DIEX KENNENLERNEN
Diex: Wehrkirche über dem Jauntal
Diex liegt am Südhang der Saualpe über dem Jauntal. Die Gemeinde zählt 784 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 54,95 Quadratkilometer. Das Ortszentrum liegt auf rund 1.159 Metern Seehöhe; das Gemeindegebiet reicht deutlich weiter in die umliegenden Hänge.
Die Wehrkirche im Ortskern
Die Pfarrkirche zum heiligen Martin steht im Zentrum von Diex. Ihre Anfänge reichen in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts; im Gurker Urbar wird sie 1326 erstmals genannt. Die Pfarre Diex und das Martinspatrozinium sind seit 1387 belegt. An der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert wurde der romanische Ostturm zu einem Wehrturm ausgebaut. Eine etwa fünf Meter hohe Ringmauer, ein Graben und ein Torbau schützten den Kirchhof. Die Wehranlage hatte einen gedeckten Wehrgang; die Zugbrücke führte durch den Torturm. Schieferplatten sollten Kirche und Befestigung gegen Brandpfeile schützen. 1535 waren die Dacharbeiten abgeschlossen. An der Nordostecke liegt der trapezförmige Torturm; die spätgotische Kreuzigungsgruppe über dem Portal entstand um 1515. Die doppeltürmige Silhouette prägt das Ortsbild bis heute. An der Friedhofsseite trägt der Torbau einen Stein mit einer Handdarstellung, die als Schwurhand Odins gedeutet wird.
Grafenbach und seine gotische Befestigung
Auch die Kirche von Grafenbach wurde im späten Mittelalter befestigt. Eine Schenkungsurkunde nennt das Bauwerk 1309. Der spätgotische Kirchenbau stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert und besitzt eine Ringmauer mit Torturm. Das Langhaus wird außen von dreistufigen Strebepfeilern gestützt; im Inneren trägt ein Sternrippengewölbe das dreijochige Langhaus. Der Hochaltar ist zweigeschossig und nimmt die gesamte Breite des Chors ein. Die barocke Ausstattung zeigt unter anderem die heilige Magdalena sowie die Heiligen Katharina, Dorothea und Gertrud. Die Pfarrkirche steht im Ort Grafenbach am Südhang der Saualpe. Das Westportal besitzt einen profilierten Kielbogen mit Krabben und Blendmaßwerk.
Ein Name mit wechselnder Bedeutung
Der Name Diex wird 895 erstmals urkundlich erwähnt, damals als „mons Diehse“. Eine Urkunde von 1499 nennt Hochfeistritz als in „Diechs“ gelegen. Die politische Gemeinde bildete sich 1865 aus den Ortsgemeinden Diexerberg und Haimburgerberg. 1973 wurde die Gemeinde Haimburg aufgelöst und zwischen Diex, Griffen und Völkermarkt aufgeteilt; zugleich gab Diex Gebietsteile an die beiden Nachbargemeinden ab. Heute gliedert sich Diex in die Katastralgemeinden Diexerberg, Grafenbach, Haimburgerberg und Obergreutschach. Die sieben Ortschaften tragen teils slowenische Namen, darunter Djekše für Diex und Kneža für Grafenbach.
Wege am Südausläufer der Saualpe
Der Eisenwurzenweg und der Kärntner Mariazellerweg führen durch Diex. Der erste quert Kärnten als Weitwanderroute; der zweite verbindet regionale Pilgerwege mit dem österreichischen Mariazell-Netz. Die Wege verlaufen durch den Ort und die angrenzenden Hänge, während markierte Abzweigungen auf die Saualpe führen. Als Etappenziel bietet Diex Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten im Bergort. Das Gemeindegebiet liegt hoch über dem Jauntal und dem Lavanttal.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
