SANKT JOHANN IN DER HAIDE KENNENLERNEN
Sankt Johann in der Haide zwischen Lafnitz und Hartberg
Sankt Johann in der Haide liegt östlich von Hartberg an der steirisch-burgenländischen Grenze. Die Gemeinde hat 2.342 Einwohner (1. Jänner 2026) und 23,53 Quadratkilometer Fläche. Ein bewaldeter Höhenzug, die Lafnitz und das Gewerbegebiet an der A2 stehen für sehr unterschiedliche Seiten des Ortes.
Zwischen Bachlauf und Ghartwald
Der Lungitzbach durchzieht die Gemeinde und teilt die Siedlungsräume: Westlich davon liegen fast alle Ortschaften, östlich breitet sich der Ghartwald aus. Im Osten bildet die Lafnitz die Landesgrenze zum Burgenland; nach Westen öffnen sich die Täler in Richtung Hartberg. Die sieben Ortschaften umfassen neben dem Hauptort Schölbing, Unterlungitz und kleinere Siedlungen. Der Name „in der Haide“ führt dabei in die Geschichte der Landschaft: Er geht nicht auf offene Heideflächen zurück, sondern auf das mittelhochdeutsche „Hart“ für Wald. Der Ghartwald ist ein sichtbarer Rest dieser älteren Waldlandschaft und prägt den östlichen Rand des Gemeindegebiets.
Ein Gewerbestandort an der Autobahn
Die Arbeitsstättenzählung 2024 verzeichnete in Sankt Johann 211 Arbeitsstätten und 1.484 Beschäftigte am Arbeitsort; auf den sekundären Sektor entfielen 50,8 Prozent der Beschäftigten. Der Gewerbepark liegt bei der Autobahnabfahrt Hartberg neben der B50. Dort verkauft die Teubl-Gruppe Baustoffe an gewerbliche Kunden, berät bei Bau- und Renovierungsvorhaben und führt einen Fachmarkt für Werkzeuge. Die Gemeinde bietet an diesem Standort weitere erschlossene Gewerbeflächen an. Neben der Herstellung von Waren gehört damit auch der Handel zu den Tätigkeiten vor Ort, und die Autobahnanbindung macht größere Absatzgebiete erreichbar.
Ein Dorf an einer lange umkämpften Grenze
Die erste urkundliche Nennung als Rudigersdorf stammt aus dem Jahr 1147. Der heutige Ortsname setzte sich später durch; die Zusatzbezeichnung erinnert an den gerodeten Wald. Bis 1921 verlief an der Lafnitz die Grenze zwischen Österreich und Ungarn, heute trennt sie Steiermark und Burgenland. Diese Grenzlage brachte wiederholt Konflikte in den Ort. Zugleich hat Sankt Johann seine heutige Form durch Eingemeindungen erhalten: Altenberg, Schölbing und Unterlungitz wurden 1969 angeschlossen. Dadurch liegen eigenständige Dorfkerne und ältere Kirchen heute innerhalb einer Gemeinde. Von früheren Kriegszeiten sind nur wenige historische Bauten erhalten; die Filialkirche in Schölbing und Kapellen in den Ortsteilen gehören zu den sichtbaren Bezugspunkten dieser verstreuten Ortsgeschichte.
Bahn und Wanderziele im Alltag
Die Thermenbahn hält im Gemeindegebiet; von der Haltestelle Sankt Johann bestehen Verbindungen Richtung Hartberg und Wien. Parallel dazu führen die A2 und die B50 durch oder an den Siedlungen vorbei. Im Ort selbst verbindet der Lungitzbach die zentralen Bereiche, während Wege Richtung Mitterberg und Altenberg in die hügeligere Landschaft führen. Die Loretto-Kapelle in Mitterberg steht auf einer Waldlichtung und wird von Spaziergängern und Wanderern angesteuert. Ein Bildstock mit Ruheplatz zwischen Schölbing und Habersdorf schafft einen zweiten Ort zum Innehalten. Die Gemeinde reicht so vom Gewerbepark mit schneller Autobahnanbindung bis zu kleinen Kapellenwegen im Hügelland.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Sankt Johann in der Haide – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle
- Gemeinde Sankt Johann in der Haide – Gewerbegebiet
- Gemeinde Sankt Johann in der Haide – Gemeindewebsite und Ortsbeschreibungen
- Regionalentwicklung Oststeiermark – Sankt Johann in der Haide
- Teubl-Gruppe – Standort Sankt Johann in der Haide
Stand der Angaben: 14.10.2026
