PERSCHLING KENNENLERNEN
Perschling: Spuren am alten Weg durchs Tullnerfeld
Perschling liegt im Tal des gleichnamigen Flusses im Bezirk Sankt Pölten-Land. Die Gemeinde zählt laut Statistik Austria 1.574 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 23,80 Quadratkilometer. Ihr Gebiet besteht aus zehn Ortschaften: Grunddorf, Gunnersdorf, Haselbach, Langmannersdorf, Murstetten, Obermoos, Perschling, Weißenkirchen an der Perschling, Wieselbruck und Winkling. Das Gemeindezentrum liegt in Perschling; die Ortsteile bewahren jeweils ihre eigene Siedlungsgeschichte.
Im Tal und auf den Höhen
Die Perschling durchzieht das Gemeindegebiet in östlicher Richtung. Während sich die Siedlungen im Tal auf rund 200 Meter Seehöhe befinden, steigt das Gelände nach Norden zum Seelackenberg auf 292 Meter an. Im Süden bilden bewaldete Hügel wie der Frauenberg mit 378 Metern einen markanten Rahmen. Landwirtschaft prägt die offene Landschaft: Mehr als siebzig Prozent des Gemeindeareals werden landwirtschaftlich genutzt, rund siebzehn Prozent sind bewaldet. Die Gemeinde liegt im Weinbaugebiet Traisental. Der Fluss gab dem Ort und schließlich der seit 2015 so benannten Gemeinde den Namen.
Frühe Spuren in Langmannersdorf
Langmannersdorf reicht weit in die Vorgeschichte zurück. Bei archäologischen Grabungen wurden 2025 zwei Fundzonen mit dicht gelagerten Mammutknochen und Steingeräten entdeckt. Die Funde sind etwa 25.000 Jahre alt und dokumentieren Tätigkeiten von Menschen, die Mammuts zerlegten. In einer Zone lassen sich mindestens zwei Tiere erkennen; in der zweiten fanden Fachleute Reste von mindestens drei Tieren, darunter Stoßzähne. Der Fundplatz zeigt, dass die Region schon lange vor den schriftlichen Quellen von Menschen aufgesucht wurde. Die Gemeinde stellt diese Entdeckungen unter dem Titel „Mammutland Langmannersdorf“ vor.
Kirchen und Gemeindeleben
Zwei Pfarrkirchen prägen das religiöse Erbe: jene in Murstetten und jene in Weißenkirchen an der Perschling. Hinzu kommt die Filialkirche Perschling-Haselbach. Die Kirche in Weißenkirchen wurde 1269 den Heiligen Simon und Judas Thaddäus geweiht; 1783 entstand daraus eine eigenständige Pfarre für mehrere umliegende Orte. Murstetten ist als kirchlicher Ort bereits seit dem 12. Jahrhundert belegt. Auch heute verteilen sich gemeinschaftliche Einrichtungen über das Gemeindegebiet. Volksschule, Kindergarten und Gemeindeamt befinden sich im Ort Perschling, während drei Freiwillige Feuerwehren in Langmannersdorf, Murstetten und Perschling stationiert sind.
Poststation und Schlossruine
Perschlings Geschichte ist eng mit dem Verkehr verbunden. Seit dem 16. Jahrhundert bestand in Perschling eine Post- und Pferdewechselstation. Das große dreiflügelige Gebäude an der heutigen Thalheimer Straße entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Statuen am Eingang und im Innenhof kamen um 1830 aus der Goldburg in Murstetten hierher. Das Wappen erinnert an diese Vergangenheit: Das goldene Posthorn steht für die Station, eine Wellenlinie für die Bundesstraße B1 und Birkenblätter für den Fluss. Die Goldburg selbst war einst ein Schloss, das Fischer von Erlach für Graf Gundacker von Althan im frühen 18. Jahrhundert barock ausbaute. 1809 brannte die Anlage nieder; erhalten blieben Ruinen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
