RAXENDORF KENNENLERNEN
Raxendorf: Privilegien, Höfe und Höhenblicke
Raxendorf liegt im Bezirk Melk im südlichen Waldviertel und gehört zum Naturpark Jauerling-Wachau. Die Marktgemeinde hat 1.004 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026); ihre Fläche beträgt 36,24 Quadratkilometer. Geschichte und Ausflugsziele verteilen sich auf mehrere Ortsteile.
Aus fünf Gemeinden zusammengewachsen
Der Ortsname Raehsdorf wird als „Dorf am steinigen Gelände“ erklärt. Für Raxendorf sind seit 1263 besondere Rechte belegt: ein Freigericht, freie Jagd und Fischerei sowie Befreiungen von Maut, Robot und Zehent. Eine lokale Sage verbindet diese Privilegien mit der Rettung Herzog Friedrichs II. nach einer Schlacht beim „Toten Mann“: Raxendorfer hätten ihn zunächst in einem Stall und danach in einer Höhle am Raxenberg versteckt. Friedrich III. bestätigte die Vorrechte 1459, Maria Theresia 1755; unter Josef II. wurden sie aufgehoben. Das Österreichische Adressbuch verzeichnete 1938 in der Marktgemeinde einen Bäcker, zwei Gastwirte, zwei Gemischtwarenhändler, einen Schmied, zwei Schuster und mehrere landwirtschaftliche Betriebe. Die heutige Gemeinde entstand 1969 durch den Zusammenschluss von Raxendorf, Mannersdorf, Troibetsberg, Neudorf und Zeining. Zunächst trug sie den Namen Heiligenblut-Raxendorf. Die fünf Orte feierten den Zusammenschluss im Sommer 2019 mit einem eigens verfassten Theaterstück.
Wege durch das südliche Waldviertel
Raxendorf liegt zwischen dem Jauerling und dem Waldviertler Hochplateau. Der Wehrbach entwässert das Gebiet; im Süden liegt der tiefste Punkt auf 370 Metern Seehöhe. Bewaldete Höhen steigen im Osten und Westen auf über 800 Meter an. Mehr als die Hälfte der Fläche ist Wald, 44 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Im Gemeindegebiet liegen 24 Ortschaften, verteilt auf 23 Katastralgemeinden. Die Aussichtsplattform Braunegg ist ein Ziel für den Blick über die Höhenzüge. Weitere von der Gemeinde geführte Ausflugsziele sind der Badeteich und die Wallfahrtskirche Heiligenblut. Durch Zeining führt außerdem der Nord-Süd-Weitwanderweg; seine Trasse ergänzt die kurzen Ortswege um eine überregionale Verbindung durch die Landschaft der Marktgemeinde.
Ein ehemaliger Sitz in Sassing
Das Sassingschlössl erinnert an einen mittelalterlichen Herrschaftssitz. Nach dem Mauerwerk dürfte die Anlage in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstanden sein; sie maß etwa 12,5 mal 27 Meter. Schriftliche Belege nennen um 1180 den Ort „Sessin“: Reinpert von Hohenstein schenkte dem Kloster Göttweig drei Höfe und eine Wiese samt zwei Mansen in „Ekkehardestein“. Eine Manse bezeichnete ein ganzes Bauerngut, das mit einem Ochsengespann bewirtschaftet werden konnte. 1314 gelangte der Burgstall Eckhardstein mit Hofstätte und Hof als landesfürstliches Lehen an die Herrschaft Ranna. 1366 ist ein Zehent aus Sässing belegt. Mit dem Verlust seiner Wehr- und Herrschaftsfunktion wurde der Sitz aufgegeben und der Natur überlassen.
Feuerwehrgeschichte am alten Zeughaus
Das Feuerwehrmuseum in Raxendorf befindet sich im alten Zeughaus, das 1906 errichtet und 2019 grundsaniert wurde. Hinter den Fenstern können Besucher historische Feuerwehrgeräte und Uniformen rund um die Uhr von außen betrachten. Für eine Privatführung nimmt die Feuerwehr Anmeldungen entgegen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Raxendorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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Stand der Angaben: 08.10.2026
