ESCHENAU KENNENLERNEN
Eschenau: Ökodorf und Kaiserkogelhütte
Eschenau liegt in einem Seitental des Traisentals im Bezirk Lilienfeld. Die Gemeinde zählt 1.273 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 24,71 Quadratkilometern. Das Prädikat „Ökodorf“ und die Kaiserkogelhütte stehen für jüngere Entwicklungen, während die Pfarrgeschichte bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht.
Acht Jahrhunderte Eschenau
Nach Auflösung der Grundherrschaften nahm 1850 ein selbständiger Gemeindeausschuss seine Arbeit auf; als erster Bürgermeister wird Ludwig Döbler genannt. 1988 ernannte eine Expertenkommission Eschenau zum ersten „Ökodorf“ Österreichs. Das Dorferneuerungsprojekt sollte ökologische und wirtschaftliche Entwicklung über natürliche Kreisläufe fördern, den dörflichen Charakter bewahren und die Wertschöpfung durch land- und forstwirtschaftliche Produktveredelung steigern. Die Gemeinde beging 2019 das 800-Jahr-Jubiläum ihrer ersten urkundlichen Erwähnung. Dazu erschien die von Eveline Anderle erarbeitete Chronik „800 Jahre Eschenau“. Die niederösterreichische Gemeindestatistik verortet den Hauptort auf 406 Metern Seehöhe. Das Seitental öffnet sich bei Rotheau zum Traisental und zieht sich über Eschenau, Steubach und Wehrabach in bewaldete Höhen.
Pfarre und Kirchenweg
1786 wurde Eschenau zur selbständigen Pfarre erhoben. Bei der Jubiläumsfeier erzählte Pfarrer P. Ambros, ein früherer Geistlicher habe eigenmächtig einen Taufkessel aufgestellt und Kinder getauft; dies habe die Loslösung von der Mutterpfarre eingeleitet. Der Kirchenweg verbindet Pfarrkirche, Hauptplatz und Friedhof; auch die Volksschule liegt an dieser Achse.
Die Kaiserkogelhütte
Die ÖTK-Sektion St. Pölten errichtete 1919 eine Schutzhütte am Kaiserkogel und nannte sie Franz-Ritzengruber-Hütte, nach einem damaligen Eschenauer Bürgermeister. 1920 erhielt der Verein die Konzession für Gast- und Schankgewerbe. Wegen wachsender Besucherzahlen und des beginnenden Wintersports wurde das Haus erweitert; seit 1927 war es ganzjährig bewirtschaftet. 1935 brannte die Hütte ab und wurde noch im selben Jahr als Kaiserkogelhütte neu errichtet. In den letzten Kriegstagen verlief die Front über den Berg, Artilleriefeuer beschädigte das Haus schwer. Nach Reparaturen wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Die Ostterrasse entstand in den 1970er-Jahren und wurde 2015 in einen dritten Gastraum umgebaut. Die Hütte liegt auf 716 Metern und bietet laut ÖTK Schlaflager, Zimmer und drei Gasträume. Sie wird als Nichtraucher-Schutzhütte mit bodenständiger Schutzhausküche geführt; auf der Südterrasse gibt es 50 Sitzplätze. Der Verein ließ 2025 die Trinkwassertanks erneuern; zugleich führt er eine neue Pächtersuche für Dezember 2026.
Sechs Ortschaften, viele Wege
Das amtliche Gemeindeverzeichnis führt sechs Ortschaften: Eschenau, Laimergraben, Rotheau, Sonnleitgraben, Steubach und Wehrabach. Zur Ortschaft Eschenau gehören Entzberg, Inzenreith und Windbichl. Eine kommunale Wanderkarte verzeichnet über 30 Kilometer markierte Wege, darunter den Eschenauer Rundwanderweg, den Most-Obst-Wanderweg und mehrere Weitwanderwege. Sie markiert auch die Bärntallacke als Naturdenkmal sowie Kaiserkogelhütte und Traisental-Radweg. Am Kaiserkogel reicht der Blick laut Hüttenverein im Norden über St. Pölten bis zum Jauerling und im Süden von Peilstein bis zum Ötscher. Die Hütte hat dienstags und mittwochs Ruhetag.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Eschenau (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeindezeitung: 800 Jahre Eschenau
- Geschichte der Kaiserkogelhütte
- Kaiserkogelhütte
- Pfarre Eschenau – Pfarrbereich
- Ortsplan mit Rad- und Wanderkarte
- Land Niederösterreich: Eschenau Gemeindestatistik
Stand der Angaben: 08.10.2026
