MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Gumpoldskirchen

Ein Weinort an der Thermenlinie mit gotischer Kirche und historischer Ortsmitte

GEMEINDEKENNZIFFER31709
Luftaufnahme von Gumpoldskirchen und den Weingärten
Luftaufnahme von Gumpoldskirchen und den Weingärten · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Gumpoldskirchen - Ortsansicht“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
4 051
01.01.2026
Fläche
8,11 km²
Bevölkerungsdichte
499,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2352
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GUMPOLDSKIRCHEN KENNENLERNEN

Gumpoldskirchen: Deutschordenspfarre, Weingüter und Rathaus

Gumpoldskirchen liegt an der Thermenlinie am Fuß des Anningers. Die Marktgemeinde umfasst 8,11 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 4.051 Einwohner. Das Gemeindegebiet ist deckungsgleich mit der gleichnamigen Katastralgemeinde.

Vom Weinmarkt zur Industrie

Die Besiedlung reicht in vorgeschichtliche Zeit zurück; 1140 erscheint der Ort erstmals urkundlich. Im 14. Jahrhundert wurde Gumpoldskirchen Markt und Sitz eines Landgerichts. Die Weinwirtschaft erreichte im 15. Jahrhundert einen ersten Höhepunkt. Der Türkeneinfall von 1529 traf den Ort; 1559 entstand das Rathaus mit seinen Arkaden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg setzte 1648 ein wirtschaftlicher Niedergang ein, 1683 folgte ein weiterer Türkeneinfall. Kaiserin Maria Theresia verkaufte den Ort 1763 an Freiherrn von Moser. Ende des 18. Jahrhunderts eröffneten ein Seidenfilatorium und eine Knopffabrik. Nach 1850 erholte sich der Weinbau, bis sich ab 1884 die Reblaus ausbreitete und die Weingärten zerstörte. Eine Winzerschule begleitete den Wiederaufbau der Reben Ende des Jahrhunderts.

St. Michael und der Deutsche Orden

Erste Hinweise auf eine Pfarre stammen aus dem 13. Jahrhundert. Am 31. Juli 1241 übertrug Herzog Friedrich II. das Patronatsrecht an den Deutschen Orden; Papst Alexander IV. bestätigte die Schenkung 1261. Der Orden betreut die Pfarre seither. Der heutige Baubestand der dem heiligen Michael geweihten Kirche stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Reste des Wehrcharakters sind erhalten. Nach einer Choleraepidemie, von der Gumpoldskirchen 1855 verschont blieb, beschlossen Wallfahrer einen Kalvarienberg mit Kreuzwegstationen, die örtliche Paten bis heute betreuen. Kriegsschäden an Turm und Dach wurden 1947 beseitigt. Die Innenrenovierung erfolgte etappenweise von 2004 bis 2006; 2008 kam ein gotisches Labyrinth hinzu.

Freigut Thallern und seine Weingärten

Markgraf Leopold IV. schenkte das Freigut Thallern im 12. Jahrhundert dem Zisterzienserorden; seit 1141 wird es als Weingut bewirtschaftet. Für die Anlage diente das Zisterzienserweingut Clos de Vougeot im Burgund als Vorbild. Das Stift Heiligenkreuz übergab das Gut 2009 an die Winzer Erich Polz, Karl Alphart und Leo Aumann. 2017 übernahmen Margareta und Erich Polz die alleinige Verantwortung; ihr Sohn führt den Betrieb. Die 30 Hektar Weingärten werden teilweise gemeinsam mit Partnerwinzern aus der Region bewirtschaftet. Das historische Presshaus dient heute als Gebietsvinothek, das alte Vorratshaus als Weingartenhotel.

Weinlagen und Wege am Anninger

Ein Weinwanderweg führt durch die ältesten Rieden; seine Stationen behandeln die Geschichte des Weinbaus und die regional typischen Sorten Rotgipfler und Zierfandler. Eine weitere Runde führt von der Bewegungsarena durch Weingärten mit Blick auf Guntramsdorf, anschließend in den Föhrenwald und in den Naturpark. Die 10,6 Kilometer lange Klinger Runde erreicht das Anningerhaus und führt auf Waldwegen an den Dreidärrischen Höhlen und der Hubertushütte vorbei zurück zum Start. Der Rundkurs wird mit 380 Höhenmetern angegeben. 2021 umfasste das Radwegenetz der Gemeinde acht Kilometer.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Gumpoldskirchen auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 634
31.10.2021 · Registerzählung3 950
01.01.2026 · Bevölkerungsstand4 051

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 228
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Gumpoldskirchen

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.