TRAUSDORF AN DER WULKA KENNENLERNEN
Trausdorf an der Wulka: Weinort mit einer ungewöhnlichen Flugplatzgeschichte
Die Wulka gibt Trausdorf seinen Namenszusatz und verortet die Gemeinde im nördlichen Burgenland. In der Nähe Eisenstadts verbinden sich hier Weinbau, burgenlandkroatische Kultur und die Geschichte eines früheren Flugplatzes. Trausdorf an der Wulka gehört zum Bezirk Eisenstadt-Umgebung und verzeichnete am 1. Jänner 2026 insgesamt 2.142 Einwohner. Die amtliche Fläche beträgt rund 15,44 Quadratkilometer. Obwohl die Gemeinde nur eine Ortschaft umfasst, gehören mehrere Feriensiedlungen und weitere Einzellagen zu ihrem Gebiet. Ortskern und ehemalige Flugplatzfläche erzählen dabei sehr unterschiedliche Geschichten über die Nutzung und Veränderung des Raums.
Vom Militärflugplatz zum Sportflugbetrieb
Das österreichische Bundesheer errichtete 1936 einen Flugplatz in Trausdorf. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 übernahm ihn die Wehrmacht und nutzte ihn bis zum Kriegsende. Auf eine Unterbrechung folgte ab 1957 der Sportflugbetrieb durch den Union Sportflieger Club. Klein- und Segelflugzeuge konnten auf zwei Bahnen von 1.100 und 800 Metern Länge starten und landen. Hangars, ein Tower und weitere Einrichtungen kamen hinzu. Die zunehmende Lärmbelastung führte schließlich zu Konflikten. Nach einem längeren Rechtsstreit und dem Ende der Verpachtung wurde der Flugplatz 1994 vollständig geschlossen.
Eine große Begegnung auf dem Flugfeld
Noch während der Zeit des Flugbetriebs erhielt das Gelände eine ganz andere Funktion: Am 24. Juni 1988 feierte Papst Johannes Paul II. dort mit rund 100.000 Menschen einen Gottesdienst. Dieses Ereignis machte Trausdorf für einen Tag zu einem überregionalen religiösen Treffpunkt. Es gehört zur Geschichte derselben Fläche, auf der zuvor Militär- und später Sportflugzeuge unterwegs waren. Bei einem Blick auf den ehemaligen Flugplatz sind diese Nutzungen zeitlich auseinanderzuhalten. Die Papstmesse war ein einzelnes Großereignis, während der Flugbetrieb die Entwicklung des Geländes über viele Jahre bestimmte.
Weinbau und burgenlandkroatische Kultur
Alte Häuser mit weißen Giebelfassaden und Buschenschanken gehören zum beschriebenen Ortsbild Trausdorfs. Die kroatische Besiedlung steht in Verbindung mit dem Wiederaufbau nach den Zerstörungen von 1529 und 1532. Bis heute zählt die Gemeinde zum Siedlungsgebiet der burgenlandkroatischen Volksgruppe. Einen jüngeren Ausdruck dieser Kultur bildet die 2016 gegründete Frauenklapa „Evo nas“. Die Gruppe ergänzt die historische Betrachtung um eine konkrete musikalische Initiative. Zum örtlichen Vereinsleben gehört außerdem die Freiwillige Feuerwehr, die 1889 gegründet wurde. Ihre Entwicklung führt vom damaligen Spritzenhaus zu den späteren Feuerwehrbauten und Fahrzeugen.
Rokoko und ältere religiöse Wegmarken
Die 1767 errichtete Pfarrkirche ist ein Bau des Rokoko. Ihr neobarocker Hochaltar kam 1897 hinzu und zeigt, dass auch ein stilistisch zugeordnetes Gebäude Ausstattungen verschiedener Zeiten enthalten kann. Die Mariensäule von 1642 ist älter als die heutige Kirche. Weitere Denkmäler sind eine Pestsäule von 1680, eine Dreifaltigkeitssäule aus dem Jahr 1838 und ein Sühnekreuz. Diese zeitlich gestaffelten Zeugnisse ergänzen die Weinbauarchitektur des Ortes. Auch die denkmalgeschützte Weingartenmühle gehört zum historischen Bestand Trausdorfs und erinnert an eine weitere Form der früheren wirtschaftlichen Nutzung.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
