FRIESACH KENNENLERNEN
Friesach: Stadtmauern, Märkte und Silberpfennige
Friesach liegt im Norden des Bezirks Sankt Veit an der Glan. Die Stadtgemeinde zählt 4.830 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 120,81 Quadratkilometer. Altstadt, ehemalige Marktorte und Berglandschaften gehören zu einem weitläufigen Gemeindegebiet mit 43 Ortschaften.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Friesach – Wikipedia, feste Artikelversion
Mauer, Graben und Türme
Die Altstadt bewahrt eine ungewöhnlich geschlossene Befestigungsanlage: Stadtmauern, Wehrtürme und der wasserführende Stadtgraben umgeben den historischen Kern. Auf dem Petersberg stehen Burganlage und Stadtmuseum; dessen Sammlung reicht von römischen Medaillons und gotischen Schlusssteinen bis zu Friesacher Silberpfennigen und romanischen Fresken. Der Fürstenhof mit historischem Getreidespeicher erinnert an die weltliche Verwaltung und den Handel. Kirchen und Klöster ergänzen das Stadtbild: Neben der Stadtpfarrkirche gehören die Deutschordenskirche und das Dominikanerkloster zu den markanten Bauwerken. Die Altstadt steht unter dem Schutz der Haager Konvention für Kulturgut.
Quellen: Friesach – Wikipedia, feste Artikelversion · Tourismus – Stadtgemeinde Friesach
Vom Salzburger Hof zur Münzstätte
Die älteste bekannte urkundliche Nennung des Orts geht auf 860 zurück: Ludwig der Deutsche übertrug damals Güter an Erzbischof Adalwin, darunter einen Hof „ad Friesah“. Schon in der Antike führte die Via Julia Augusta durch das heutige Stadtgebiet, ungefähr entlang der heutigen B 317 zwischen Zwischenwässern und Wildbad Einöd. Graf Wilhelm ließ südöstlich davon zwischen 1016 und 1028 einen Markt anlegen; nach einer Unterbrechung entwickelte er sich zu einem bedeutenden Handelsplatz. 1215 wurde Friesach zur Stadt erhoben und entwickelte sich zur zweitgrößten Stadt des Erzstifts Salzburg. Friesach gehörte lange zum Salzburger Herrschaftsgebiet und prägte im Mittelalter Silbermünzen, die im überregionalen Handel umliefen. 1803 fiel die Stadt im Zuge der napoleonischen Umwälzungen an das Habsburgerreich. Die politische Gemeinde entstand 1850; ihr Gebiet veränderte sich in den folgenden Jahrzehnten durch Abtrennungen.
Metnitz, Olsa und Höhenzüge
Das Gemeindegebiet verbindet das Friesacher Feld mit Teilen des Metnitztals und reicht in die Metnitzer Alpen, den Mödringbergzug und das Guttaringer Bergland. In der Umgebung des Hauptorts mündet die Olsa in die Metnitz. Die Höhenlagen reichen vom rund 630 Meter hoch gelegenen Hauptort bis zu Siedlungen über 1.300 Meter. Verstreute Höfe verbinden Talboden und Bergzüge. Drei Katastralgemeinden – Friesach, St. Salvator und Zeltschach – fassen die räumliche Gliederung zusammen. 1973 wurden Friesach, St. Salvator, Micheldorf und Zeltschach vereinigt; Micheldorf wurde 1992 wieder selbständig.
Bühne und lebendige Baugeschichte
Seit 1950 bespielen die Burghofspiele den historischen Burghof als Theaterraum. Am südlichen Stadtrand zeigt das Burgbauprojekt, wie eine Burg mit überlieferten mittelalterlichen Arbeitsweisen entstehen kann; das Vorhaben begann 2009 und wurde später mit stärkerem touristischem Schwerpunkt weitergeführt. Der Verschönerungsverein von 1881 sammelte verstreute Römer- und Judensteine und stellte Bänke sowie Hinweistafeln auf. In den 1890er Jahren kam ein Schwimmbad hinzu; 1900 übernahm es der Verein. Die Heiligblutkirche dient als Seminarkirche, während die Kirchenruine am Virgilienberg einen weiteren mittelalterlichen Sakralbau dokumentiert. Die Landesausstellung 2001 stand unter dem Motto „Schauplatz Mittelalter“ und widmete sich der Stadtgeschichte.
Quellen: Friesach – Wikipedia, feste Artikelversion · Tourismus – Stadtgemeinde Friesach
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
