NEUDORF IM WEINVIERTEL KENNENLERNEN
Neudorf im Weinviertel: Dorfchroniken an drei Orten
Neudorf im Weinviertel liegt im nordöstlichen Weinviertel. Die Marktgemeinde hatte am 1. Jänner 2026 1.344 Einwohnerinnen und Einwohner und erstreckt sich über 40,14 Quadratkilometer. Zum Gemeindegebiet gehören die Ortschaften Neudorf im Weinviertel, Kirchstetten, Rothenseehof und Zlabern.
Neudorf: Markt und Pfarrkirche
Neudorf wurde um 1190 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1508 das Marktrecht. 1713 und 1714 ließ die Pest zwei Drittel der Häuser leer stehen. 1724 wurde die Kirche errichtet. Gebmanns gehörte bis 1760 zum Pfarrsprengel; der Kirchturm kam 1770 hinzu. 1784 wurde Neudorf zur Pfarre erhoben, zuvor hatte der Ort zu Staatz gehört. Kirchstetten und Zlabern wurden eingepfarrt. 1809 hielten sich französische Soldaten acht Tage im Ort auf. Sie forderten Versorgungsgüter und plünderten den Ort. In den letzten Kriegstagen 1945 erreichten sowjetische Truppen Neudorf; die Gemeindegeschichte datiert die Kämpfe vom 17. April bis 8. Mai.
Kirchstetten und das Schloss
Kirchstetten ist 1161 erstmals belegt. Die Heilig-Geist-Kirche hat ein romanisches Langhaus aus dem 13. Jahrhundert; Chor und Turm stammen aus einer gotischen Bauphase um 1400. Glocken aus den Jahren 1515 und 1535 gehören ebenfalls zur Kirche. Die Kanzel stammt aus 1800, Ignaz Reinold baute 1826 die Orgel. Die Rochuskapelle ließ Gräfin Daun 1679 aus Dank für ihre Rettung vor der Pest errichten. Von der 1794 abgetragenen Kapelle blieb die Apsis erhalten. Freiwillige restaurierten 2004 ihre Bildwerke. Das Schloss besitzt einen Kern aus dem 16. Jahrhundert. Matthias von Suttner erwarb es 1729 und ließ es nach Plänen Joseph Emanuel Fischer von Erlachs barock umbauen; aus der Vierflügelanlage wurde ein U-förmiger Bau, der sich nach Osten zum Park öffnet. Der Festsaal, der Maulpertsch-Saal, trägt ein Deckengemälde Franz Anton Maulbertschs aus 1750 bis 1752; an den Stirnwänden hängen Familienporträts von Franz Anton Palko.
Zlabern zwischen Schule und Dorfkirche
Zlabern wurde 1350 als "Zlaban" erwähnt und 1645 von schwedischen Truppen besetzt. Bis 1784 gehörte es zur Pfarre Falkenstein. 1789 erhielt der Ort die Bewilligung für eine eigene Schule, zunächst im späteren Gasthaus. 1831 entstand unter Dorfrichter Michael Zöbinger eine Kapelle; 1847 kam ein neues Schulhaus hinzu. Die Cholera forderte 1866 37 Todesopfer. Im folgenden Jahr entstand die Kirche anstelle der hölzernen Kapelle. 1888 zerstörte ein Großbrand 23 Häuser. Am 12. April 1945 warfen sowjetische Flugzeuge Brandbomben auf den Ort; zwölf Häuser, drei Scheunen, Stallungen und ein Fruchtkasten brannten ab. Nach einer Renovierung wurde die Kirche 1990 neu gesegnet.
Zusammenschluss und Infrastruktur
1907 wurde bei Neudorf ein bronzezeitlicher Fund gemacht, der heute im Krahuletz-Museum in Eggenburg gezeigt wird. 1966 und 1967 wurden in Zlabern Güterwege ausgebaut und Windschutzgürtel angelegt; 1967 erhielt der Ort eine Wasserleitung. 1971 wurden Neudorf, Kirchstetten und Zlabern zur Großgemeinde zusammengeschlossen. 1986 erhielt sie ein Gemeindewappen. 1988 wurde in Zlabern der Gemeindekeller neu gebaut, 1991 das Gasnetz in Betrieb genommen. 1996 waren Hochbehälter, Kellerwasserleitung und Waldbrunnen fertiggestellt. 1998 erhielt Zlabern einen neuen Bildstock, gestaltet und errichtet von Christine und Johann Minarik.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Neudorf im Weinviertel – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Neudorf – Gemeindegeschichte
- Gemeinde Neudorf – Neudorf im Weinviertel
- Gemeinde Neudorf – Kirchstetten
- Gemeinde Neudorf – Zlabern
- Schloss Kirchstetten – Über uns
Stand der Angaben: 09.10.2026
