MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Traisen

Flusslage, Hammerschmiede und Stahlwerk formten den Markt Traisen

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Johanneskirche in Traisen.
Johanneskirche in Traisen. · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Traisen Johanneskirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 429
01.01.2026
Fläche
6,80 km²
Bevölkerungsdichte
504,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3160
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

TRAISEN KENNENLERNEN

Wo Gölsen und Traisen zusammenkommen

Die Marktgemeinde Traisen liegt dort, wo die Gölsen in den gleichnamigen Fluss mündet. Die Gemeinde im Bezirk Lilienfeld zählt 3.429 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 6,80 Quadratkilometern. Die Lage an Fluss und Talstraße begünstigte eine frühe Mühlen- und Hammerwirtschaft, aus der sich ein bedeutender Industriestandort entwickelte.

Ein Ort am Zusammenfluss

Traisen liegt im Traisental des Mostviertels. Das Gemeindegebiet umfasst nur eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde; innerhalb davon liegen mehrere Siedlungen, darunter Scheibmühl und die Gölsensiedlung. Der Name geht auf den Fluss zurück. Der keltische Flussname „Tragisama“ wird als „die sehr schnelle“ gedeutet. Überliefert ist die Wortform auf einem römerzeitlichen Stein, der in St. Pölten gefunden wurde.

Mühlen, Pfarre und Wallfahrt

Eine Göttweiger Schenkungsnotiz aus dem Jahr 1083 nennt Wiesen an der Traisen und zwei Mühlen. Die Kirche St. Johann entstand in der Mitte des 12. Jahrhunderts und diente zunächst auch als Pfarrkirche von Lilienfeld. 1535 ist Weinbau in einer Schenkungsurkunde erwähnt; 1551 wurde die selbstständige Pfarre dem Stift Lilienfeld angeschlossen. Nach der Zerstörung des Ortes und der Kirche während des Einfalls von 1683 wurde das Gotteshaus im Folgejahr wiederaufgebaut und Johannes dem Täufer geweiht.

Vom Hammerwerk zum Stahlstandort

Georg Fischer kaufte 1833 das ehemalige Hammerwerk in Traisen. Sein Bruder Berthold baute den Betrieb ab 1843 zu einer Tempergussgießerei aus und benannte ihn 1844 in Berthold Fischer – Eisenguss und Stahlwarenfabrik um. 1851 erhielt Berthold Fischer auf der Weltausstellung in London Medaillen für seine Tempergussprodukte. Die Bahnstrecke St. Pölten–Hainfeld wurde 1877 fertiggestellt, im folgenden Jahr kam die Verbindung Scheibmühl–Schrambach hinzu. In Scheibmühl entstand 1888 ein Portlandzementwerk, das 1890 in die Serienproduktion ging und zu Beginn des Ersten Weltkriegs stillgelegt wurde. 1926 wurde Traisen zur Marktgemeinde erhoben.

Werk, Musik und Erinnerung

Die Werkskapelle entstand 1936 auf Initiative des Werkssekretärs Heresch und des Lohnrechnungsprüfers Franz Brenn. Nach einer kriegsbedingten Unterbrechung stellte Brenn das Ensemble 1942 neu zusammen; 1983 übernahm Armin Schaffhauser die Leitung. Während der Kämpfe im Frühjahr 1945 verlief die Front mehrere Wochen durch Traisen; die Gemeindechronik hält zivile und militärische Opfer sowie schwere Gebäudeschäden fest. Die evangelische Pfarrkirche wurde 1957 ihrer Bestimmung übergeben, 1962 folgte die Weihe der neuen katholischen Pfarrkirche. Der in Traisen geborene Lehrer und Dichter Walter Sachs verfasste eine Heimatkunde und den Text des Traisenliedes. Zum hundertsten Jubiläum der Markterhebung 2026 dokumentierte die Gemeinde historische Gewerbebetriebe und stellte Informationstafeln in der WAG-Siedlung sowie in Scheibmühl auf. Die voestalpine nutzt Abwärme ihrer Gießereikompressoren für das örtliche Fernwärmenetz. Bei der technischen Einbindung arbeitet das Unternehmen mit der Bio-Energie Köflach GmbH zusammen. Ein Wärmetauscher hebt die Vorlauftemperatur des Netzes an. Nach Angaben des Unternehmens werden seit November 2024 rund 60 Megawattstunden monatlich eingespeist, rechnerisch genug für etwa 50 bis 60 Einfamilienhäuser.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Traisen auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 571
31.10.2021 · Registerzählung3 428
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 429

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
883
NUTS-3-Region
Niederösterreich-Süd (AT122)

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