STATZENDORF KENNENLERNEN
Statzendorf im Fladnitztal: Situla, Wein und Radweg
Statzendorf liegt im Bezirk Sankt Pölten-Land im Mostviertel. Die Gemeinde hat 1.387 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und ist 12,47 Quadratkilometer groß. Die Gemeinde besteht aus fünf Ortschaften, die jeweils auch gleichnamige Katastralgemeinden bilden.
Fladnitztal und Ortschaften
Der Fladnitzbach ist das größte Gewässer im Gemeindegebiet. Er fließt auf etwa 270 Metern Seehöhe durch die Gemeinde und bildet teilweise ihre Westgrenze. Nach Nordosten steigt das Gelände an; der Forerberg ist mit 432 Metern die höchste Erhebung. Das Gebiet gehört zum Ostrand des Dunkelsteinerwaldes. Statzendorf, Kuffern, Absdorf, Rottersdorf und Weidling sind die fünf Ortschaften und Katastralgemeinden. Die Namen helfen, das Gemeindegebiet zu lesen: Kuffern ist etwa der Fundort der Situla, während die historische Statzendorfer Begräbnisstätte am nördlichen Ortsende des Ortes lag. Die Gemeinde nennt die Erstbelege für Statzendorf mit dem Jahr 1004, für Kuffern mit 1083.
Spuren aus der Eisenzeit
Die historische Einführung der Gemeinde beschreibt das untere Fladnitztal als Siedlungsgebiet seit urgeschichtlicher Zeit. Der älteste dort angeführte Fund reicht in die Jungsteinzeit. Besonders umfangreich ist das hallstattzeitliche Gräberfeld von Statzendorf: Die Gemeinde nennt rund 380 Bestattungen und datiert die Ausgrabungen auf 1903 bis 1925. Fundstücke sind im Naturhistorischen Museum Wien und teilweise im Stiftsmuseum Herzogenburg zu sehen. Ein anderer Fund stammt aus Kuffern: Dort wurde 1891 die Situla ausgegraben, ein keltischer Weineimer aus der frühen Latènezeit, datiert auf 475 bis 425 vor Christus. Sie wird im Naturhistorischen Museum gezeigt. Das Gräberfeld zählt zu den größten hallstattzeitlichen Fundstätten des Landes.
Weinbau und Bildung
Die Gemeinde stellt neben der Geschichte auch lokale Bildungs- und Genussangebote vor. Drei Kindergartengruppen und eine Volksschule bilden laut Gemeindeporträt die Einrichtungen für Kinder. Weinbau ist ebenfalls Teil des Ortsprofils: Die Gemeinde verweist besonders auf die Kufferner Situla-Weine. In der Umgebung gibt es Heurigenkeller und Buschenschänken; landwirtschaftliche Betriebe bieten außerdem Produkte ab Hof an. Das Porträt nennt auch Gastronomiebetriebe, ohne daraus eine vollständige Liste zu machen. Die Weintradition knüpft an den Fundnamen Situla an, verbindet aber moderne Weinwirtschaft mit archäologischer Geschichte.
Unterwegs im Gemeindegebiet
Der Fladnitztal-Radweg ist eine Rundstrecke durch Statzendorf, Obritzberg-Rust, Wölbling und Karlstetten und laut Beschreibung auch für ungeübte Radfahrer geeignet. Der NÖ Jakobsweg führt zwischen Rampelkreuz und der Kapelle Maria Elend durch Statzendorf. Auf dem 67 Kilometer langen Abschnitt weisen mehr als 200 Wegweiser den Weg; Hinweistafeln erklären die Gemeinden, Rastplätze und Trinkbrunnen stehen zur Verfügung. Auch der Modellflugplatz Silbergrube gehört zu den von der Gemeinde angeführten Freizeitorten. Dort treffen sich Modellflugbegeisterte, und die Gemeinde verweist auf Wettbewerbe, die über den Ort hinaus bekannt sind. Der Jakobsweg ist ein Pilgerweg, der die örtlichen Wege ergänzt. Die Kapelle Maria Elend wurde 1895 als kleiner Achteckbau errichtet; sie liegt etwa zwei Kilometer nördlich von Kuffern.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
