FORCHTENSTEIN KENNENLERNEN
Forchtenstein: Burg über dem Wulkatal
Forchtenstein liegt am Osthang des Rosaliengebirges im nördlichen Burgenland. Über dem Wulkatal erhebt sich die Burg, deren Ursprünge um 1300 liegen. Das Gemeindegebiet reicht vom Tal in die bewaldeten Höhen und umfasst die Katastralgemeinden Forchtenau und Neustift an der Rosalia. Burg und Rosalienkapelle sind zwei verschiedene Orte: Die Burg steht am Fels über dem Ort, die Wallfahrtskirche hl. Rosalia auf dem Heuberg.
Osthang und Wulkatal
Die Gemeinde erstreckt sich an der Ostseite des Rosaliengebirges. Von der Ebene fällt der Blick nach Westen zu den bewaldeten Höhen; auf einem Felsvorsprung über dem Wulkatal steht die Burg. Im Gemeindegebiet liegt auch das Quellgebiet der Wulka, die nach Nordosten zum Neusiedler See fließt. Die Katastralgemeinden Forchtenau und Neustift an der Rosalia bilden zusammen Forchtenstein. Zu den kleineren Siedlungen und Lagen zählen Hofleiten, Rosalia und Schreinermühle. Der Höhenunterschied zwischen Tal und Berg prägt Wege, Siedlungsform und Aussichtspunkte. Die Rosalienkapelle steht auf dem Heuberg, der höchsten Erhebung des Rosaliengebirges, und ist räumlich von der Burganlage getrennt.
Grenzburg der Mattersdorfer Grafen
Die Ursprünge der Burg reichen laut Esterházy um das Jahr 1300 zurück. Die Mattersdorfer Grafen errichteten sie nach der Zerstörung ihrer Burg im heutigen Mattersburg als neue Wehranlage über dem Wulkatal. Der Bergfried gehört zum ältesten Mauerbestand; sein Schlussstein trägt das Wappen des Grafengeschlechts. Mitte des 15. Jahrhunderts starb die Familie im Mannesstamm aus, anschließend fiel die Burg für rund 170 Jahre an die Habsburger. 1622 erhielt Nikolaus Esterházy die Herrschaft zunächst als Pfand, vier Jahre später wurde sie erblich. Unter ihm kamen Basteigürtel, Küche, Kapelle und Wohnbereiche hinzu. Sein Sohn Paul I. baute das Hochschloss in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts aus.
Burgsammlung und Wallfahrtsorte
Nach dem Tod Pauls I. wandelte sich die militärische Funktion der Anlage. Die Burg diente als Aufbewahrungsort für die Kostbarkeiten der Schatzkammer und als Depot für Waffen; außerdem beherbergte sie Archiv und Generalkassa. Die erhaltene Kunstkammer bewahrt Objekte aus der Sammlungsgeschichte der Esterházy. Davon zu unterscheiden ist die Rosalienkapelle auf dem Heuberg: Fürst Paul ließ zu Ehren der Pestpatronin Rosalia ab 1666 eine Kirche errichten; der Bau der steinernen Kirche begann 1670, geweiht wurde sie 1680. Im Ort selbst steht die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Ihr Zubau enthält die sogenannte Heilige Stiege, die der römischen Scala Santa nachempfunden ist. Burg, Pfarrkirche und Bergkapelle bilden daher drei eigenständige religiöse und historische Orte innerhalb der Gemeinde.
Zwei Gemeindeteile, gemeinsame Geschichte
Forchtenau und Neustift an der Rosalia waren bis zur Gemeindezusammenlegung eigenständige Gemeinden. 1971 wurde der Zusammenschluss beschlossen; ab 1972 hieß die Gemeinde Forchtenstein. Neustift liegt höher in Richtung Rosalia; dort führt der Weg zum Heuberg und zur Wallfahrtskirche. Die Wulkaquellen liegen im Talbereich.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
