STADTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Maissau

Weinbauort am Übergang zwischen Wald- und Weinviertel mit begehbarem Edelsteingang

GEMEINDEKENNZIFFER31026
Torturm und Vorburg von Schloss Maissau
Torturm und Vorburg von Schloss Maissau · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Maissau - Vorburg“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 964
01.01.2026
Fläche
43,14 km²
Bevölkerungsdichte
45,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3712
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MAISSAU KENNENLERNEN

Maissau: Amethyst, Manhartsberg und Stadtgeschichte

Maissau ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Hollabrunn. Am 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 1.964 Einwohner; ihre Fläche beträgt 43,14 Quadratkilometer. Der Weinbauort liegt am östlichen Abhang des Manhartsbergs. Zum Gemeindegebiet gehören zehn Katastralgemeinden, darunter Limberg und Grübern.

Zwischen Löss, Granit und Wald

Maissau liegt auf 341 Metern Seehöhe an der Grenze zwischen Wein- und Waldviertel. Der Ostabfall des Manhartsbergs geht in eine lössbedeckte Landschaft über. Trockene Böden tragen Weingärten, auf höheren Lagen steht Föhrenwald. In der Umgebung erheben sich Winterwiesberg, Kuhberg und Juliusberg. Auf dem Juliusberg wurde eine vorgeschichtliche Siedlung freigelegt, die mit der Heidenstatt bei Limberg in Verbindung gebracht wird. Historisch lag Maissau am Zusammentreffen der Straßen Krems–Znaim und Wien–Horn. Heute führt nördlich der Stadt die B4 über den Manhartsberg in Richtung Waldviertel.

Urkunde mit Weinberg und Ortsnamen

Die älteste Urkunde Maissaus stammt aus dem Jahr 1114. Im Traditionsbuch des Stifts Klosterneuburg ist festgehalten, dass Kastellan Otto von Mödling dem Kloster seinen Besitz in Maissau schenkte, darunter auch einen Weingarten. Der Ortsteil Maissau-Aigen dürfte nach Einschätzung der Gemeindeseite schon vor der Eingliederung des Gebiets in die Babenberger Mark um 1040 bestanden haben. Die älteste überlieferte Namensform lautet Missow; die Gemeinde nennt einen slawischen Ursprung.

Vom Steinbruch zum Schaustollen

Ein violetter Quarzgang wurde um 1845 bei Steinbrucharbeiten entdeckt. Von 1986 bis 1994 untersuchte die Krahuletz-Gesellschaft aus Eggenburg das Vorkommen wissenschaftlich. 1999 wurde die Maissauer Amethyst GmbH gegründet, um den Edelstein touristisch zugänglich zu machen; nach Erkundungen fiel 2000 die Entscheidung für eine Erlebniswelt. Sie eröffnete 2005. Der Schaustollen führt heute durch die freigelegte Ader, deren bestätigte Länge der Betreiber mit 400 Metern angibt. Das 2012 eröffnete Edelsteinhaus zeigt Mineralien und Edelsteine. 2019 kam eine wetterfeste Goldwaschanlage hinzu, 2024 ein Chakren-Kugelbahnweg im Amethyst-Park. Auf dem Schatzgräberfeld können Besucherinnen und Besucher selbst nach Steinen suchen.

Vituspfarre und Wiederaufbau

Die Herren von Maissau dürften die Herrschaftspfarre gegründet haben; 1265 wird erstmals ein Pfarrer namens Hermann genannt. Während der Hussitenkriege wurde die Kirche 1425 zerstört. Nach einem Wechsel zum evangelischen Glauben in der Reformationszeit kehrte die Bevölkerung rund 70 Jahre später zum Katholizismus zurück. Ein Brand vernichtete 1767 die damalige Kirche und einen großen Teil des Schlossarchivs. Bereits im Folgejahr wurde der heutige spätbarock-klassizistische Saalbau errichtet. Aus dem 1785 aufgehobenen Paulanerkloster in Wiener Neustadt übernahm die Pfarre Kreuzwegbilder, Orgel und Paramente. Der Turm trägt Uhrengiebel aus dem Jahr 1843; die Gewölbemalereien stammen von 1882.

Kapelle in Grübern, Schloss in Limberg

In der zur Stadtgemeinde gehörenden Ortschaft Grübern wurde die Amethystkapelle 2011 neu errichtet und im Mai 2013 eingeweiht. Amethyste führen vom Eingang zum Altar; dort sind zwei Geoden und ein Bergkristall eingesetzt. Ein freistehender Glockenturm steht auf dem Dorfplatz. Im ebenfalls zur Gemeinde zählenden Limberg erhebt sich Schloss Limberg am Platz eines früheren Meierhofes. Unweit des heutigen Schlosses stand eine Veste, die bereits im 16. Jahrhundert verfallen war. Bei Restaurierungsarbeiten 1982/83 kam im Mauerwerk die Jahreszahl 1570 zum Vorschein. Laut Gemeinde könnte damals ein älterer Meierhof erweitert worden sein.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Maissau auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 869
31.10.2021 · Registerzählung1 964
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 964

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 069
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

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