MÜNICHREITH-LAIMBACH KENNENLERNEN
Münichreith-Laimbach am Ostrong
Die Gemeinde Münichreith-Laimbach liegt im südwestlichen Waldviertel am Ostrong. Sie umfasst 38,82 Quadratkilometer und hat 1.611 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Die heutige Gemeinde entstand 1971 aus Münichreith und Laimbach. Zehn Ortschaften gehören dazu; Münichreith und Laimbach sind die namensgebenden Hauptorte.
Ein Höhenzug zwischen Donau und Tälern
Der Ostrong zieht sich von der Donau nach Norden bis zur Wasserscheide zwischen Ysper- und Weitental. Der Große Peilstein erreicht 1.061 Meter. Steile, von Bächen eingeschnittene Flanken begrenzen die Hochfläche; überwiegend bedeckt Wald den Höhenzug, während sich die angrenzenden Täler als Wald-Wiesenlandschaft öffnen. Der Name „Oestragen“ ist 1379 belegt. Alte Grenzsteine tragen unter anderem die Jahreszahl 1639 und Namen einstiger Herrschaftsbesitzer. Die Gemeinde beschreibt mehrere Wege, die den Rücken längs und quer erschließen. Einer davon ist der Kaiserweg, der vom Gschaidanger über den Kaiserstein auf den Peilstein führt. Der Kaiserstein liegt auf 935 Metern.
Laimbach: Marktort und Pfarrkirche
Laimbach ist 1144 als Ober- und Unterlaimbach belegt; beide Siedlungsteile wuchsen später zu einem Marktort zusammen. Der Ortsname geht auf den Gewässernamen für einen Bach mit lehmigem Wasser zurück. Der obere Teil besaß Marktrechte und schon vor 1379 ein eigenes Marktsiegel. Die Kirche zur heiligen Margareta wird ebenfalls 1144 urkundlich genannt. Im 13. Jahrhundert war sie Vikariat, 1336 erhob Bischof Albert von Passau sie zur selbstständigen Pfarre. Das Langhaus dürfte im Kern aus dem 14. Jahrhundert stammen. Um 1490 wurde der Chor angebaut; 1822 erhielt die Kirche einen steinernen Turm.
Der „Gegeißelte Heiland“
Zur Münichreither Pfarrgeschichte gehört die Verehrung des „Gegeißelten Heilands“. Eine Figur an der Geißelsäule entstand 1730 im Prämonstratenserkloster Steingaden in Bayern für die Karfreitagsprozession. In den ersten drei Jahren zeigten die Steingadener Mönche die Skulptur vor Ostern in ihrem Klostergarten und nahmen sie auf den Prozessionsweg mit. 1738 erbat sich Maria Lory, eine Bäuerin aus der Umgebung, die Statue. Berichte über Gebetserhörungen zogen Pilger an; in Bayern entstand zunächst eine Feldkapelle. Der Augustiner-Chorherr Felix Heilingeder, Pfarrer in Münichreith von 1748 bis 1759, brachte die Verehrung wahrscheinlich ins südliche Waldviertel. 1749 ließ er in einer neuen Kapelle an der Nordseite der Kirche eine solche Statue aufstellen. Dort wurde freitags Messe gelesen; in der Fastenzeit gab es besonders feierliche Andachten.
Wanderungen zu den Höhen des Ostrongs
Die Gemeinderoute Tour 55 beginnt bei der Pfarrkirche Laimbach und führt vier Kilometer zum Gipfel des Peilsteins. Für die einfache Strecke nennt die Gemeinde eine Gehzeit von eineinhalb Stunden; der Weg steigt von 526 auf 1.061 Meter. Eine zweite Gemeinderoute, die Laimbacher Rundwanderung Nr. 54, startet bei derselben Kirche: Sie ist sechs Kilometer lang, dauert etwa eineinhalb Stunden und führt zwischen 526 und 624 Metern Höhe. Ein Teilstück des regionalen Ysper-Weitental-Wegs Nr. 22 führt von Maria Taferl über Pargatstetten und Kollnitz nach Münichreith; von Laimbach ist der Fernweg über Pichl im Yspertal angebunden.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Münichreith-Laimbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Münichreith-Laimbach – Am Ostrong
- Gemeinde Münichreith-Laimbach – Peilstein-Gipfelerlebnis
- Pfarrverband Südliches Waldviertel – Pfarrblatt 3/2024
- Gemeinde Münichreith-Laimbach – Rundwanderweg Laimbach
- Gemeinde Münichreith-Laimbach – Ysper-Weitental Rundwanderweg
- Gemeinde Münichreith-Laimbach – Aussichtswarte
Stand der Angaben: 08.10.2026
