GEMEINDE · KÄRNTEN

Mühldorf

Mühlen, eine römische Siedlung und Industriegeschichte prägen den Ort im unteren Mölltal.

GEMEINDEKENNZIFFER20624
Pfarrkirche und Friedhof in Mühldorf
Pfarrkirche und Friedhof in Mühldorf · Foto: BSonne · „Mühldorf Kärnten Pfarrkirche2“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 028
01.01.2026
Fläche
24,36 km²
Bevölkerungsdichte
42,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
9814
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MÜHLDORF KENNENLERNEN

Am Mühldorfer Bach

Mühldorf liegt im untersten Mölltal zwischen Reißeckgruppe und Kreuzeckgruppe. Die Gemeinde zählt 1.028 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 24,36 Quadratkilometern. Bach und Talboden bündeln die Siedlung, während Landwirtschaft und Gewerbe die Umgebung nutzen. Die Ortsgeschichte verbindet Mühlen am Wasser mit Textilproduktion, Metallverarbeitung und archäologischen Spuren aus der Römerzeit.

Am Fuß zweier Gebirgsgruppen

Die Ortschaften Mühldorf, Rappersdorf und Sachsenweg liegen in der einzigen Katastralgemeinde gleichen Namens. Das Gebiet reicht von 580 bis 2.965 Meter Seehöhe. Der Mühldorfer Bach durchzieht die Talsiedlung; an den Hängen liegen landwirtschaftlich genutzte Flächen. Zu den höher gelegenen Teilen des Gemeindegebiets gehört das alpine Gelände der Reißeckgruppe.

Mühlen, Loden und Stahl

Von einst elf Mühlen sind zwei erhalten: Trattner Mühle und Glanzer Mühle, beide bekannte Kunstmühlen Oberkärntens. 1844 gründete Johann Hopfgartner die Mühldorfer Lodenfabrik; sie produzierte bis in die 1990er-Jahre und beschäftigte zeitweise bis zu 200 Menschen. 2007 wurde das Gebäude von mehreren Unternehmen genutzt. Ein Hammerwerk stellte bis 1918 Raffinier- und Tiegelstahl her. Flößerei, Kalkabbau und Ziegelbrennen ergänzten die Wirtschaft; um 1920 wurde nahe den Mühldorfer Wiesen zudem eine Asbestader entdeckt. Heute zählen Landwirtschaft, Gewerbe und Fremdenverkehr zu den prägenden Bereichen. Viehhaltung ist für die Landwirtschaft wichtig. Die Kletterhalle „The Rock“ umfasst etwa 1.200 Quadratmeter Kletterfläche. Neben einem Boulderraum gibt es Vorstiegs- und Topropewände sowie Übungswände zwischen elf und 16 Metern. In der Halle befinden sich auch ein Nationalpark-Informationszentrum, ein Fitnesscenter und ein Bistro. 1920 errichteten die Treibacher Chemiewerke am Seebach das Kraftwerk Mühldorf; nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen es die Österreichischen Draukraftwerke.

Wechselnde Gemeindegrenzen

1850 entstand die Ortsgemeinde Mühldorf. 1865 wurde sie Obervellach angeschlossen, 1876 kam sie zur Ortsgemeinde Kolbnitz. Ab 1913 war Mühldorf wieder eigenständig. Bei der Gemeindereform 1973 ging der Ort in Reißeck auf; nach einer Volksabstimmung erlangte Mühldorf 1992 erneut Selbstständigkeit.

Römische Spuren und Bauwerke

Auf der Haselangerwiese wurden 1898 Teile eines Badehauses aus der Römerzeit freigelegt. Geophysikalische Untersuchungen ab 2017 und Grabungen ab 2018 erbrachten Hinweise auf eine etwa 2.000 Jahre alte Siedlung; Nahrungsreste deuten auf Handel und Wohlstand. Die dem heiligen Veit geweihte Pfarrkirche des Ortszentrums wurde 1177 erstmals urkundlich erwähnt. Ihr spätgotischer Bau besitzt einen Polygonalchor und einen südlichen Sakristeiturm. In der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde sie barockisiert. Das Sterngratgewölbe im Chor ruht auf Konsolen; neugotische Malereien sitzen in den Chorfenstern. Eine offene Vorhalle schützt das korbbogige Westportal. St. Andreas in Rappersdorf ist seit 1388 belegt. Der Sternhof stammt aus dem Jahr 1470 und wurde 2001 renoviert. Während des Freiheitskampfs 1809 diente er als Hauptquartier des Kärntner und Tiroler Landsturms unter Johann Baptist Türk.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Mühldorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 007
31.10.2021 · Registerzählung1 006
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 028

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
330
NUTS-3-Region
Oberkärnten (AT212)

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