WOLFAU KENNENLERNEN
Wolfau zwischen Lafnitz und Stögersbach
Wolfau liegt im oberen Lafnitztal am Zusammenfluss von Lafnitz und Stögersbach. Die Marktgemeinde umfasst 15,02 Quadratkilometer und hat 1.514 Einwohner (1. Jänner 2026). Landwirtschaft, Wald und Flussauen prägen das Gemeindegebiet.
Spuren vor der ersten Urkunde
Funde aus dem Jahr 1934 geben Hinweise auf Besiedlung vor der Römerzeit. Auf der Thörwiese kamen Reste eines Grabdenkmals zutage, die heute im Landesmuseum in Eisenstadt verwahrt werden. Sie werden einer keltisch-pannonischen Bevölkerung zugeordnet. Eine Urkunde von 1257 berichtet von der Grenzwächtersiedlung „Erunsd“ zwischen den heutigen Orten Wolfau und Allhau. Wolfau selbst wird 1365 als „Walho“ genannt. Die Schreibweise wandelte sich danach mehrfach: 1455 erscheint „Walfaw“, 1481 „Valho“, 1496 „Balfo“, später „Balhó“ und „Bolfau“.
Herrschaftswechsel und Marktgemeinde
Wolfau gehörte von 1257 bis 1365 der ungarischen Adelsfamilie Köveskuti und kam danach zur Herrschaft Buchschachen. 1482 ging das Eigentum an Wilhelm und Georg Baumkircher über; damit wurde Wolfau Teil der Herrschaft Schlaining. Diese fiel 1527 an die ungarische Hochadelsfamilie Batthyány und blieb bis 1849 in deren Besitz. Wie das übrige Burgenland gehörte der Ort bis 1920/21 zu Ungarn und kam danach zum neuen Bundesland Burgenland. Zwischen 1869 und 1961 sank die Einwohnerzahl zeitweise: 1869 lebten 1.561 Menschen in Wolfau, 1961 waren es 1.211. Die Erhebung zur Marktgemeinde erfolgte 1992; am 20. September desselben Jahres erhielt Wolfau sein Gemeindewappen.
Katholische Pfarrkirche und evangelische Turmschule
Die katholische Pfarre Wolfau ist 1674 erstmals urkundlich belegt. Eine Holzkirche wurde 1732 durch einen kleinen Bau aus dauerhaftem Material ersetzt. Die Kirche wurde im Lauf der Zeit wiederholt verändert, vergrößert und restauriert; eine jüngere Restaurierung erfolgte 1997 bis 2000. Das Altarbild von 1903 zeigt die Heilige Dreifaltigkeit und stammt von Olga Schoklitsch. Zur Pfarre gehört auch die Filiale Markt Allhau. Eine zweite religiöse Tradition ist evangelisch: Wolfau ist Tochtergemeinde der Pfarrgemeinde A.B. Markt Allhau. Die Turmschule von 1910 dient als Bethaus; das frühere Schulhaus wurde 1831 errichtet. Zusammen bilden die Gebäude sichtbare Zeugnisse zweier konfessioneller Wege im Ort.
Flussauen als Lebensraum
Lafnitz und Stögersbach treffen im Gemeindegebiet zusammen und begrenzen teilweise das Naturschutzgebiet Lafnitz-Stögersbach-Auen. Die Lafnitz mäandriert dort in einem naturnahen Verlauf. Flussregenpfeifer, Flussuferläufer und Eisvogel gehören zu den Vogelarten dieses Auenraums. Auch die Fischfauna umfasst unterschiedliche Arten: Bachforelle, Äsche, Aitel, Barbe, Nase und Hecht leben in Lafnitz und Stögersbach; Steinbeißer und Bachneunauge werden als seltene Kleinfische genannt. Im Gemeindewappen stehen Ähre und Baum für Landwirtschaft und Wald, die Mauer verweist auf das Handwerk. Ein blauer Wellenbalken repräsentiert die Lafnitz, die zugleich die steirische Landesgrenze bildet. Die blaue Quadermauer reicht bis in den Flussbalken und deutet den Zusammenfluss beider Gewässer an.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
