GEMEINDE · BURGENLAND

Hirm

Archäologische Fundorte, Zuckerfabrikgeschichte und ein eigener Kirchenbau

GEMEINDEKENNZIFFER10603
Gemeindeamt in Hirm
Gemeindeamt in Hirm · Foto: Steindy · „Hirm - Gemeindeamt (01)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 127
01.01.2026
Fläche
3,12 km²
Bevölkerungsdichte
361,8
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7024
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

HIRM KENNENLERNEN

Hirm: Spuren unter der Ebene

Hirm verbindet im Nordburgenland eine lange Siedlungsgeschichte mit der industriellen Prägung durch die Zuckerfabrik des 19. Jahrhunderts. Funde aus der Kupferzeit und der Bronzezeit liegen im Gemeindegebiet; später veränderte der Fabriksbetrieb den kleinen Ort und brachte neue Wohn- und Arbeitsorte hervor. Die Kirche erzählt ebenfalls von Hirmer Lebenswelten: Sie wurde von Fabriksarbeitern errichtet, während die Bauern den Bau mitfinanzierten.

Funde im Gemeindegebiet

Archäologische Funde aus der Kupferzeit weisen auf frühe Nutzung des Hirmer Gebiets hin. Beim Bau der Schnellstraße S31 kamen Brandgräber aus der späten Bronzezeit ans Licht. Auch von der Eisenzeit, der Römerzeit und dem Frühmittelalter sind einzelne Funde bekannt. Auf den Kirchäckern lag ein römischer Gutshof; Münzen, Keramik und Gräber ergänzen das Bild. Der heutige Ortskern liegt zwischen den größeren Siedlungen des Bezirks.

Zuckerfabrik und Arbeitersiedlung

1850 errichtete Peter Daniel Rothermann in Hirm eine Zuckerfabrik. Der Betrieb brachte Arbeitsplätze und ließ den Ort wachsen. Der Kulturhistorische Pfad ordnet die Fabrik in ein Ensemble aus Bahnstation, Arbeiterwohnhaus, Schwefelbrunnen und dem früheren Herrenhausgarten ein. Der Garten ist heute als Friedenspark bekannt. Zusammen erzählen diese Orte, wie eng Produktion, Wohnen und Freizeit in einem kleinen Industrieort verbunden waren. Der Fabrikschlot galt als markanter Teil der Anlage; seine Geschichte steht für den Wandel, den die Zuckerindustrie in Hirm auslöste. Während des Zweiten Weltkriegs stand die Fabrik unter Kontrolle der Hauptvereinigung der Deutschen Zuckerwirtschaft in Berlin; 1941 wurde sie geschlossen. 1944 lagerten dort Materialien für die Wiener Neustädter Flugzeugwerke, als amerikanische Flugzeuge das ehemalige Fabrikareal bombardierten. In den 1960er-Jahren entstanden auf dem Gelände neue Produktionsstätten.

Kirche und Friedhof

Die römisch-katholische Pfarre Hirm ist dem heiligen Rochus geweiht. Eine ältere Kapelle dürfte um 1740 errichtet worden sein; 1897 brannte sie nach einem Kerzenbrand ab. Im Jahr darauf entstand ein neugotischer Neubau. Fabriksarbeiter ließen die Kirche errichten, Bauern beteiligten sich an den Kosten und wünschten, dass sie dem Dorf zugewandt sei. Daher steht der Altar im Westen. Lange gehörte Hirm zur Mutterpfarre Kleinfrauenhaid. Der Friedhof liegt bis heute bei der dortigen Wallfahrtskirche, einige hundert Meter außerhalb von Hirm. Diese Trennung geht auf die frühere Pfarrorganisation zurück.

Franz Renisch und lokale Erinnerung

Der Publizist Franz Renisch wurde 1914 in Hirm geboren. Über Wien führte sein Lebensweg in eine größere akademische und publizistische Öffentlichkeit. 1993 erhielt er den Publizistikpreis der Burgenlandstiftung Theodor Kery für seine zweibändige Biografie über den Bildhauer Gustinus Ambrosi. Die Gemeindeseite hebt hervor, dass Renisch das Werk nach langjähriger Recherche selbst verlegte. Seine Geschichte verbindet Hirm mit einer überregionalen Kulturbiografie. Im örtlichen Kulturpfad liegt der Akzent dagegen auf der sozialen Entwicklung des Industrieorts. Beide Perspektiven ergänzen einander: Die eine folgt einer Person aus dem Dorf in die Welt der Kunst und Publizistik, die andere beschreibt den Wandel von Arbeit, Wohnen und öffentlichem Raum innerhalb Hirms.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Hirm auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung944
31.10.2021 · Registerzählung1 031
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 127

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
412
NUTS-3-Region
Nordburgenland (AT112)

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