POYSDORF KENNENLERNEN
Poysdorf: Weinbau, Stadtgeschichte und Johanneskirche
Poysdorf liegt im nördlichen Weinviertel an der Brünner Straße. Die Stadtgemeinde zählte am 1. Jänner 2026 5.616 Einwohnerinnen und Einwohner; sie umfasst 97,26 Quadratkilometer. Der Poybach durchquert das Stadtgebiet und mündet später in die Zaya.
Wein und Handelsweg
Poysdorf ist seit 1194 urkundlich belegt. Weinbau ist seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar; die Riede Hermannschachern zählt zu den früh dokumentierten Weinlagen. Weinhandel brachte Wohlstand und trug dazu bei, dass Rudolf II. den Ort am 4. Mai 1582 zum Markt erhob. Auch die Lage an der Brünner Straße war wichtig: Händler und Postkutschen verbanden Wien und Brünn. 1709 ist Poysdorf als Poststation belegt. 1850 zählte der Ort mehr als 2.300 Einwohner. 1888 kam der Anschluss an das Eisenbahnnetz; 1923 wurde Poysdorf zur Stadt erhoben.
St. Johannes auf dem Kirchberg
Die Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer steht auf dem Kirchberg. Eine ältere Taufkirche dürfte sich bereits zuvor an diesem Platz befunden haben. Die heutige frühbarocke Saalkirche wurde von 1629 bis 1635 auf Kosten der Poysdorfer Pfarrgemeinde errichtet. Weihbischof Bartolomäus Kober weihte sie am 18. September 1640. Der Bau besitzt sechs Seitenkapellen, einen Südturm und eine Sakristei an der Nordseite. Über dem Südportal nennt die Inschrift Johannes den Täufer als Patrozinium und die Finanzierung durch die Pfarrgemeinde.
Das Bürgerspital und die WEIN+TRAUBEN Welt
Im barocken Bürgerspital ist die WEIN+TRAUBEN Welt untergebracht. Die interaktive Ausstellung behandelt Rebe, Traube, Weinbau, Rebsorten und Kellergassenkultur. Das Freigelände zeigt Weingärten, Presshäuser und historische Weinkeller. 2023 zeigte die Jubiläumsschau „Poysdorfs prickelnde 20er“ zum 100. Jahrestag der Stadterhebung Einblicke in die 1920er-Jahre. In der Sektwelt gehören Sabrieren und Verkostungen zum Angebot.
Maria Bründl und der Weinviertler Kreuzweg
Außerhalb des Stadtkerns liegt Maria Bründl zwischen Poysdorf und Kleinhadersdorf. Die Wallfahrts- und Hochzeitskirche steht in einem Quellschutzgebiet. Einer überlieferten Legende zufolge trug ein Bauer ein Marienbild vom Brunnen nach Hause; am nächsten Tag war es verschwunden. Das 1677 verfasste Mirakelbuch listet 43 Heilungen für die Jahre 1653 bis 1677 auf; spätere Einträge reichen bis 1904. Im Stadtgebiet befindet sich außerdem die Passionskapelle in der Brunngasse. Der Vorarlberger Künstler L. Ä. Heinzle gestaltete sie 1999 neu und ergänzte sie um einen Weinviertler Kreuzweg. Das Mirakelbuch lag von 1677 bis 1808 im Stift Klosterneuburg und befindet sich heute im Besitz einer Familie in Wilhelmsdorf.
Stadtwein aus den Poysdorfer Weingütern
Jedes Jahr wählt eine verdeckte Verkostung einen weißen und einen roten Poysdorfer Stadtwein aus. Die beiden Weine stehen für die Qualitätsweine ihres Jahrgangs und werden in teilnehmenden Weingütern, im Weinmarkt und in der Gastronomie angeboten. Der Weinmarkt an der Brünner Straße führt Weine von 30 Winzern; Vino Versum nennt mehr als 300 Qualitätsweine. Weingutstouren geben Einblick in Weinproduktion und Kellertechnik und umfassen fünf Proben am Ort ihrer Herstellung.
Technikgeschichte im Oldtimermuseum
Das Oldtimermuseum zeigt Fahrzeuge und Technik rund um Auto, Motorrad, Traktor und Standmotor. Als besonderes Exponat nennt Vino Versum einen in der Region entwickelten Tragschrauber. Das Museum befindet sich in der Liechtensteinstraße 68. Es ist von April bis Oktober geöffnet.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Poysdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Vino Versum – Weinstadt Poysdorf
- Erzdiözese Wien – Die Pfarrkirche Poysdorf
- Vino Versum – WEIN+TRAUBEN Welt
- Stadtgemeinde Poysdorf – Tourismus
- Erzdiözese Wien – Pfarre Poysdorf / Mirakelbuch Maria Bründl
- Vino Versum – Weingüter erleben
- Vino Versum – Oldtimermuseum
- Vino Versum Poysdorf Tourismus – Startseite
Stand der Angaben: 09.10.2026
