GAUBITSCH KENNENLERNEN
Gaubitsch: Kellergassen, Kirchen und alte Marktspuren
Gaubitsch liegt am südlichen Rand der Laaer Ebene, rund sieben Kilometer südlich von Laa an der Thaya. Die Gemeinde zählt die Ortschaften Altenmarkt, Gaubitsch und Kleinbaumgarten. Zum 1. Jänner 2026 lebten hier 945 Menschen auf 22,48 Quadratkilometern.
Ein alter Pfarrort
Die Pfarre Gaubitsch ist seit dem 11. Jahrhundert belegt. Eine Urkunde von 1055 nennt den Ort als „villa Gevvatisprunnen“; 1147 erscheint die Form „Gawats“, die auf ein slawisches Wort für Schmied zurückgeführt wird. Bis ins 15. Jahrhundert war die Pfarre mit Großkrut verbunden; im 17. Jahrhundert reichte ihr Sprengel von Laa bis Staatz. Die Kirche liegt innerhalb des Friedhofs. Ihr ältester Teil ist der gotische Chor aus dem 15. Jahrhundert; das Langhaus wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erneuert. 1651 kam die Sakristei hinzu, 1875 ein neugotischer Hochaltar. Ein Beinhaus an der Nordseite könnte Gebeine aus der Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen von 1278 aufgenommen haben.
Brände, Seuchen und Wiederaufbau
1685 zog eine Heuschreckenplage über Gaubitsch; 1703 forderte die Pest viele Todesopfer und der Markt wurde anschließend nach Stronsdorf verlegt. 1749 kehrten Heuschreckenschwärme zurück, richteten laut Chronik aber keinen Schaden an, weil die Bewohner sie von Feldern und Wiesen vertrieben. Ein verheerender Brand vernichtete 1834 insgesamt 34 Wohnhäuser samt Nebengebäuden. Nach einer preußischen Einquartierung brach 1866 die Cholera aus und tötete 67 Menschen. 2011 wurden 24 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu den Jahren 1938 bis 1945 interviewt; daraus entstand ein einstündiges Video.
Die heutige Großgemeinde
Altenmarkt und Kleinbaumgarten wurden mit 1. Jänner 1970 nach Gaubitsch eingemeindet. Zwei Jahre später vereinigte die Landesregierung Gaubitsch und Unterstinkenbrunn zur Gemeinde Gartenbrunn. Nach einem Gemeinderatsbeschluss wurden deren Gebiete mit Jahresbeginn 1995 wieder auf Gaubitsch und Unterstinkenbrunn aufgeteilt. Gaubitsch ist der Verwaltungssitz. Die Felder werden vor allem für Zwiebeln, Zuckerrüben und Getreide genutzt. Die Zentralfläche wurde 2014 im Zuge der Erneuerung von Kanal und Straßen umgestaltet. Drei erhaltene gotische Vierkopfpfeiler stehen im Gemeindegebiet; der vierte ging bei den Kämpfen von 1939 bis 1945 verloren. Der Rundweg „Bibelweg“ ist etwa siebeneinhalb Kilometer lang und führt an sieben Stationen vorbei.
Kellergassen und Dorfkultur
Die Bergzeile in Gaubitsch ist eine rund 700 Meter lange Kellergasse mit 69 Presshäusern, die überwiegend giebelständig in zwei einseitigen Zeilen am Hang stehen. Am zentralen Platz steht ein gotischer Vierkopfpfeiler, den der Dorfrichter Wolfgang Trautman 1504 errichten ließ. Beim schwedischen Einfall 1645 wurden in Altenmarkt alle Häuser zerstört. Der Ort gehörte bis 1783 zur Pfarre Fallbach und wurde dann nach Gaubitsch eingepfarrt; die Kapelle auf einer kleinen Anhöhe wurde 1797 errichtet. Choleraausbrüche forderten 1832 sechs und 1855 dreizehn Tote; 1873 vernichtete ein Feuer fünf Scheunen und ein Presshaus. Die Kapelle wurde 1945 ebenfalls zerstört und 1951 von der Gemeinde wieder aufgebaut.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Gaubitsch – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gaubitsch - GEM2GO WEB - Home
- Gemeinde Gaubitsch – Ortsgeschichte und Sehenswürdigkeiten
- Gemeinde Gaubitsch – Zahlen und Fakten
- Gemeinde Gaubitsch – Katastralgemeinde Altenmarkt
- Pfarre Gaubitsch – Geschichte
- Gemeinde Gaubitsch – Kellergasse Bergzeile
- Gemeinde Gaubitsch – Vierkopfpfeiler
- Gemeinde Gaubitsch – Bibelweg, Rundweg-Folder
Stand der Angaben: 08.10.2026
