ANTAU KENNENLERNEN
Antau an der Wulka
Antau liegt in der Wulkaebene am Fluss, der dem Ort eine natürliche Achse gibt. Die Gemeinde ist mit 842 Einwohnerinnen und Einwohnern und 8,75 Quadratkilometern klein; das Gemeindegebiet umfasst nur die gleichnamige Ortschaft (Stand 1. Jänner 2026). Neben den Flussauen und Feldern prägen eine katholische Pfarrkirche, Kapellen und Bildstöcke das Ortsgefüge. Antaus Geschichte ist außerdem von der burgenlandkroatischen Volksgruppe und von einer wechselvollen kommunalen Zugehörigkeit geprägt.
Ein Dorf an der Wulka
Antau liegt im Wulkatal; die Ortschaft befindet sich unmittelbar am Fluss. Die Wulka fließt zum Neusiedler See und verbindet so das Dorf mit einem größeren Landschaftsraum. Anders als in Gemeinden mit mehreren Ortsteilen ist Antau selbst der einzige Ort und zugleich die einzige Katastralgemeinde. Felder, Bach- und Flussränder sowie die kompakte Siedlung bilden daher ein überschaubares Ganzes. Diese unmittelbare Nähe zu Wasserläufen zeigt sich auch in den historischen Quellen, die Mühlen, Wiesen und den Fluss als Orientierungspunkte nennen.
Ein Ort mit ungarischen und kroatischen Spuren
1245 wird Antau erstmals urkundlich erwähnt. Eine Urkunde von 1390 überliefert die Form Zantho und nennt eine Wiese an der Bulka, dem heutigen Fluss Wulka. Nach den Kriegszügen des frühen 16. Jahrhunderts wurden kroatische Siedler angesiedelt; die burgenlandkroatische Bevölkerung gehört seither zur Ortsgeschichte. Bis 1921 gehörte Antau zu Ungarn und musste ab 1898 amtlich Selegszántó heißen. Mit der Angliederung des Burgenlandes an Österreich änderte sich die staatliche Zugehörigkeit, die Lage am Fluss blieb eine wichtige Orientierung für den Ort. 1786 wurde außerhalb des Dorfes ein neuer Friedhof geweiht, 1793 entstand der Pfarrhof und 1799 sollte ein neues Schulhaus errichtet werden. 1848 erhielt Antau eine eigene Gemeindevertretung. Bis ins 18. Jahrhundert war das Dorf auf mehrere Grundherrschaften verteilt; gegen Ende dieser Zeit drohte es zu veröden.
Mühlen, Karte und Dorfleben
Die barocke Walter-Karte von 1750/54 zeigt Häuserzeilen, drei Mühlen, die Anna-Kapelle und mehrere Bildstöcke. Im 19. Jahrhundert wurde das Gemeindegebiet vermessen; 1866 entstand ein genaues Grundbuch, das 143 nummerierte Häuser erfasste. 1879 kam auf Antauer Hottergebiet ein Bahnhof an der Bahnlinie von Ödenburg nach Ebenfurth hinzu. Nach häufigen Bränden wurde 1888 eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Karte, Grundbuch, Bahnhof und Feuerwehr dokumentieren verschiedene Schritte der örtlichen Entwicklung.
Kirche, Sprache und Selbstständigkeit
Die Pfarrkirche ist dem heiligen Andreas geweiht. In ihr wird heute auf Deutsch und Kroatisch Gottesdienst gefeiert. Nach dem Ersten Weltkrieg ermöglichten Spenden zweier aus Antau stammender Brüder umfangreiche Verbesserungen an der Kirche: Elektrifizierung, Kirchenstühle, zwei Glocken und neue Altäre. Der damalige Pfarrer gründete 1925 auch die örtliche Raiffeisenkasse. Antau und Hirm waren von 1971 bis 1991 zu einer Gemeinde zusammengelegt. Nach der Trennung investierte Antau in kommunale Einrichtungen und errichtete eine eigene Volksschule. Damit erhielt die selbstständige Gemeinde wieder wichtige Einrichtungen für den Alltag vor Ort.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
