STADTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Traismauer

Römische Befestigungen, mittelalterliche Überlieferung und ein Stadtbild am unteren Traisental.

GEMEINDEKENNZIFFER31943
Römertor in Traismauer
Römertor in Traismauer · Foto: C.Stadler/Bwag · „Traismauer - Römertor (1)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
6 529
01.01.2026
Fläche
43,11 km²
Bevölkerungsdichte
151,4
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3133
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

TRAISMAUER KENNENLERNEN

Traismauer: Augustianis am Donaulimes

Traismauer ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Sankt Pölten-Land. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 6.529 Einwohnerinnen und Einwohner; die Fläche beträgt 43,11 Quadratkilometer. Das Stadtgebiet liegt im untersten Traisental und reicht bis zur Donau. Der historische Stadtkern liegt über den Grundmauern des römischen Kastells Augustianis. Römertor, Hungerturm und Schloss gehören zu den sichtbaren Zeugnissen dieser langen Siedlungsgeschichte.

Das Kastell Augustianis

Traismauer war in der Römerzeit Standort des Reiterkastells Augustianis. Die Stadtgemeinde datiert die Errichtung des Militärlagers in die zweite Hälfte des ersten Jahrhunderts nach Christus; sein Gebiet erstreckte sich im Lauf der Zeit ungefähr über das heutige Stadtgebiet. Das Kastell mit Lagerdorf und Gräberfeldern war Teil des Donaulimes, der nördlichen Grenze des Römischen Reichs entlang der Donau. Das Welterbekomitee nahm den Donaulimes 2021 in die UNESCO-Welterbestätte auf. Römertor, Hungerturm und Mauerreste stehen heute für diese militärische Vergangenheit. Auch Ausgrabungen in der Unterkirche verweisen auf die frühere Nutzung des Ortes.

Vom Grenzort zur Stadt

Die Stadtgeschichte führt nach der Römerzeit in das frühe Mittelalter. Traismauer wird 799 erstmals urkundlich als Tresma erwähnt. Nach der Eroberung des Awarenreiches durch Karl den Großen wurde der Ort Sitz des Grenzgrafen Cadaloc. Der Slawenfürst Pribina wurde der Überlieferung zufolge 833 hier getauft. Das Schloss blieb fast tausend Jahre Verwaltungssitz der Salzburger Erzbischöfe. Seine Bauteile reichen von römischen Grundmauern über gotische und Renaissanceelemente bis zum Barock. Nach der Eroberung durch ungarische Truppen 1483 ließ Erzbischof Leonhard von Keutschach Befestigungen ausbauen. Cadaloc fiel 802 in Kämpfen gegen die Awaren und wurde in der Kirche St. Ruprecht bestattet.

Tore, Türme und Bürgerhäuser

Ein Rundgang führt an mehreren historischen Bauwerken vorbei. Das Römertor, auch Wienertor genannt, ist das weitgehend erhaltene Osttor des Kastells. Der Hungerturm wird auch Reck- oder Hungerturm genannt. Bürgerhäuser aus dem 16. Jahrhundert und die barocke Pfarrkirche prägen das Stadtbild. Am Florianiplatz steht das Alte Schlosserhaus mit einer originalen Schlossereiwerkstatt. Das Schloss beherbergt eine Ausstellung, die Funde aus der Römerzeit zeigt. Die Stadtgemeinde nennt außerdem das Nibelungenlied als Teil der Überlieferung: Kriemhild soll mit ihrem Gefolge im Schloss übernachtet haben, als sie zu Etzel unterwegs war.

Stadt und Umland

Das Gemeindegebiet umfasst neben Traismauer mehrere weitere Ortschaften, darunter Frauendorf, Gemeinlebarn, Stollhofen und Wagram ob der Traisen. Die Katastralgemeinden und Ortschaften sind voneinander zu unterscheiden, auch wenn einzelne Namen ähnlich sind. Landschaftlich reicht das Gebiet vom Donauabschnitt im Norden bis zu höheren Lagen im Süden; der tiefste Punkt liegt an der Donau auf 190 Metern, der Reutbühel erreicht 350 Meter. Die Stadtgemeinde liegt damit zwischen Flusslandschaft und den ansteigenden Höhen des südlichen Gemeindegebiets. Historische Zeugnisse konzentrieren sich im Stadtkern, während die Gemeinde als Verwaltungseinheit mehrere Siedlungen einschließt. Die Gemeinde zählt neun Ortschaften und ebenso viele Katastralgemeinden.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Traismauer auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung5 919
31.10.2021 · Registerzählung6 420
01.01.2026 · Bevölkerungsstand6 529

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
2 135
NUTS-3-Region
Sankt Pölten (AT123)

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