GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Gießhübl

Ein Ort am Rand der Föhrenberge zwischen Trockenrasen, Weinbau und Wienerwald

GEMEINDEKENNZIFFER31707
Luftaufnahme von Gießhübl
Luftaufnahme von Gießhübl · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Gießhübl - Ortsansicht (a)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 440
01.01.2026
Fläche
3,90 km²
Bevölkerungsdichte
626,3
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2372
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GIESSHÜBL KENNENLERNEN

Gießhübl: Kuhheide, Hochleiten und Kirchengeschichte

Gießhübl liegt auf 416 Metern Seehöhe am Rand des Naturparks Föhrenberge. Die Gemeinde umfasst 3,90 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 2.440 Einwohner. Wald, Heideflächen und Siedlungshänge prägen das Gebiet.

Von Gissubel zur Gemeinde

„Gissubel“ ist 1368 erstmals urkundlich erwähnt. Hohenleiten ist 1453 belegt. Der Türkeneinfall verwüstete den Ort 1529; 1551 galten die Weingärten am Gissibl als verödet. 1590 erscheint erstmals eine „Gemein am Güssübl“. Beim zweiten Türkeneinfall 1683 wurde der Ort erneut verwüstet. Beim Rückzug nach der verlorenen Schlacht von Aspern plünderten napoleonische Soldaten 1809 Kirche und Ortschaft. 1855 wurde der alte Friedhof am heutigen Dorfplatz aufgelassen; der neue Friedhof entstand auf der Anhöhe zwischen Gießhübl und Hochleiten. 1873 gründeten Einwohner die Freiwillige Feuerwehr; 1921 errichtete die Gemeinde ein Kriegerdenkmal. Ab 1925 gab es elektrisches Licht und Busverbindungen nach Brunn, Perchtoldsdorf und Wien. Bei einem Fliegerangriff am 24. Mai 1944 fielen 71 Bomben; 22 Menschen starben.

Kirche, Schule und Pfarrwerdung

Baron Penkler, Patron der Pfarre, ließ 1783 eine Kirche errichten; am 7. November desselben Jahres wurde Gießhübl zur Lokalkaplanei erhoben. Gleichzeitig erhielt der Ort eine Schule. Die Freistellung von der Pfarre Mödling brachte den Bewohnern eine eigene kirchliche Anlaufstelle. Am 30. Mai 1868 erhob Weihbischof Kutschker Gießhübl zur Pfarre. Für einen größeren Neubau wurde 1899 der Grundstein gelegt; Steine für die Kirche brach man auf der Kuhheide. Baumeister Rückershäuser errichtete den Bau, den Weihbischof Marschall am 25. Juli 1908 konsekrierte. 1974 wurde der Innenraum neu gestaltet.

Kuhheide und trockene Hanglagen

Die Gießhübler Heide liegt auf trockenem Boden, der schon früh keine Ackernutzung zuließ. Stattdessen wurde die Fläche lange als Weide genutzt: Ein Halter trieb bis zu 200 Kühe durch die Hauptstraße zur Kuhheide und abends wieder zurück. Die offenen Trockenrasen liegen neben den Waldflächen von Eichberg und Hundskogel; auf den steileren Hängen verhinderten die Geländeformen die landwirtschaftliche Nutzung. Tiefgründigere Böden dienten als Wiesen und Äcker. Heute führt eine Route des Naturparks Föhrenberge am Fuß des Trockenrasens vorbei. Nördlich des Waldes schließen Wiesen, Trockenrasen, Äcker und einzelne Weingärten in Hochleiten an.

Schulhaus, Perlhof und Hochleiten

Das 1876 als zweiklassige Schule erbaute Gebäude an der Hauptstraße wurde 1968 zum Gemeindeamt; die frühere Amtsstelle beherbergt heute die Musikschule. Baron Rudolf Gutmann erwarb den Perlhof 1920 und ließ Glashäuser mit Nutzpflanzen und exotischen Gewächsen errichten. Er beschäftigte Gießhübler, unterstützte Bedürftige mit Kohle und förderte die Feuerwehr; ein Rosengarten lag am heutigen Ballspielplatz, ein Alpinum am späteren Spielplatz. In Hochleiten begann 1950 der Bau eines Jungarbeiterdorfes; Bundeskanzler Leopold Figl eröffnete es 1952, Kardinal Theodor Innitzer weihte es. Die Wasserversorgungsanlage ging 1964 in Betrieb. 1996 wurde das Jungarbeiterdorf mangels Bedarfs geschlossen.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Gießhübl auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 154
31.10.2021 · Registerzählung2 399
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 440

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
864
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

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