KRENSDORF KENNENLERNEN
Krensdorf, Geschichte zwischen Bach und Hexenhügel
Krensdorf liegt in einer flachen Tallandschaft zwischen Rosalien- und Leithagebirge; Edlesbach und Hirmerbach prägen das Gewässernetz. Die Gemeinde zählt 624 Einwohnerinnen und Einwohner auf 7,79 Quadratkilometern (Stand 1. Jänner 2026). Der markante Hexenhügel an der Grenze zu Stöttera ist ein hallstattzeitliches Hügelgrab und gehört zu den ältesten Zeugnissen im Ortsumfeld. Auch die jüngere Geschichte Krensdorfs ist von Grenzverschiebungen geprägt: Nach einer Zusammenlegung mit Sigleß wurde die Gemeinde 1998 wieder selbstständig.
Talsiedlung im Mattersburger Bezirk
Krensdorf liegt als kompakte Talsiedlung im Flachland zwischen den Höhenzügen von Rosalia und Leithagebirge. Edlesbach und Hirmerbach ziehen durch das Gemeindegebiet; Wald und landwirtschaftlich genutzte Flächen wechseln einander ab. Wege führen durch die waldreiche Umgebung und verbinden das Dorf mit den Nachbarorten. Die Landwirtschaft ist bis heute ein prägender Teil der Ortsgeschichte und des Landschaftsbildes.
Der Hexenhügel und frühe Siedlungsspuren
Funde aus der Jungsteinzeit und zwei Gräber aus der Urnenfelderzeit belegen frühe Nutzung des Gebiets. Das auffälligste Bodendenkmal ist der Hexenhügel an der Ortsgrenze zu Stöttera: ein hallstattzeitlicher Grabhügel mit über drei Metern Höhe und rund 50 Metern Durchmesser. Auch in römischer Zeit lag das Gebiet in der Provinz Pannonia. Bei einer Grabung 1933 wurde eine hölzerne Grabkammer von 6,6 mal 4,4 Metern freigelegt; darin fanden sich drei bis vier Brandbestattungen aus unterschiedlichen Zeiten. Flachgräber der Hallstattkultur umgaben den Hügel.
Von der Grafschaft zur wieder selbstständigen Gemeinde
Krensdorf gehörte im Mittelalter zur Grafschaft Forchtenstein; 1232 ist der Name als Chrenstorf, 1289 als Chreinstorf belegt. Im 13. Jahrhundert bestand das Dorf aus 27 Lehenshöfen und sieben zusätzlichen Hofstätten; 1589 zählte man 44, 1675 bereits 94 Häuser. Das Urbar von 1588/89 beschreibt Krensdorf als vergleichsweise wohlhabend. Wie der übrige Teil des Burgenlandes gehörte Krensdorf bis 1921 zu Ungarn; der amtliche Name Tormafalu wurde ab 1898 im Zuge der Magyarisierung vorgeschrieben. 1971 wurde Krensdorf gegen einen Beschluss des Gemeinderats mit Sigleß zusammengelegt. In einer Volksbefragung 1996 sprachen sich beide Orte für die Trennung aus; 1998 wurde Krensdorf wieder eigenständig. 1751 waren 31 Personen im Handel tätig; Getreidehandel und Vorspanndienste für Kaufleute waren wichtige lokale Einkommensquellen.
Pfarrkirche und Dorfzeichen
Die katholische Pfarrkirche ist dem heiligen Sigismund geweiht und steht auf erhöhter Lage. Eine Kirche ist hier seit dem 15. Jahrhundert belegt; spätere Umbauten und ein Neubau im 18. Jahrhundert formten das heutige Gotteshaus. Im Ort und entlang der Wege stehen außerdem die Sebastianssäule, die Johannessäule, das Fischkreuz und die Dorfmeisterkapelle. Zum Krensdorfer Kirtag gehört der Brauch des Pflugtragens: Ein Modell eines pflügenden Bauern wird beim Umzug zum Gasthaus getragen, wo der Kirtagstanz stattfindet. Der Krensdorfer Kirtag wird am vierten Sonntag nach Ostern gefeiert. Landwirtschaft ist dabei nicht nur Thema der Ortsgeschichte, sondern auch im Festbrauch präsent.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
