PAUDORF KENNENLERNEN
Paudorf: Hellerhof, Eichberg und die Mammutbäume
Die Marktgemeinde Paudorf liegt im Bezirk Krems-Land am Südostrand des Dunkelsteinerwaldes. Sie zählt 2.727 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 30,11 km². Zum Gemeindegebiet gehören sieben Ortschaften und Katastralgemeinden.
Orte im Fladnitztal
Die Fladnitz durchzieht das Gemeindegebiet von Süden nach Norden. Neben Paudorf liegen die Ortschaften Eggendorf, Höbenbach, Hörfarth, Krustetten, Meidling und Tiefenfucha im langen, ost-westlich ausgerichteten Gemeindegebiet. Die Ortsgeschichten reichen weit zurück: Paudorf ist 1083 als Punamisdorf belegt, während Eggendorf, Höbenbach und Krustetten bereits 1072 unter älteren Namensformen erscheinen. Hörfarth wird 1290 als Herfuert genannt, Tiefenfucha 1302 als Fuchawe inferiori. Die heutigen Grenzen entstanden schrittweise. 1850 bildeten sich vier Gemeinden, darunter Paudorf mit Hörfarth und Meidling; 1971 schlossen sich Paudorf, Höbenbach, Krustetten und Tiefenfucha freiwillig zur Großgemeinde zusammen. Seit 1985 trägt Paudorf den Marktgemeindestatus und ein eigenes Wappen. Die Bahnlinie Krems–Herzogenburg wurde 1889 eröffnet; das Bahnhofsgebäude stammt aus dieser Zeit. 1896 nahm der Steinbruch in Meidling den Betrieb auf.
Vom Dietmarsdorf zum Pfarrzentrum Hellerhof
Der Hellerhof ist der letzte erhaltene Bau des mittelalterlichen Dietmarsdorf. Sein Nordtrakt enthält spätromanische Teile aus dem 13. Jahrhundert und gilt als „Festes Haus“ der Ritter von Höbenbach; der Südtrakt erhielt um 1590 seine spätrenaissancezeitliche Gestalt. 1637 kaufte der Göttweiger Abt David Gregor Corner das Anwesen; Abt Gregor Heller gestaltete es später zum Erholungshof der Mönche um. Die Kapelle Johannes des Täufers wurde 1678 geweiht. Nach einem Großbrand von 1712 wurde der Hof wiederaufgebaut. Eine Brandstiftung am Hellerhof um 1812 soll Wilhelm Kienzl später zum Opernstoff für „Der Evangelimann“ angeregt haben. Heute befinden sich im Hellerhof der Pfarrsitz Paudorf-Göttweig, die Frau-Ava-Bücherei und das Wilhelm-Kienzl-Museum; 2025 stellte die Gemeinde ihre digitale Topothek bei einer Veranstaltung im Kienzl-Museum vor.
St. Altmann und die alte Kapelle
Die neue Pfarrkirche erhielt 1991 den Grundstein und wurde am 12. September 1993 eingeweiht. Architekt Friedrich Göbl entwarf sie als zeltförmigen Bau; die Form nimmt laut Gemeindebeschreibung auch den Kegel des dahinterliegenden Waxenbergs auf. Der offene Platz vor dem Kirchenraum vermittelt zwischen den Wegen und den älteren Hellerhofbauten. Kirchenpatron ist Altmann, der Göttweiger Klostergründer und Bischof von Passau. Neben der modernen Kirche steht die ältere Kapelle Johannes des Täufers mit einem kleinen mittelalterlichen Kern. Ihre Ausstattung geht auf das 17. Jahrhundert zurück.
Mammutbäume auf dem Eichberg
Auf dem rund 380 Meter hohen Plateau des Eichbergs südöstlich des Ortszentrums wachsen die von Adalbert Dungel begründeten Wellingtonien. Dungel war von 1877 bis 1886 Waldmeister des Stifts Göttweig und setzte 1880 mehrere Samen der Art Sequoiadendron giganteum. Der markierte Weg der Göttweiger-Wald-Erlebniswelt führt vom Bruckweg über 2,1 Kilometer zu den Baumriesen; beim Arboretum sind mehr als 30 heimische Baum- und Straucharten zu sehen. Niederösterreich Tourismus beschreibt den Bestand als frei zugänglich; die Gemeinde führt sie als eigenes Ausflugsziel und erinnert mit dem Namen Adalbertrast an ihren Pflanzer.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Paudorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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- Hellerhof Paudorf
- Hellerhof – Pfarre Paudorf-Göttweig
- Museum Schauplatz Evangelimann
- Eröffnung der Paudorfer Topothek im Wilhelm-Kienzl-Museum
- Mammutbäume am Eichberg
- Mammutbäume am Eichberg – Niederösterreich Tourismus
Stand der Angaben: 08.10.2026
