ANNABERG KENNENLERNEN
Annaberg: Wallfahrt, Mariazellerbahn und Ötscher-Basis
Annaberg liegt in den niederösterreichischen Kalkalpen im Naturpark Ötscher-Tormäuer. Die Gemeinde zählt 481 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 63,53 Quadratkilometern. Die Geschichte des Wallfahrtsortes ist mit der Stiftsgründung Lilienfelds und der Via Sacra verbunden.
Vom Tannberg zum Wallfahrtsort
Um 1202 schenkte Herzog Leopold VI. dem Zisterzienserstift Lilienfeld die bewaldete Gegend des 976 Meter hohen Bergsattels, der damals Tannberg hieß. 1207 begannen Laienbrüder mit der Rodung und legten Weiden sowie Wiesen an. Zehn Jahre später bestand eine feste Ansiedlung. 1217 entsandte das Stift Mönche und Brüder auf den Berg, um einen Wirtschaftshof und eine der heiligen Anna geweihte Kapelle zu errichten. 1380 wurde Annaberg zur Pfarre erhoben. 1499 ist erstmals Erzabbau urkundlich belegt. Im Dreißigjährigen Krieg zerstörte 1639 ein Brand die Ortschaft. Das heutige Gemeindegebiet umfasst vier amtliche Ortschaften: Annarotte, Haupttürnitzrotte, Langseitenrotte und Lassingrotte. Schmelz liegt in Annarotte, Reith, Joachimsberg und Wienerbruck in der Langseitenrotte.
St.-Anna-Kirche und Wallfahrt
Die Wallfahrtskirche wurde 1327 wegen des großen Pilgerzustroms erweitert; Bischof Albert II. von Passau weihte den erneuerten Bau 1332. Am 8. Jänner 1444 konsekrierte Weihbischof Johannes einen neuen Kirchenbau mit seinen Altären. Im gotischen Chor steht die Anna-Selbdritt-Gruppe aus dem Jahr 1440, die Jakob Kaschauer zugeschrieben wird. Eine 1660 geschenkte Reliquie wurde als Hirnschale der heiligen Anna verehrt; die Gemeinde hält sie für unecht. In der Monarchie kamen Pilger aus vielen Landesteilen nach Annaberg. Zu ihnen zählten Kaiser Leopold I. sowie Maria Theresia und Franz Stephan. Jedes Jahr im Sommer führt die Familienwallfahrt zur heiligen Anna; in der Monarchie galt Annaberg als bedeutendster Annenwallfahrtsort.
Die Via Sacra über die Heiligen Berge
Die von der Gemeinde beschriebene Route verläuft von Annaberg über Joachimsberg, Wienerbruck, Josefsberg und Mitterbach nach Mariazell. Auf dem Weg stehen historische Pilgerdenkmäler. Am zweiten „Heiligen Berg“ liegt die barocke Kirche von Joachimsberg; der Pfarrhof von Josefsberg bewahrt Seccomalereien zur Arbeit der Holzknechte im Ötscherwald um 1830. Der Aufstieg zum Josefsberg führt abseits der Bundesstraße. Die Etappe über Mitterbach begleitet den Erlauffluss und folgt dort der Landesgrenze; anschließend führt der Sebastianiweg mit Rosenkranz-Bildstöcken weiter nach Mariazell.
Bahnstationen und Naturparkzentrum
Zwei Stationen der Mariazellerbahn liegen in der Gemeinde: Annaberg-Reith und Wienerbruck-Josefsberg. Die Betreiberseite führt beide als aktive Haltestellen und nennt für Annaberg-Reith einen geschlossenen Warteraum, für Wienerbruck einen überdachten offenen Wartebereich. Der barrierefreie Zugang ist unterschiedlich: Wienerbruck ist barrierefrei, Annaberg-Reith nicht. Der 1970 gegründete Naturpark erstreckt sich über 170 Quadratkilometer; in den Ötschergräben stürzt der Lassingfall 90 Meter tief. Der Ötscher ist mit 1.893 Metern der höchste Gipfel des Mostviertels. Das Naturparkzentrum Ötscher-Basis liegt beim Bahnhof Wienerbruck-Josefsberg am Ufer des Wienerbrucker Stausees. Es dient als Informationsstelle und Startpunkt für Wanderungen im Naturpark; vor Ort gibt es ein Restaurant mit Seeterrasse und einen Shop für regionale Produkte.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Annaberg (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Annaberg - offizielle Hompage der Gemeinde - Home
- Wallfahrtskirche Annaberg
- Via Sacra
- Bahnhöfe und Haltestellen der Mariazellerbahn
- Naturparkzentrum Ötscher-Basis
- Naturpark Ötscher-Tormäuer
- Gemeinde Annaberg – Annabergs Geschichte
- Gemeinde Annaberg – Familienwallfahrt zur Hl. Anna
Stand der Angaben: 08.10.2026
