LAA AN DER THAYA KENNENLERNEN
Laa an der Thaya: Stadt an der alten Nordroute
Laa an der Thaya liegt im Bezirk Mistelbach an der Grenze zu Tschechien. Die Stadtgemeinde zählt 6.206 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026); ihr Gebiet umfasst 72,92 Quadratkilometer. Ihre Lage an einer alten Nord-Süd-Verbindung erklärt, weshalb Handel, Befestigung und Grenzgeschichte hier früh zusammenkamen.
Von der Furt zur Stadt
In den Niederungen der Thaya lag im 12. Jahrhundert ein Dorf an einer Furt, die eine wichtige Verbindung aus dem Donauraum nach Böhmen erschloss. Eine erste Erwähnung von Laa ist für 1150 im Passauer Urbar überliefert. Um 1190 übernahmen die Babenberger hier Besitz; Herzog Leopold VI. ließ an der Stelle des Dorfes eine rechteckig geplante Stadt anlegen. Sie war als wehrhafter Sammelplatz für militärische Aktionen nach Norden und Osten angelegt. Im 13. Jahrhundert geriet Laa wiederholt in Auseinandersetzungen. König Ottokar setzte Kadolt von Wehing als Stadthauptmann ein und bestätigte das ältere Stadtrecht. Rudolf von Habsburg bekräftigte 1281 die Rechte und Privilegien der Bürger. Das Stadtwappen zeigt ein Tor mit Zinnentürmen und dem rot-weißen Bindenschild.
Eine Stadtmauer mit langer Wirkung
Die Babenberger ließen Laa als Grenzfeste ausbauen. Die Stadtmauer war nach Angaben der Gemeinde rund 2.200 Meter lang, bis zu neun Meter hoch und etwa zwei Meter stark. Ihre Nordseite war besonders wehrhaft, denn von dort kamen viele Angriffe. 1569 ließ der Kaiser Burg und Mauer umfassend sanieren. Im Dreißigjährigen Krieg erwiesen sich die Befestigungen als ungeeignet gegen Feuerwaffen. Als die Grenze zu Mähren ihre militärische Funktion verlor, verfiel die Anlage. Ab 1850 wurden Mauer und drei Stadttore größtenteils abgetragen; das Material diente zur Pflasterung von Plätzen. Reste sind bei Burg, Bürgerspital und Reckturm sichtbar.
Die Burg und ihre Besitzer
Die Burg in der nordöstlichen Ecke des Burgplatzes diente zunächst als letzter Rückzugsort und als Versorgungs- und Wehrbau, nicht als Wohnschloss. Die Stadtchronik datiert Errichtung und Ausbau in das 13. Jahrhundert. Später kamen Wohn- und Wirtschaftsräume hinzu; der sogenannte Butterfassturm entstand in seiner spätgotischen Form um 1500. Die Burg wechselte wiederholt den Besitzer und war ab dem späten 18. Jahrhundert in bürgerlicher Hand. Michael Hengelmüller kaufte sie 1810 und gestaltete den Turm im romantischen Geschmack seiner Zeit. Nach mehreren weiteren Eigentümern erwarb die Stadt Laa die Anlage 2007. In den Jahren 2017 und 2018 wurden der Turm, eine Aussichtsplattform und der Innenhof renoviert.
Thaya, Märkte und Braurecht
Laa besaß seit 1454 das Braurecht. Im 19. Jahrhundert belebte Bürgermeister Anton Kühtreiber die Märkte neu und setzte sich für die Regulierung der Thaya ein, die ab 1830 erfolgte. Laut der historischen Darstellung der Stadtgemeinde sank dadurch der Grundwasserspiegel; ehemalige Sumpfwiesen konnten als Ackerflächen genutzt werden. In einem Teil der Burg befindet sich das Biermuseum. Die Brauerei Hubertus Bräu reicht nach Angaben der Gemeinde bis in die Gegenwart; das Museum zeigt Gegenstände zur Geschichte des Brauens in Laa.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
