OSSIACH KENNENLERNEN
Ossiach am See: Klosterkirche und Musikgeschichte
Ossiach liegt am Südufer des Ossiacher Sees. Die Gemeinde zählt am 1. Jänner 2026 718 Einwohnerinnen und Einwohner auf 17,34 Quadratkilometern. Über Jahrhunderte bestimmte das Benediktinerstift den kleinen Ort. Seine Kirche verbindet romanische Grundformen mit barocker Ausstattung; heute ist das Stiftsensemble zugleich ein wichtiger Schauplatz des Carinthischen Sommers.
Ein Kloster am Seeufer
Das Benediktinerstift Ossiach wurde kurz vor 1028 gegründet. Die Gründung wird Graf Ozi und seiner Gemahlin Glismod zugeschrieben; die Kirche ist 1028 erstmals urkundlich erwähnt. Die Klosterkirche Mariae Himmelfahrt nimmt den nördlichen Teil der ehemaligen Klosteranlage ein. Der Bau misst rund 31 Meter in der Länge, 14 Meter in der Breite und 10,3 Meter in der Höhe; der Turm erreicht etwa zwölf Meter. Ihre romanische dreischiffige Pfeilerbasilika mit Hallenkrypta entstand vermutlich vor 1028. Drei Rundapsiden gehören zu dieser frühen Bauphase. Eine ältere, kleinere Kirche könnte vorausgegangen sein. Unter Abt Christoph Caponig erwarb das Kloster 1672 Schloss Wernberg; viele Mönche zogen dorthin, während eine kleinere Gemeinschaft in Ossiach Seelsorge und Schulbildung weiterführte.
Brand, Aufhebung und neue Nutzungen
Ein Brand zerstörte 1484 große Teile des Klosters. Die Schule im Stift ist 1541 erstmals schriftlich belegt. Zwischen 1737 und 1746 wurde die Kirche barock erneuert. Wessobrunner Stuck und Fresken des Kärntner Malers Josef Ferdinand Fromiller prägen den Innenraum. Eine Barockorgel von Franz Knoller wird ungefähr auf 1680 datiert; die heutige Hauptorgel der Firma Metzler entstand 1971. Kaiser Joseph II. hob das Kloster 1783 auf; die Kirche blieb als Pfarrkirche erhalten. In den folgenden Jahrzehnten wurden Teile der Klostergebäude abgetragen und die verbliebenen Räume unterschiedlich genutzt. Zwischen 1872 und 1879 diente das ehemalige Stift als Dragonerkaserne, später war dort ein Staatshengstenposten untergebracht. Der Kreuzgang ist nicht erhalten. Die Klostergebäude wurden von 1965 bis 1975 restauriert.
Carinthischer Sommer und Kulturort
Der Carinthische Sommer wurde 1969 in Ossiach gegründet. Zu den Gründern gehörten der damalige Pfarrer Jakob Stingl und der Musiker Helmut Wobisch. Das Stift wurde zum Ausgangspunkt des Festivals, das seit 2003 auch weitere Spielorte in Kärnten bespielt. Jährlich im August findet außerdem ein Kunsthandwerksmarkt statt, bei dem Kunstschaffende aus dem In- und Ausland Arbeiten aus Ton, Holz, Glas, Textil und Malerei präsentieren.
Uferlandschaft und Verbindung über den See
Das Siedlungsgebiet liegt zwischen dem südlichen Seeufer und den bewaldeten Hängen des Ossiacher Tauern. Die Schifffahrt verbindet Ossiach mit Orten am gegenüberliegenden Ufer; Straßen führen nach Feldkirchen und Villach. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Sommertourismus am See. Die sechs amtlichen Ortschaften heißen Alt-Ossiach, Ossiach, Ostriach, Rappitsch, Tauern und Untertauern. Am flachen Südufer treffen Schilfzonen und bewaldete Hänge unmittelbar aufeinander. Vom Ufer aus öffnet sich der Blick über den See zum gegenüberliegenden Nordufer; die Klosteranlage liegt nahe am Wasser und bleibt vom See aus als markanter Baukörper sichtbar.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
