HÜTTENBERG KENNENLERNEN
Hüttenberg: Eisen, Hochöfen und ein Tibet-Pfad
Hüttenberg liegt im oberen Görtschitztal an den südwestlichen Ausläufern der Seetaler Alpen. Die Marktgemeinde reicht vom Tal hinauf in die Bergbauorte Heft, Knappenberg und Lölling. Zum 1. Jänner 2026 zählte sie 1.244 Einwohnerinnen und Einwohner; ihre Fläche beträgt 134,52 Quadratkilometer.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Hüttenberg (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion
Eisen aus dem Noricum
Schon vor der römischen Zeit wurde im heutigen Gemeindegebiet Eisen gewonnen. Das als ferrum noricum bekannte Eisen war wegen seiner Qualität geschätzt. Der Markt Hüttenberg ist 1266 erstmals urkundlich genannt; als Markt wird er 1367 ausdrücklich bezeichnet. 1492 erhielt der Ort unter Kaiser Friedrich III. ein Wappen. Die Gemeinde wurde 1850 auf knapp zehn Quadratkilometern gegründet. 1865 kam St. Martin am Silberberg hinzu; 1922/24 wurde St. Martin am Silberberg wieder eine selbständige Gemeinde.
Quellen: Hüttenberg (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion · Über die Gemeinde – Marktgemeinde Hüttenberg
Hochöfen und Erzbahn
Der Bau der Holzkohlehochöfen in der Heft begann 1857. Die Anlagen Johann-Ernst und Pulcheria stehen neben weiteren Verarbeitungsbauten; eine Erzbahn brachte das Material zum Erzbunker, ein Schrägaufzug transportierte es den Hang hinauf. Der Hochofen Eduard kam 1882 hinzu. 1869 schlossen sich die vier großen Gewerkenbetriebe zur Hüttenberger Eisenwerks-Gesellschaft zusammen. Die Hochöfen wurden 1901 und 1908 stillgelegt, weil der Standort mit der verkehrsgünstigeren Obersteiermark und ihren reicheren Erzlagern nicht mehr konkurrieren konnte. Die Heft zählt zu den großen historischen Eisenwerksanlagen des 19. Jahrhunderts. Seit der Kärntner Landesausstellung 1995 verbindet eine Glas-Stahl-Konstruktion die alte Bausubstanz mit einer neuen Nutzung als Freilichtmuseum. Der Erzbahnweg macht den früheren Transportweg im Gelände nachvollziehbar.
Quellen: Hüttenberg (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion · Museen Hüttenberg – Marktgemeinde Hüttenberg
Stollen und Bergmannsleben
Der Bergbau endete in Hüttenberg 1978. Zwei Jahre später wurde in Knappenberg ein Schaubergwerk eröffnet. Es nutzt einen 900 Meter langen Erbstollen aus dem Jahr 1567 und zeigt Abbaumethoden, Maschinen, Wetterführung sowie den Transport des Erzes durch Schächte und Stollen. Das Bergbaumuseum ergänzt die unterirdische Anlage um Arbeitsgeräte, Grubenlampen und Zeugnisse des Knappenbrauchtums. Über Tage erinnert der Reiftanz an die Bergmannskultur; er wird alle drei Jahre gefeiert. Die spätgotische Pfarrkirche St. Nikolaus in Hüttenberg ist 1425 erstmals genannt; nach Bränden im 18. und 19. Jahrhundert wurde sie erneuert. Die Bergkapelle gilt als älteste Kapelle Kärntens und ist seit mehr als 300 Jahren mit dem Ort verbunden. Auch der Mineralname Löllingit geht auf den Ort Lölling zurück. 1742 erhielten die Knappen einen Freiheitsbrief; nach einem letzten Aufstand 1759 regelte Maria Theresias Bergordnung die Arbeitsverhältnisse neu.
Quellen: Hüttenberg (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion · Museen Hüttenberg – Marktgemeinde Hüttenberg · Über die Gemeinde – Marktgemeinde Hüttenberg · Pfarrkirche Hüttenberg – Katholische Kirche Kärnten
Heinrich Harrer und der Lingkor
Heinrich Harrer wurde 1912 in Knappenberg geboren. Das nach ihm benannte Museum zeigt auf rund 1.000 Quadratmetern mehr als 5.000 Objekte zu seinen Reisen und Expeditionen. Ein buddhistischer Gebetsraum wurde 1992 vom Dalai Lama geweiht. Gegenüber dem Museum führt der Lingkor als tibetischer Pilgerpfad an der Felswand entlang; er wurde 2002 ebenfalls vom Dalai Lama geweiht. Harrers Expeditionen führten ihn nach Afrika, Borneo, Surinam, auf die Andamanen und zum Rio Xingu. Er war Bergsteiger, Geograph und Sportler; seine Tibetjahre schilderte er im Buch „Sieben Jahre in Tibet“.
Quellen: Hüttenberg (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion · Museen Hüttenberg – Marktgemeinde Hüttenberg
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
