MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Spitz

Die Geschichte des Wachauer Marktes reicht von Niederaltaicher Besitzungen bis zur Flößerei auf dem Strom.

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Blick über Weingärten auf Spitz an der Donau
Blick über Weingärten auf Spitz an der Donau · Foto: Isiwal · „Spitz an der Donau 2018-7317“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 518
01.01.2026
Fläche
23,82 km²
Bevölkerungsdichte
63,7
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3620
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

SPITZ KENNENLERNEN

Spitz an der Donau: Abtei, Markt und Donauschifffahrt

Die Marktgemeinde Spitz zählt 1.518 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 23,82 Quadratkilometer. Sie liegt am linken Donauufer, dort wo der Spitzer Bach aus dem Graben in den Strom mündet.

Wachau-Gut des Klosters Niederaltaich

Eine Urkunde aus dem Jahr 830 bestätigt eine Schenkung Karls des Großen an das bayerische Kloster Niederaltaich: Sie umfasste das Gebiet „Wahowa“ am linken Donauufer. 865 taucht der Name „ad Spizzun“ auf; Weingärten sind ab dem 9. Jahrhundert bezeugt. Das Kloster verwaltete seine Besitzungen nicht durchgehend selbst, sondern vergab Aufgaben an Adelsgeschlechter und bayerische Herzöge. 1504 fiel die Herrschaft Spitz an Maximilian I.; drei Jahre später verkaufte er sie an seinen Hofmeister Eitel Friedrich II. von Hohenzollern. Ein früherer Lesehof des Klosters, der Erlahof, blieb später ein wirtschaftlicher Mittelpunkt für den Weingartenbesitz.

Marktrecht und konfessionelle Kämpfe

Das Marktrecht ist 1347 erstmals urkundlich dokumentiert. Später prägten die protestantischen Familien Kirchberger und Kuefstein den Ort. Hans Lorenz II. von Kuefstein ließ 1613 eine evangelische Kirche und den Pastorenturm beim Friedhof errichten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Markt 1620 von kaiserlichen Truppen niedergebrannt. Um 1630 setzte die Gegenreformation ein; 1645 plünderten schwedische Söldner den Ort. Das Rote Tor, auch Schwedentor genannt, erinnert an die umkämpfte Befestigung; die Gemeinde hält die Erzählung vom blutrot gefärbten Tor ausdrücklich für eine Sage.

St. Mauritius und die Niederaltaicher Pfarre

Die Pfarrkirche St. Mauritius geht auf eine Kirche zurück, die Niederaltaich vermutlich um 1111 gründete. An der Westempore ist ein Christus-Apostel-Zyklus erhalten, der um 1420 entstand. Der Kirchturm mit seinem farbigen Ziegeldach wurde 1499 errichtet. Ein ausgemusterter Hochaltar aus Niederaltaich wurde 1718 in Spitz aufgestellt; Propst Augustinus Fischer leitete 1724 bis 1739 eine Barockisierung ein. Nach der Säkularisierung des Klosters 1803 endete die lange Verbindung der Pfarre mit dem bayerischen Stift.

Vom Schiffszug zum Schifffahrtsmuseum

Mit dem Dampfschiff „Maria Anna“, das 1837 erstmals zwischen Wien und Linz fuhr, begann der Rückzug der traditionellen Flöße und Pferdeschiffszüge. 1909 wurde die Donauuferbahn zwischen Krems und Grein eröffnet. Der frühere Gemeindesekretär Otto Meißinger begann, Geräte, Pläne und Bilder zu sammeln; 1959 traf er den Architekten Kurt Schaefer, der dem Museum maßstabgetreue Schiffsmodelle widmete. 1970 eröffnete das Schifffahrtsmuseum im ehemaligen Lesehof Erlahof. Es widmet sich der Holz- und Floßschifffahrt auf der oberen Donau. 2005/06 wurde das Haus neu gestaltet. Die Sammlung umfasst auch die Schifferorgel von 1697; ein Modell zeigt einen Zug mit 60 Pferden. Der Museumsverein verwaltet das Haus, das laut aktueller Gemeindeinformation von April bis Oktober täglich geöffnet ist. Die Rollfähre verbindet Spitz und Arnsdorf; der veröffentlichte Fahrplan 2026 unterscheidet Werktage und Wochenenden.

Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg

Ungarisch-jüdische Männer, Frauen und Kinder wurden während des Zweiten Weltkriegs in Spitz zur Zwangsarbeit für die Baufirma Fritz Steiner gezwungen. Sie arbeiteten im Steinbruch und in einer Betongießerei; das Bundesdenkmalamt verzeichnet das Lager am Firmengelände.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Spitz auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 680
31.10.2021 · Registerzählung1 542
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 518

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
683
NUTS-3-Region
Waldviertel (AT124)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Spitz

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.