KASTEN BEI BÖHEIMKIRCHEN KENNENLERNEN
Kasten bei Böheimkirchen: Wehrkirche am Hegerberg
Kasten bei Böheimkirchen liegt im Bezirk Sankt Pölten-Land. Die Gemeinde hat 1.435 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 20,52 Quadratkilometer. Das Gemeindegebiet besteht aus 17 Ortschaften; Kasten ist damit der namensgebende Ort innerhalb einer größeren, verstreuten Verwaltungseinheit.
Am Fuß des Hegerbergs
Kasten bei Böheimkirchen liegt am Fuß des Hegerbergs. Die Gemeindechronik beschreibt eine Streusiedlung mit zwei größeren Dörfern: Kasten und Fahrafeld. Das Gemeindegebiet umfasst 2.050,05 Hektar; der Hauptort liegt auf 290 Metern Seehöhe. 39,14 Prozent der Fläche sind bewaldet. Die Tourismusbeschreibung nennt markierte Wanderwege und Sportangebote. Diese Landschafts- und Freizeitangaben beziehen sich auf die Gemeinde, nicht nur auf den Ort Kasten.
Urkunden, Pfarrkirche und Schulunterricht
Kasten wird 1157 in Urkunden des Bistums Passau genannt, Fahrafeld 1180. Die Gemeindechronik führt den Ortsnamen auf einen Zehentkasten als mögliche Erklärung zurück. Die Pfarre bestand spätestens 1265. Während der Türkeneinfälle 1529, 1532 und 1683 wurden Häuser, Kirche und Pfarrhof beschädigt. Eine Schule gab es laut Chronik ab etwa 1729. 1366 verkaufte Otto von Wald Besitz an das Stift Sankt Pölten. Bis ins 17. und 18. Jahrhundert wurde in der Gegend Wein angebaut. 1872 wurde der Zehentkasten zur Volksschule umgebaut. Ein Jahr später gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Kasten. 1922 erhielt der Ort elektrisches Licht. 1972 wurde Kasten mit Stössing verbunden; seit 1. Jänner 1988 besteht wieder eine eigenständige Gemeinde. Straßenbau und Postamt folgten bereits 1870 und 1871. 1910 entstand in Dörfl ein Erholungsheim, im selben Jahr wurde eine Wasserleitung gebaut. In den Jahren 1987 und 1988 wurden Wasser- und Abwasseranlagen ausgebaut.
Wehrkirche und Kriegerdenkmal
Die Pfarrkirche zum heiligen Mauritius ist laut niederösterreichischer Tourismusbeschreibung eine Wehrkirche. Eine Wehrmauer und Schießscharten prägen die Anlage. Sie liegt im historischen Kern von Kasten und ist ein sichtbarer Bezugspunkt der Pfarrgeschichte. Die Tourismusbeschreibung charakterisiert die Kirche als gotischen Bau mit barockisierter Innenausstattung. Die Chronik nennt 46 Namen am Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Die Beschreibung der Wehrkirche nennt damit sowohl ihre baulichen Merkmale als auch ihre Bedeutung im Ortsbild.
Gemeindealltag und Erinnerungsorte
Die Tourismusbeschreibung nennt neben der Kirche markierte Wanderwege sowie Angebote für Fußball, Tennis, Volleyball, Reiten, Angeln, einen Spielplatz und eine Asphaltstockbahn. Diese Freizeitmöglichkeiten liegen im Gemeindegebiet und ergänzen die lokale Infrastruktur. Die Chronik nennt auch die Einrichtung einer Gendarmerie im Jahr 1921. Im Zweiten Weltkrieg starben laut Chronik 48 Menschen; 15 weitere galten als vermisst. Hegerberg, Kirche und die Siedlungskerne Kasten und Fahrafeld stehen für unterschiedliche räumliche Bezugspunkte innerhalb der Gemeinde. Die Chronik vermerkt die langjährige landwirtschaftliche Prägung der Gemeinde und die Verleihung des Gemeindewappens 1975.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
