RUDEN KENNENLERNEN
Burg, Brücke und Bergbau
Ruden liegt nördlich der Drau zwischen Wallersberg, Lisnaberg und Weißenegger Berg. Die Gemeinde zählt 1.468 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 42,43 Quadratkilometer. Burgruine Weißenegg und die historische Brücke bei Lippitzbach geben dem Gebiet zwei sehr unterschiedliche Wahrzeichen.
Zwischen Drau und Höhenzügen
Durch den östlichen Teil des Jauntals verläuft die Lavamünder Straße B 80 von Völkermarkt im Westen bis Lavamünd im Osten; eine Straße führt nordwärts nach Griffen und zur Südautobahn. Über die Lippitzbacher Straße erreicht man Bleiburg, die Jauntalbahn durchquert das Gebiet. Wallersberg, Lisnaberg und Weißenegger Berg prägen das Relief. Die Ortschaften verteilen sich über Täler und Hänge. Die vier Katastralgemeinden heißen Kraßnitz, Unternberg, Ruden und Eis; insgesamt umfasst die Gemeinde 18 Ortschaften.
Silber und Burg Weißenegg
Silberabbau bei Eis und St. Nikolai ist seit dem 12. Jahrhundert urkundlich belegt; ein früherer Beginn wird vermutet. 1858 gefundene keltische Silbermünzen könnten mit örtlichen Gruben zusammenhängen. 2017 kamen beim Bau des Koralmbahntunnels in Eis Grundrisse eines römischen Dorfes, Münzen und Tongefäße zutage. Der Name Ruden wird mit dem slowenischen „Ruda“ für Erz in Verbindung gebracht. Das 1960 verliehene Gemeindewappen greift diese Bergbaugeschichte auf. Die Burg Weißenegg stammt in ihren älteren Teilen aus dem 12. Jahrhundert und wurde 1243 erstmals erwähnt. Ab etwa 1300 war sie Sitz des Landgerichts, zu dem auch Ruden gehörte; 1491 wurde dieses nach Griffen verlegt. Der Besitz wechselte von den Weißeneggern über Walsee und die Grafen von Cilli zum Hochstift Bamberg; bis 1759 blieb Weißenegg bambergisch. Danach kam die Herrschaft 1775 an Max Theodor Freiherr von Egger. Der Rundturm besitzt bis zu zwei Meter starke Mauern; zur Anlage gehören mehrere Höfe und ein Palais.
Werk und Brücke in Lippitzbach
Max Thaddäus Graf Egger kaufte 1791 die Lippitzbacher Hämmer. Unter den Eggern entstand dort eines der frühen Blechwalzwerke; produziert wurden Weißblech und Stahl. Englische Fachleute halfen, das Werk für die Erzeugung von englischem Gussstahl und Weißblech einzurichten. Konkurrenz und Brennstoffmangel führten 1894 zur Stilllegung. 1942 nahm die Leinen- und Baumwollweberei Rzehak im Wirtschaftstrakt des Schlosses den Betrieb auf. Die Fachwerksbrücke bei Lippitzbach wurde 1895/96 von der Wiener Brückenanstalt Ignaz Gridl errichtet; der Entwurf stammte von Josef Clementschitsch aus 1892. 1955/56 wurde das Tragwerk zurückgeschoben, 1958 um zwei Meter angehoben, um Hochwassergefahr zu begegnen.
Pfarre und Weinbau
Ruden wird 1521 als eigenständige Pfarre genannt. Die Pfarrkirche St. Magdalena besitzt spätgotische Gewölbe aus dem 15. Jahrhundert; weitere Kirchen stehen in Gorentschach und St. Radegund. Eine alte Weinbaugegend trägt den Namen Weingarten und ist seit dem 17. Jahrhundert bezeugt. Die Gemeinde blieb lange landwirtschaftlich geprägt. Bei der Volkszählung 2001 wurden 545 Auspendler unter 667 Erwerbstätigen am Wohnort erfasst.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
