EIBISWALD KENNENLERNEN
Eibiswald: Markt im südlichen Saggautal
Im südlichen Saggautal treffen Marktleben, Wein- und Hügellandschaft sowie Wege Richtung Koralpe und slowenische Grenze aufeinander. Die Marktgemeinde Eibiswald umfasst seit der Reform 2015 auch Aibl, Großradl, Pitschgau, Sankt Oswald ob Eibiswald und Soboth. Auf 152,14 Quadratkilometern leben 6.164 Menschen (1. Jänner 2026).
Markt und Grenzlandschaft
Eibiswald liegt im Saggautal nahe der Grenze zu Slowenien. Die beiden Straßen B 69 und B 76 verbinden den Markt mit Orten der Südsteiermark und den Höhenzügen westlich davon. Das Gemeindegebiet ist durch den Zusammenschluss mehrerer früher selbstständiger Gemeinden groß geworden: Aibl, Großradl, Pitschgau, Sankt Oswald ob Eibiswald und Soboth bilden heute gemeinsam mit dem Markt eine Verwaltungseinheit. Diese Struktur erklärt, warum der Ortsname Eibiswald sowohl den Kern als auch entlegene Dörfer und Berglagen umfasst. Der Markt bündelt damit Wege aus einem großen Einzugsgebiet.
Arbeit zwischen Landwirtschaft und Diensten
In der Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste Statistik Austria in Eibiswald 620 Arbeitsstätten und 2.026 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 34,2 Prozent der Arbeitsstätten gehörten zum primären Sektor; 63,8 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse entfielen auf Dienstleistungen. Landwirtschaft und Versorgung haben damit unterschiedliche Gewichte, je nachdem ob man Standorte oder Beschäftigung betrachtet. In den Hügellagen verbinden Weinbaubetriebe die Erzeugung mit Direktverkauf und Ausschank. Die Wein- und Genusswelt Garber in Eibiswald bietet beispielsweise eigene Weine, Buschenschank und einen Panoramaturm. Handel und öffentliche Einrichtungen im Markt versorgen auch die verstreuten Ortsteile. Viele Höfe und kleinere Betriebe liegen dagegen außerhalb des Marktzentrums.
Ein Ort mit Handwerkstradition
Die spätere Pfarrkirche ist bereits 1170 erwähnt, der Markt 1290. Im Umfeld der Burg entwickelte sich ein lokaler Mittelpunkt. Später prägten Hammerwerk, Sensen- und Nagelerzeugung sowie Stahlverarbeitung die Gegend; Rohmaterial musste jedoch über weite Strecken herangeschafft werden. Auch Glas wurde in der Soboth hergestellt. Diese gewerblichen Spuren unterscheiden die Vergangenheit Eibiswalds von einer bloßen Geschichte des Weinbaus. Im Universalmuseum im Kloepferhaus lassen sich Produkte und Werkzeuge dieser Arbeitswelt betrachten, neben Zeugnissen des bäuerlichen Alltags. Die historische Arbeit verteilte sich auf den Markt und die westlichen Täler, ebenso wie die heutige Gemeinde viele Ortsteile umfasst. Seit 1967 wird der Markt auch Kloepfermarkt genannt; dies ist ein Beiname und kein amtlicher Ortsname.
Kultur und Erholung
Das Universalmuseum im Kloepferhaus zeigt Regionalgeschichte, Glaskunst und bäuerliches Leben; die Besuchszeiten sind saisonal, Führungen werden nach Voranmeldung angeboten. Für einen Sommertag im Markt gibt es außerdem das Erlebnisbad mit 25-Meter-Sportbecken, 60-Meter-Rutsche und Liegewiese. Die beiden Angebote liegen im zentralen Teil einer sehr großen Gemeinde. Soboth zeigt eine andere Seite Eibiswalds: Dort bestimmen Wald und Höhenlage das Ortsbild stärker als im Saggautal. Wer vom Markt hinauffährt, erlebt den Übergang vom Tal zu den westlichen Berglagen und kann Ausflüge in die Umgebung anschließen. So unterscheiden sich die Wege zu den Besuchszielen je nach Ortsteil deutlich.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 14.10.2026
