MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Petronell-Carnuntum

Römische Stadtquartiere, ein spätantikes Tor und mittelalterliche Bauwerke liegen im Gebiet der Marktgemeinde.

GEMEINDEKENNZIFFER30718
Römisches Heidentor in Petronell-Carnuntum
Römisches Heidentor in Petronell-Carnuntum · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Petronell - Heidentor (3)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 256
01.01.2026
Fläche
25,37 km²
Bevölkerungsdichte
49,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2404
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

PETRONELL-CARNUNTUM KENNENLERNEN

Petronell-Carnuntum: Römerstadt am Donaurand

Petronell-Carnuntum liegt am südlichen Donauufer im Bezirk Bruck an der Leitha. Die Marktgemeinde zählte am 1. Jänner 2026 1.256 Einwohner; ihr Gebiet umfasst 25,37 Quadratkilometer. Der Name verweist auf die antike Stadt Carnuntum, deren archäologische Zeugnisse hier an mehreren Orten sichtbar sind.

Carnuntum und seine Stadtviertel

Im Bereich des heutigen Petronell-Carnuntum lagen Teile der römischen Zivilstadt und ein Auxiliarkastell. Carnuntum lag an wichtigen Handelswegen und entwickelte sich zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum an der Donaugrenze und wurde zu Beginn des 2. Jahrhunderts Hauptstadt der Provinz Oberpannonien. Im 5. Jahrhundert war die römische Stadt endgültig aufgegeben. Die Zivilstadt besaß ein Amphitheater für etwa 13.000 Zuschauer; seine Längsachse maß 118 Meter, die Arena 68 Meter. Westlich davon wurde durch Bodenprospektion eine Gladiatorenschule festgestellt. Der archäologische Park zeigt rekonstruierte römische Gebäude am ursprünglichen Standort der Zivilstadt. Die Rekonstruktionen beruhen auf archäologischen Befunden. Zu den Gebäuden zählen die Villa urbana und die Große römische Therme; in der Villa urbana wurde eine rund 30 Quadratmeter große Wandmalerei rekonstruiert.

Das Heidentor als spätrömisches Denkmal

Das Heidentor steht außerhalb der heutigen Ortschaft, aber innerhalb des Gemeindegebiets. Es entstand in der Regierungszeit des Kaisers Constantius II. zwischen 351 und 361. Ursprünglich trugen vier Pfeiler ein Kreuzgewölbe und bildeten ein über 20 Meter hohes, vierseitig geöffnetes Bauwerk. Heute stehen zwei Pfeiler mit einem verbindenden Bogen. Ein großer Teil der Zerstörung geht auf die Entnahme von Bausteinen zurück. Restaurierungen fanden bereits zwischen 1840 und 1850 statt; 1907 übernahm die niederösterreichische Landesregierung das Denkmal. Von 1998 bis 2001 wurde es erneut gesichert und konserviert. Das Heidentor war kein Stadttor, sondern ein Triumphmonument; sein zentraler Sockel trug vermutlich eine Kaiserstatue.

Vom Grabungsplatz ins Museum

Am Ostrand des Ortes wurden die Mauern des Auxiliarkastells freigelegt. Ein solches Lager war für Hilfstruppen bestimmt, die das römische Heer ergänzten. Dort entdeckten Ausgräber die Kreuzung einer Trinkwasserleitung mit dem Hauptabwasserkanal des Reiterlagers. Das ungewöhnliche Bauwerk wurde ausgegraben, konserviert und in einem Schutzbau am Fundort zugänglich gemacht. Im Museum Auxiliarkastell im Kulturhaus zeigen Vitrinen Funde aus dem Lager und seinem südlichen Vorfeld; Texttafeln erläutern Funktion und Alltag des Kastells. Bei Bauarbeiten wurde 2017 in etwa sieben Metern Tiefe zudem eine römische Wasserleitung entdeckt. Der Kanal führte Trinkwasser über rund 14 Kilometer in die Stadt und stammt aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts.

Marktort und Rundkapelle

Petronell erhielt 1142 das Marktrecht. Die Rundkapelle, auch Johanneskapelle genannt, ist ein romanischer Quaderbau aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Ihre meterdicken Außenmauern enthalten einen Gang, der der Verteidigung bei Überfällen diente. Früher wurde das Gebäude als Taufkapelle genutzt; seit 1725 dient es als Gruftkirche der Petroneller Linie des Hauses Abensperg und Traun. Türken und Franzosen beschädigten die Kapelle schwer, bevor sie in den 1950er-Jahren restauriert wurde. Die Pfarrkirche Petronilla ist ein eigener Bau: Sie entstand in romanischer Zeit und erhielt im 15. Jahrhundert ein Seitenschiff. Das Hochaltarbild der Pfarrkirche zeigt die heilige Petronilla, die von Petrus geheilt wird. Seit 1966 führt die Marktgemeinde offiziell den Namen Petronell-Carnuntum.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Petronell-Carnuntum auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 192
31.10.2021 · Registerzählung1 279
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 256

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
624
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

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ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Petronell-Carnuntum

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