OBERDRAUBURG KENNENLERNEN
Am Kärntner Tor der Drau
Oberdrauburg liegt links der Drau im äußersten Westen Kärntens, an der Grenze zu Osttirol. Die Marktgemeinde zählt 1.168 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 69,93 Quadratkilometer. Hier zweigt die Straße über den Gailbergsattel in Richtung Gailtal ab.
Drauübergang und Gailbergstraße
Das Ortszentrum liegt etwa 20 Kilometer östlich von Lienz. Zur Marktgemeinde gehören die Katastralgemeinden Flaschberg, Oberdrauburg und Zwickenberg. Die Drautal Straße B 100 führt durch den Ort. Die Gemeinde grenzt westlich an Osttirol und erstreckt sich nach Osten entlang des Kärntner Drautals.
Markt, Maut und Brände
Keltische und römische Besiedlung ist im Gemeindegebiet nachweisbar. Schloss Oberdrauburg wurde 1240 als „Traburch castrum“ erstmals genannt und gehörte Herzog Bernhard von Spanheim. Im 13. Jahrhundert entstand im Schutz der Burg eine Straßensiedlung an der Abzweigung zum Gailberg. 1325 erhielt Oberdrauburg Markt- und Mautrecht; Einnahmen aus dem Durchzugsverkehr prägten die örtliche Wirtschaft. Die Herrschaft wechselte zwischen Görzer Grafen, Ortenburgern, Habsburgern und weiteren Adelsfamilien. Ein großer Brand zerstörte 1747 den Markt. Als Folge legte die Bevölkerung ein Wallfahrtsgelöbnis nach Maria Luggau ab. 1870 vernichtete ein weiterer Großbrand große Teile des Orts. Hochwasser im September 1965 sowie im August und November 1966 richteten schwere Schäden an. 1967 begann die Verlegung des Draubetts; 1978 und 1979 wurde die Ortsumfahrung gebaut.
Burgen über Markt und Gailbergstraße
Die nördlich des Ortskerns auf einer Anhöhe gelegene Hohenburg gilt als Wahrzeichen der Gemeinde und ist 1375 erstmals urkundlich erwähnt. Eine alte Römerstraße nach Aguntum führte an der Burg vorbei. Der viereckige Wehrbau besitzt einen mächtigen Bergfried, der einst als Wohnturm diente. Ab dem frühen 19. Jahrhundert verfiel die Anlage; 1911 stürzte der Bergfried ein. Die Gemeinde erwarb die Ruine und ließ sie restaurieren. Flaschberg, die Schwesterburg, dürfte bereits im 11. Jahrhundert auf einem Felsvorsprung errichtet worden sein und überwachte den Übergang über die alte Gailbergstraße. Ein Weg aus dem historischen Ortskern führt durch den Burgforst mit Blick auf Hohenburg und Hochstadel. Weiter oben verläuft die Route am Silberbach entlang bis zum Wasserfall. Die Pirknerklamm bietet einen Klettersteig im Gemeindegebiet.
Sakralbauten in mehreren Ortsteilen
Die Pfarrkirche St. Oswald im Markt ist 1513 erstmals urkundlich belegt. 1664 entließ der Pfarrer von Irschen die Kirche aus seiner Obhut. Der heutige Kirchenbau entstand 1805 bis 1812 nach Plänen der Brüder Josef und Michael Köfler. Nach dem Großbrand von 1870 wurde er restauriert; Gewölbemalereien von Christoph Brandstetter aus der Zeit um 1809 zeigen Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons. In Zwickenberg steht die Pfarrkirche St. Leonhard, in Ötting die Kirche St. Georg; Pirkach besitzt eine der Heiligen Dreifaltigkeit geweihte Filialkirche. Seit 1964 gehört Flaschberg zur Marktgemeinde, 1973 kam Zwickenberg hinzu.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
