ZEMENDORF-STÖTTERA KENNENLERNEN
Zemendorf-Stöttera und der Kirchweiler Kleinfrauenhaid
Zemendorf-Stöttera liegt in der Wulkaebene nordöstlich von Mattersburg. Das Gemeindegebiet umfasst die zusammengewachsenen Ortschaften Zemendorf und Stöttera sowie den Kirchweiler Kleinfrauenhaid. Auf 12,83 Quadratkilometern leben 1.332 Menschen (Stand 1. Jänner 2026). Die Pfarr- und Wallfahrtskirche in Kleinfrauenhaid, die Filialkirche in Zemendorf und die Kirche in Stöttera zeigen, dass die Gemeinde trotz der Nähe ihrer Ortsteile mehrere klar unterscheidbare religiöse Zentren besitzt.
Zwei Dörfer und ein Kirchweiler
Zemendorf und Stöttera liegen so nahe beieinander, dass ihre Siedlungsränder zusammengewachsen sind. Beide befinden sich an der Wulka, wenige Kilometer nordöstlich von Mattersburg. Kleinfrauenhaid nimmt eine andere Rolle ein: Der Ort ist ein Kirchweiler und Wallfahrtsziel, kein drittes gleichartiges Dorfzentrum. Diese Gliederung ist wichtig, wenn man die Sehenswürdigkeiten besucht: Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt steht in Kleinfrauenhaid, die Filialkirche des heiligen Michael in Zemendorf und die Kirche zur Kreuzerhöhung in Stöttera.
Gemeinsame Verwaltung, eigene Ortsgeschichte
Frühe Funde verweisen auf lange Besiedlung: Zwischen Stöttera und Kleinfrauenhaid lag ein keltisches Dorf. Ein mittelalterlicher Münzschatz aus Zemendorf enthält Stücke aus den Jahren 1191 bis 1233. Die moderne Gemeinde entstand schrittweise. Zemendorf und Stöttera beschlossen 1938 eine gemeinsame Volksschule und wurden 1939 vereinigt. 1971 kamen sie mit Pöttelsdorf zu einer Großgemeinde zusammen, die 1991 wieder aufgelöst wurde. Seitdem führt Zemendorf-Stöttera die Verwaltung eigenständig, mit Verwaltungssitz in Zemendorf. Bei Renovierungsarbeiten in einem Zemendorfer Keller kam 1998 eine römische Fußbodenheizung zum Vorschein.
Kleinfrauenhaid als Wallfahrtsort
Das religiöse Zentrum der Gemeinde liegt in Kleinfrauenhaid. Die Diözese Eisenstadt führt die Pfarre mit einer Pfarr- und Wallfahrtskirche zu Mariä Himmelfahrt; der Kirchenbau wurde 1692 bis 1699 errichtet und 1699 geweiht. Die Filialkirche in Zemendorf geht auf eine 1716 erbaute Sebastianikapelle zurück und wurde später umgebaut. In Stöttera steht die Kirche zur Kreuzerhöhung, deren Bau auf 1751 datiert wird. Diese Daten zeigen, wie die drei Orte ihren eigenen kirchlichen Mittelpunkt entwickelten, während sie heute eine politische Gemeinde bilden. Die Wallfahrt verbindet Kleinfrauenhaid mit einem Einzugsgebiet über die Gemeinde hinaus. Nach der Zerstörung von Kirche und Pfarrhof 1683 förderte Fürst Paul Esterházy den Wiederaufbau und stiftete ein Gnadenbild, das 1694 in der Kirche aufgestellt wurde. 1710 kamen 28 Pfarrherren mit Gläubigen in Prozessionen nach Kleinfrauenhaid.
Gegenwart in einem gegliederten Gemeindegebiet
Nach dem Zweiten Weltkrieg begannen zwei provisorische Gemeindeausschüsse mit dem Aufbau einer Wasserversorgung und Kanalisation; auch das Straßennetz wurde ausgebaut. Brücken wurden instand gesetzt und die Kirche renoviert. Diese Arbeiten stellten die örtliche Infrastruktur nach den Kriegsjahren wieder her. In den Jahrzehnten danach kamen der Ausbau der Güterwege und ein eigenständiger Verwaltungssitz in Zemendorf hinzu. Die beiden Orte bilden eine politische Gemeinde, behalten aber ihre eigenen Ortskerne und Wegebeziehungen in der Wulkaebene. In Kleinfrauenhaid eröffnete die Gemeinschaft Cenacolo 1997 ihren ersten österreichischen Standort; sie begleitet junge Menschen in Krisensituationen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Zemendorf-Stöttera – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Pfarre Kleinfrauenhaid – Diözese Eisenstadt
- Pfarre – Gemeinde Zemendorf-Stöttera
- Historie – Gemeinde Zemendorf-Stöttera
- Wallfahrtskirche Kleinfrauenhaid – Diözese Eisenstadt
- Gemeindenachrichten 3/2022 – Gemeinde Zemendorf-Stöttera
Stand der Angaben: 08.10.2026
