GNESAU KENNENLERNEN
Gnesau im oberen Gurktal: Kirchen und Holzkultur
Gnesau liegt im oberen Gurktal in den Gurktaler Alpen. Am 1. Jänner 2026 zählt die Gemeinde 1.019 Einwohnerinnen und Einwohner; ihr Gebiet umfasst 78,67 Quadratkilometer. Die Gurk durchzieht das Tal; Waldwirtschaft und die Kirchen prägen die Ortsgeschichte.
Siedlungen entlang der Gurk
Der Hauptort liegt auf 973 Metern Seehöhe. Die Gurk durchfließt das Gemeindegebiet von Nordwesten nach Südosten; Haidenbach und Kirchergrabenbach speisen sie von rechts, Görzbach und Peiningerbach von links. Waldflächen wurden zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert gerodet, ehe geschlossene Siedlungen entstanden. Gnesau ist 1160 als „Gnesov“ in einer Notiz des Klosters Admont belegt. Der Name bezeichnete damals die Gegend des oberen Gurktals bis Radenthein, nicht allein den heutigen Hauptort. Die Gemeinde umfasst die Katastralgemeinden Gnesau, Gurk, Mitteregg und Zedlitzdorf. Diese vier Teile gingen aus verschiedenen älteren Verwaltungsgebieten hervor.
Zwei Konfessionen im Ortsbild
Die katholische Pfarrkirche Hl. Leonhard ist eine romanische Chorturmkirche. Ihr Kern entstand vor 1213; der Turm stammt im Kern aus dem 14. Jahrhundert und erhielt 1723 einen barocken Zwiebelhelm. Als Kirche ist sie 1213, als Pfarre 1499 belegt. Sie war eine Wehrkirche. Die evangelische Kirche steht in Weißenbach. Nach dem Toleranzpatent von 1781 entstand dort 1782 zunächst ein hölzernes Bethaus. 1803 ersetzte es ein steinernes Gebäude. Die Grundsteinlegung der heutigen neugotischen Kirche erfolgte 1870; Baumeister Antonio Missoni stellte sie 1871 fertig.
Holz als Werkstoff und Wirtschaftszweig
Wälder bedecken rund 59 Prozent der Gemeindefläche. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts arbeiteten viele Berufstätige in Land- und Forstwirtschaft; später gewann der Tourismus an Gewicht. Bei der Volkszählung 2001 waren 242 von 340 Beschäftigten in der Sachgütererzeugung tätig. Holzverarbeitung bildete den größten industriellen Arbeitgeberzweig. Das Unternehmen Holz Leeb in Gnesau ist auf Balkone spezialisiert und vertreibt seine Produkte europaweit. 1995 schlossen sich neun Gemeinden zur Interessengemeinschaft Kärntner Holzstraße zusammen; Gnesau gehört zu den Gründungsmitgliedern. Der Holzkulturlehrpfad macht den Werkstoff auch vor Ort zum Thema: Auf rund sechs Kilometern vermitteln zwanzig Tafeln Informationen zu heimischen Baumarten und ihrer Verwendung. Das benachbarte Arboretum beim Kulturhaus zeigt häufige und seltene Bäume.
Eine Gemeinde entsteht im 19. Jahrhundert
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gehörten Grund und Boden überwiegend kirchlichen und weltlichen Grundherren. Die kommunale Neuordnung von 1850 fasste vielerorts große Gebiete zusammen. Bewohnerinnen und Bewohner aus den umliegenden Katastralgemeinden beantragten 1890 einen eigenen Zusammenschluss. Nach mehreren Debatten genehmigte der Kärntner Landtag 1895 die Gemeinde Gnesau. Die Pfarrkirche Zedlitzdorf Unsere Liebe Frau erinnert an die kirchliche Geschichte des Ortsteils; dort befand sich zudem ein ehemaliges Karmelitenhospiz. Über die Turracher Straße B 95 ist das obere Gurktal mit Feldkirchen und der Steiermark verbunden. Eine Variante des Hemma-Pilgerwegs führt durch Gnesau und weiter nach Gurk, wo das Grab der heiligen Hemma liegt.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
