ARTSTETTEN-PÖBRING KENNENLERNEN
Artstetten-Pöbring: Schloss, Gruft und Wege
Artstetten-Pöbring liegt am Übergang des südlichen Waldviertels zum Donautal. Die Marktgemeinde zählt 1.254 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 27,33 Quadratkilometern. Schloss Artstetten und die Pfarrkirche Pöbring erzählen unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte.
Vom Ansitz zum Schloss
Der Name Artstetten ist Mitte des 13. Jahrhunderts erstmals urkundlich belegt. Aus der mittelalterlichen Feste entwickelte sich ein Schloss, das wiederholt den Besitzer wechselte. Der Ausbau der Burg zum Schloss dauerte von 1691 bis 1698; Artstetten wurde 1691 erstmals als Markt bezeichnet. 1823 erwarb Kaiser Franz I. das Anwesen für die Habsburger Familie. Ab 1861 ließ Erzherzog Carl Ludwig das Gebäude innen und außen umbauen. 1889 übergab er es seinem Sohn Franz Ferdinand, der eigene Veränderungen veranlasste. Seit 1913 zeigt sich die Anlage mit sieben Türmen in ihrer heutigen Gestalt. Der Schlosspark erhielt ebenfalls unter Franz I. und Franz Ferdinand seine charakteristischen Partien.
Familiengruft und Museum
Nach der Totgeburt seines vierten Kindes im Herbst 1908 ließ Franz Ferdinand 1909 eine Familiengruft unter dem Vorplatz der Schlosskirche mit Platz für zwölf Särge errichten. 1914 wurden er und seine Frau Sophie Herzogin von Hohenberg nach dem Attentat von Sarajevo dort beigesetzt. 1917 kamen Sarkophage aus Untersberger Marmor hinzu. 1955/56 wurde die Gruft unter dem Kirchturm und der südlichen Schlossterrasse erweitert. Auch Franz Ferdinands Söhne mit ihren Ehefrauen und mehrere Enkel liegen dort. Das Museum im Schloss erzählt von Ferdinands politischer Arbeit, seiner Familie und seiner Weltreise von 1892 bis 1893. Museum und Natur-Schlosspark sind jährlich vom 1. April bis 1. November geöffnet; in der Winterpause sind Gruppen ab 20 Personen nach Voranmeldung möglich.
Die Kirche von Pöbring
Die Pfarrkirche St. Bartholomäus geht vermutlich auf eine Burgkapelle des 12. Jahrhunderts zurück. Der heutige Turm entstand um 1420; um 1500 wurde das Kirchengebäude mit Chor und zweigeschossiger Sakristei neu errichtet. Im Turm hängt eine Glocke von 1509. Pöbring wurde 1784 zur eigenen Pfarre erhoben. 1797 baute man das Langhaus um und errichtete die heutige Empore. 1867 folgte der neugotische Hochaltar, 1911 die Orgel von Franz Capek; eine weitere Glocke stammt aus 1950. Das venezianische Tafelbild an der Südwand ist eine Kopie; das Original gelangte 2005 ins Diözesanmuseum St. Pölten.
Poststraße, Brücken und Wanderwege
Die Gemeinde nennt die alte Poststraße mit ihren Römerbrücken als lokales Ziel. Zwei Weitwanderwege queren das Gebiet: der österreichische Jakobsweg und der Lebensweg, der Ysper- und Weitentalweg mit dem Kremstalweg verbindet. Der Lebensweg ist in 14 Etappen eingeteilt. Artstetten liegt auf rund 390 Metern Seehöhe; markierte Rundwege bieten kürzere Touren. Das solarbeheizte Gemeindeschwimmbad ist ein weiteres saisonales Ziel. Im Schlosspark stehen ein Badepavillon und ein Rosengarten; über tausend Pfingstrosen blühen rund um Schloss und Natur-Schlosspark von Mai bis Juni.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Artstetten-Pöbring – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Schloss Artstetten – Geschichte
- Erzherzog Franz Ferdinand Museum – Schloss Artstetten
- Pfarre Pöbring – Pfarrkirche, Chronik
- Marktgemeinde Artstetten-Pöbring – Willkommen in Artstetten
- Schloss Artstetten – Schlosspark
- Schloss Artstetten – Familiengruft
- Schloss Artstetten – Die Pfingstrosen
Stand der Angaben: 08.10.2026
