EGGENBURG KENNENLERNEN
Eggenburg: Stadt aus hellem Stein
Am Übergang zwischen Waldviertel und Weinviertel liegt Eggenburg auf einem Granitplateau über der Schmida. Die Stadtgemeinde umfasst 23,54 Quadratkilometer; am 1. Jänner 2026 lebten hier 3.477 Menschen. Die Stadtmauer bestimmt bis heute den Blick auf den historischen Kern.
Fossilien und Fundstücke
Vor rund 22 Millionen Jahren reichte ein Meer bis in das Gebiet des heutigen Eggenburg. Fossilien und Gesteine aus dieser Erdgeschichte bilden einen Schwerpunkt des Krahuletz-Museums. Der Sammler und Forscher Johann Krahuletz (1848–1928) legte mit seinen Funden den Grundstock der Sammlung; das Museum wurde 1902 eröffnet. Es zeigt Mineralien, Gesteine und Fossilien, die Entwicklung des Menschen und die Archäologie der Stein- und Metallzeiten sowie Volkskunde, eine Uhrensammlung und ein Kunstkabinett. Der Betreiber nennt für 2026 eine Saison vom 1. April bis 30. November: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen, jeweils 10 bis 16 Uhr.
Von der Burgstadt zur Steinmetzstadt
Urkundliche Nennungen um 1140 bezeichnen den Ort als „Egenburch“ und „Egenenburg“. Der Ausbau der Burgstadt war um 1180 mit dem Bau der romanischen Kirche abgeschlossen. Von dieser frühen Kirche stehen noch die beiden wuchtigen Türme; Chor und Langhaus entstanden später in gotischer Form. Rudolf von Habsburg erneuerte am 13. August 1277 die Stadtrechte, die nach Darstellung der Gemeinde bereits zuvor bestanden. Um 1400 wurde der Mauerring fertiggestellt. Die Mauer misst fast zwei Kilometer; ihr Wehrsystem umfasst Pechnasen, Schießscharten, Zwingermauern und Türme. In der Barockzeit brachte der Abbau des Zogelsdorfer Sandsteins Wohlstand: Der helle Stein, als „weißer Stein von Eggenburg“ bekannt, wurde für Bauvorhaben weithin verwendet.
Mauern, Graben und Ausblick
An der Ostseite lag der trockene Stadtgraben, der der Mauer vorgelagert war. Ein Weg der Gemeinde startet beim Krahuletz-Museum, führt über den Wasserburgerring zum Schwedenturm und hinab in den Graben. Von dort geht es am Turm des Friedens vorbei und über die Grafenbergerstraße stadtauswärts. Nach dem Ortsende zweigt der Feldweg zu den Kogelsteinen und zur Fehhaube ab. Auf dem Weg liegen Kellergassen, deren Keller aus dem 19. Jahrhundert in den Löss eingeschnitten sind.
Mühle und Museumshäuser
Die Gilli-Mühle ist seit etwa 460 Jahren in Eggenburg belegt. Ihr Betreiber aÖ Iss Dialekt nutzt das Gebäude als Schaumühle und integrierte eine moderne Ölmühle in die historische Getreidemühle. Bei der Führung werden der frühere Mahlbetrieb und die heutige Ölherstellung erklärt; anschließend können Öle und Essige verkostet werden. Besuche sind nach Voranmeldung möglich, die Führung dauert in der Regel etwa eineinhalb Stunden. Der Betreiber presst Bio-Öle aus regionalen Saaten, die laut eigener Angabe von Landwirten im Umkreis von 30 Kilometern stammen. Im Kanzlerturm befindet sich das Museum des Privilegierten uniformierten Bürgerkorps; hinzu kommt das Ziegelmuseum.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Eggenburg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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Stand der Angaben: 08.10.2026
