaiser Heinrich II schenkte damals dem Bistum Passau Grund zur Errichtung einer Pfarre. Die Siedlung bestand aus drei Bereichen: Oberer Markt, Unterer Markt und Stiftsbereich. Ein gemeinsamer Erdwall schützte sie im 13. Jahrhundert; später umgab eine geschlossene Stadtmauer den Ort. 1506 erhielt der Untere Markt ein Wappen. Als die Märkte 1808 vereinigt wurden, übernahmen sie dieses Zeichen. Im Juni 1927 erhob der niederösterreichische Landtag den Markt zur Stadt. Herzogenburg zählte damals nach der städtischen Chronik ungefähr 2.700 Einwohner.
Vom Chorherrenstift zum barocken Ensemble
Das Augustiner-Chorherrenstift wurde 1112 in St. Georgen an der Traisenmündung gegründet. 1244 wurde das Stift nach Herzogenburg verlegt; seitdem ist die Pfarrkirche zugleich Stiftskirche. Teile des älteren Klosters und ein spitzbogiges Kirchenportal verweisen auf die frühe Bauzeit. Der barocke Neubau begann 1715. An den Plänen wirkten Jakob Prandtauer, Joseph Munggenast und Johann Bernhard Fischer von Erlach mit. Für die Stifts- und Stadtpfarrkirche nennt die Gemeinde einen barocken Umbau zwischen 1750 und 1785 unter Franz Munggenast; erhalten blieben auch zwei Turmgeschosse. Zur Stiftsanlage gehören nach der Stadtbeschreibung Prälatenstiege, Festsaal, Sammlungen, Chorkapelle, Schatzkammer und Bibliothek. Der Prälatengarten besitzt einen Springbrunnen; außerdem wird ein Rosengarten genannt. Die Kunstsammlungen reichen laut Gemeinde von der Gotik bis zur Moderne.
Vierzehn Katastralgemeinden im Stadtgebiet
Die Stadtgemeinde gliedert sich in 14 Katastralgemeinden: Adletzberg, Angern, Ederding, Einöd, Gutenbrunn, Hameten, Herzogenburg, Oberndorf in der Ebene, Oberwinden, Ossarn, Pottschall, St. Andrä an der Traisen, Unterwinden und Wielandsthal. Diese Namen bezeichnen Katastralgemeinden, also Gebiete des Grundkatasters; sie sind nicht sämtlich eigenständige politische Gemeinden. Der Stadtgemeinde-Eintrag führt außerdem Ederding mit dem Zusatz Wiesing, Gutenbrunn mit Heiligenkreuz und Hameten mit Unter- und Oberhameten an.
Bahnknoten im Traisental
Am Bahnhof Herzogenburg treffen laut Stadtgemeinde die Bahnlinien aus St. Pölten, Krems und Tulln zusammen. Die Verbindungen stellen den Anschluss an Westbahn und Franz-Josefs-Bahn her. Die Tullnerfelder Bahn führt von St. Pölten über Herzogenburg nach Tulln; die Kremser Bahn zweigt in Herzogenburg ab und verläuft eingleisig weiter nach Krems. Auch auf der Straße ist die Stadt an die S33 angebunden. Die Gemeinde nennt drei Anschlussstellen: Herzogenburg Nord, Herzogenburg Stadt und Herzogenburg Süd.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Herzogenburg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Stadtgemeinde Herzogenburg | Stadtgeschichte
- Stadtgemeinde Herzogenburg | Sehenswertes: Augustiner-Chorherrenstift
- Stadtgemeinde Herzogenburg | Pfarren: Pfarre Herzogenburg
- Stadtgemeinde Herzogenburg | Daten und Fakten
- Stadtgemeinde Herzogenburg | Schiene
- Stadtgemeinde Herzogenburg | Straße
- Stadtgemeinde Herzogenburg | Strategische Lage: Regional
Stand der Angaben: 09.10.2026
