MANNERSDORF AM LEITHAGEBIRGE KENNENLERNEN
Mannersdorf am Leithagebirge: Stadt aus Stein und Wald
Mannersdorf am Leithagebirge ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 4.267 Menschen auf 29,92 Quadratkilometern. Die Stadt liegt am Fuß des Leithagebirges; ihre Geschichte ist eng mit Steinabbau, Kalkverarbeitung und dem Klostergebiet der Wüste verbunden.
St. Anna in der Wüste
Südlich der Stadt liegt der Naturpark Wüste auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters der Unbeschuhten Karmeliten. Die Klostergemeinschaft wurde 1644 gegründet; 1683 brannten die Gebäude nieder, später wurden sie wiederaufgebaut. 1783 hob Kaiser Joseph II. das Kloster auf. Eine etwa 4,5 Kilometer lange Mauer umschließt das Areal. Neben den Klosterbauten lagen sieben Einsiedeleien, ein Meierhof, Obstgärten, ein Fischteich, drei Steinbrüche und ein Kalkofen. Der Name „Wüste“ geht auf eine ungenaue Übertragung des griechischen Wortes für Einsiedelei zurück. Die Gemeinde, die Bundesforste und das Bundesdenkmalamt sicherten die einsturzgefährdete Kirche und stabilisierten Mauern; der Naturpark wurde 1986 eröffnet.
Kalk, Stein und Zement
Kalkabbau prägte die Gegend über Jahrhunderte; das Gestein aus den Brüchen diente auch als Baumaterial in Wien. Am westlichen Stadtrand steht der Kalkschachtofen BAXA, 1893 von den Kalkgewerkschaften Schediwy und Baxa errichtet. Er war lange dem Verfall ausgesetzt, ehe Freiwillige seine Sanierung 1996 begannen. 1998 wurde das Industriedenkmal wiedereröffnet. Im Obergeschoß befindet sich ein Museum zu Kalkofen und Steinabbau; die sechseckige Galerie nimmt wechselnde Ausstellungen auf. Die 1894 gegründete Zementfabrik verarbeitet den lokalen Kalk bis heute. Die 1913 errichtete Drahtseilbahn transportierte ab 1914 Kalk zur Zementfabrik; 1960 wurde sie stillgelegt.
Ein Speicher wird zum Museum
Der ehemalige Schüttkasten der Herrschaft Scharfeneck ist ein zweigeschoßiger Renaissancebau von 1579. Als Getreidespeicher erhielt er seinen Namen von der Lagerung und dem Ausschütten des Korns. Größere Umbauten blieben über Jahrhunderte aus, weshalb das Gebäude sein ursprüngliches Erscheinungsbild bewahrte. Ein erstes Heimatmuseum eröffnete 1935, wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört. Als archäologische Funde weiter geborgen wurden, gründete sich 1969 ein Museumsverein. Der Schüttkasten wurde renoviert und 1979 als Museum eröffnet; vier Abteilungen dokumentieren archäologische Funde, Fossilien und Mineralien aus der Umgebung, Volkskunde, jahrhundertealte Steinmetztechniken und Stadtgeschichte.
Stadt am Leithagebirge
Mannersdorf besteht aus den Ortschaften Mannersdorf am Leithagebirge, Sandberg und Wasenbruck. Wasenbruck liegt rund vier Kilometer nordwestlich des Hauptortes zwischen Leitha und Werkskanal. Der Kanal versorgte einst die inzwischen geschlossene Teppich- und Filztuchfabrik. Sandberg liegt weiter nördlich nahe der Leitha. Die Pfarrkirche St. Martin steht auf dem 213 Meter hohen Kirchberg knapp außerhalb des Stadtkerns. Der Barockbau entstand 1638; nach dem Brand von 1761 wurde der Turm an die heutige Stelle versetzt. Bei einer Renovierung 1978 kamen Reste zweier Vorgängerbauten aus der Zeit um 1300 und um 1500 zum Vorschein. Der Flussübergang prägte den Namen Wasenbruck: Er verweist auf eine Brücke über die Leitha. Mannersdorf wurde 1990 zur Stadt erhoben.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Mannersdorf am Leithagebirge – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Mannersdorf am Leithagebirge - GEM2GO WEB - Startseite - Stadt leben - Freizeit - Sehenswürdigkeiten
- Mannersdorf am Leithagebirge - GEM2GO WEB - Startseite - Aktuelles & Informationen - Informationen - Wissenswertes der Gemeinde
- Naturpark Wüste
- Kalkofen BAXA
- Kultur- und Museumsverein
- Wandern in Mannersdorf – Museum und Industriegeschichte
- Vereinshaus Wasenbruck – Lageplan der Stadtgemeinde
- Wasenbruck: Ein Ortsteil der Stadtgemeinde Mannersdorf
- Pfarre St. Martin – Stadtgemeinde Mannersdorf
Stand der Angaben: 08.10.2026
