MARBACH AN DER DONAU KENNENLERNEN
Marbach an der Donau: Markt am Strom
Marbach an der Donau liegt am Nordufer des Stroms im Bezirk Melk. Die Marktgemeinde zählt 1.709 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und ist 10,66 Quadratkilometer groß. Die Donau machte den Markt früh zu einem Umschlagplatz für Waren und zu einem Ort des Übergangs ans Südufer.
Ladstatt und Donauweg
Der Name Marbach bedeutete „Grenzbach“ und bezeichnete 1144 zunächst den Bach an der Zehent- und Pfarrgrenze von Münichreith. Der rege Verkehr auf der Donau brachte Handelsverbindungen nach Böhmen und Mähren. Die sogenannte böhmische Straße, auch Böhmsteig oder Donauweg genannt, nahm in Marbach ihren Anfang. 1429 war der Ort eine bedeutende Ladstatt für Holz: Stammholz aus dem Ostrong wurde hier gesammelt und nach Wien weitergeliefert. Marktrechte, die den Bürgern zustanden, wurden 1454 näher beschrieben. 1529 erreichten die Türken Marbach; viele umliegende Orte wurden damals vollständig niedergebrannt. Das Marktwappen erhielt der Ort 1578 von Kaiser Rudolf II. auf Bitten des Herrschaftsbesitzers Kaspar von Lindegg.
Von der fliegenden Brücke zum Fährschiff
Um die Donauquerung zu erleichtern, ließ der Markt 1860 eine „fliegende Brücke“ errichten. Bischof Ignaz Feigerle weihte sie am 1. Juli ein. 1903 wurde die Verbindung zu einer Rollfähre umgebaut. 1926 erhielt Marbach erstmals elektrischen Strom. Die 1954 angeschaffte Rollfähre musste mit dem Bau des Kraftwerks Melk eingestellt werden. Heute bietet der Betreiber Nibelungenfahrten zwischen Marbach und Krummnußbaum ein Bootstaxi für bis zu zwölf Personen an; Fahrräder können mitgenommen werden. Laut Betreiber ist die Überfahrt von April bis November täglich zwischen 8 und 18 Uhr möglich; gebucht wird telefonisch. Auf der Straße liegt Marbach an der B3.
St. Martin und der Prangerplatz
Die barocke Pfarrkirche ist dem heiligen Martin von Tours geweiht. Nach einem Brand 1677 wurde sie wiederhergestellt und neu eingerichtet; 1843 entstand das Langhaus neu, die beiden Seitenaltäre stammen von 1846. Am Tor zum Kirchhof steht eine barocke Steinplastik des heiligen Martin im Bischofsornat mit einer Gans. In der Nähe ist die steinerne Prangersäule aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Sie erinnert an eine frühere Form öffentlicher Strafvollstreckung: Verurteilte wurden mit eisernen Bändern an Händen und Füßen befestigt und zur Schau gestellt.
Vom Mesnerunterricht zur Volksschule
Schon 1451 unterrichtete ein Mesner die Jugend in Marbach; 1606 erscheint die Volksschule erstmals urkundlich. Das alte Schulhaus bestand aus nur einem Zimmer und wurde 1663 als Bürgerschule bezeichnet. Als der Platz nicht mehr reichte, kaufte die Gemeinde 1825 ein Tischlerhaus und richtete darin zwei Lehrzimmer ein. Auf Bitten der Marbacher Frauen gründete Kaiserin Karoline Auguste im Herrenhaus eine dreiklassige Mädchenschule, die 1971 aufgelassen wurde. 1914 ließ der Markt ein neues Schulhaus errichten. Dafür wurde der 1493 für den Fruchthandel errichtete Getreideschüttkasten bis auf einige Mauern abgetragen. Clemens Holzmeister entwarf das vierklassige Gebäude; es war sein erstes Schulhaus und wurde von Baumeister Aichberger aus Pöchlarn gebaut.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Marbach an der Donau – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Bürgerservicehomepage der Marktgemeinde Marbach an der Donau - www.marbach-donau.at - Startseite - Wirtschaft & Tourismus - Tourismus - Sehenswürdigkeiten
- Bürgerservicehomepage der Marktgemeinde Marbach an der Donau - www.marbach-donau.at - Startseite - Bürgerservice - Informationen - Chronik
- Nibelungenfahrten – Donaufähre und Bootstaxi
- Marktgemeinde Marbach an der Donau – Volksschule, Chronik
Stand der Angaben: 08.10.2026
