SCHRATTENBERG KENNENLERNEN
Schrattenberg: Weinbau, Kellergassen und ein alter Herrschaftshof
Schrattenberg liegt nahe der tschechischen Grenze in einer Talmulde am Raistenberg, auf 199 Metern Seehöhe. Die Gemeinde zählte 835 Einwohner am 1. Jänner 2026 und umfasst 19,15 Quadratkilometer.
Talmulde und Grenzraum
Der 291 Meter hohe Raistenberg erhebt sich über dem Ort. Durch Schrattenberg fließt der Mühlbach, der im Bründler Wald entspringt. Das Dorf ist als Haufendorf mit kurzen, verwinkelten Gassen angelegt. Löss bedeckt die hügelige Umgebung und trägt Äcker und Weingärten. Die Grenzziehung von 1920 trennte den Ort von Feldsberg und Garschönthal, die zuvor eng mit Schrattenberg verbunden waren und seither auf tschechischem Staatsgebiet liegen.
Weinbau und Kellergassen
Weingärten sind für Schrattenberg bereits um 1400 belegt. Das örtliche Weinangebot umfasst neben Weingütern auch ein Sekthaus: Christian Madl führt seinen Betrieb in der Hauptstraße 57. Wer die Kellerlandschaft näher kennenlernen möchte, kann bei der Familie Zesch eine Führung durch die Weinkeller von Schrattenberg und Valtice vereinbaren; die Tour dauert etwa drei Stunden. Auch eine Verkostung von Schrattenberger Weinen mit einer Kellerpartie gehört zum Angebot.
Vom festen Haus zum Gemeindeamt
Der Edelknabenhof, auch Dreiknabenhof genannt, war Sitz der Herren von Schrattenberg. An seiner Westseite liegt eine etwa fünf Meter hohe Böschung, die vermutlich zur Innenseite eines früheren Walls gehört; südlich schloss sich ein wassergefüllter Wehrgraben an. Im 12. Jahrhundert stand dort ein hölzerner Schutzbau. Im 16. Jahrhundert ließen die Liechtensteiner das Steingebäude in seiner heutigen Form errichten und nutzten es als Maierhof. Die Fassade erhielt Sgraffitodekor. Nach Aufhebung der Grundherrschaften 1848 ging der Komplex an die Gemeinde.
Lössböden und geologische Bruchzone
Der größte Teil der Oberfläche ist mit Löss und Lehm bedeckt. Verwitterung und Pflanzenreste bilden auf dem Löss Humus. An Steilhängen kann der feinkörnige Löss senkrechte Wände bilden, wie sie in Hohlwegen und Kellergassen sichtbar sind. Auf dem Raistenberg treten Sarmat-Ablagerungen aus Schotter, Sand und Tonmergel auf; nördlich des Mühlbachs und beim Wolfsberg liegen jüngere pannonische Ablagerungen. Im Tennauwald liegen Kalkablagerungen aus dem unteren Helvet; ehemalige Steinbrüche bargen fossilreiche Kalksteine. Löss bildet nährstoffreiche Kalkböden, die zu Schwarzerde verwittern. Der Schrattenberger Bruch verläuft von Asparn an der Zaya bis vor Valtice und quert das nordöstliche Weinviertel.
Die Pfarrentwicklung bis zur Gegenreformation
Die Verbindung zur Mutterpfarre Großkrut bestand bis ins 15. Jahrhundert. Eine Burgkapelle dürfte Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden sein. Im Lonsdorfer Codex erscheint Schrattenberg 1333 bereits als Pfarre des Dekanats Staatz. Eine Visitation von 1544 hielt fest, dass vier Jahre lang kein Pfarrer im Ort gewesen war. Nach der Rückkehr Karl von Liechtensteins zum katholischen Glauben wurde auch Schrattenberg 1600 wieder katholisch; Nikolaus Seiler ist als erster namentlich bekannter Pfarrer überliefert.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Schrattenberg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Allgemeines | Gemeinde Schrattenberg
- Kellergassenführung | Gemeinde Schrattenberg
- Geschichte | Gemeinde Schrattenberg
- Kleine Kirchengeschichte Schrattenbergs | Erzdiözese Wien
- Fruchtbare Böden und geologische Besonderheiten | Gemeinde Schrattenberg
- Wein- und Sektspezialitäten | Gemeinde Schrattenberg
Stand der Angaben: 09.10.2026
