STADTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Fischamend

Zwei historische Ortskerne, Stadtturm und Luftfahrtgeschichte

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Luftaufnahme von Fischamend
Luftaufnahme von Fischamend · Foto: Wikimedia Commons/KarlGruber (CC BY 3.0) · „Fischamend 0765“ · Wikimedia Commons · CC BY 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
5 734
01.01.2026
Fläche
24,92 km²
Bevölkerungsdichte
230,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2401
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

FISCHAMEND KENNENLERNEN

Fischamend: Stadt an Fischa und Donau

Fischamend liegt an der Mündung der Fischa in die Donau im Bezirk Bruck an der Leitha. Die Stadtgemeinde zählt 5.734 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 24,92 Quadratkilometer. Flussübergänge, Kirchen und frühe Luftfahrt prägten ihre Entwicklung.

Dorf, Markt und Flussmündung

Der Name Fischamend geht auf ältere Formen wie „Viskahagemunde“ und „Vischamundt“ zurück und verweist auf die Fischa-Donau-Mündung im Ortsgebiet. Historisch bestanden Fischamend-Dorf und Markt-Fischamend als getrennte Siedlungskerne. Das Dorf wuchs bei der Kirche St. Quirinus, der Markt um St. Michael; der Fluss trennte die beiden Orte. Die Mühlen an der Fischa sind 1165 erstmals urkundlich belegt. Sie gehörten über Jahrhunderte zum örtlichen Gewerbe. Auch Schiffsmühlen an der Donau und der Getreidehandel werden in der Stadtchronik als wichtige Teile der früheren Wirtschaft erwähnt. Die Fischabrücke verband den Markt mit dem Dorf und bildet bis heute eine prägende Querung im Zentrum.

Kirchen und Stadtturm

St. Michael wurde erstmals 1073 urkundlich genannt. Vom frühen Kirchenbau ist nichts erhalten; das heutige Presbyterium bewahrt Bauformen des 14. Jahrhunderts. Sein achteckiger Ostturm mit Zwiebelkuppel ist neben dem Stadtturm ein Wahrzeichen. Die Kirche St. Quirinus geht auf eine Feldkirche zurück, die das Kloster Tegernsee 1020 gegründet haben soll. Vor 1400 entstand an ihrer Stelle ein gotischer Neubau. Grundriss, Außenmauern und Strebepfeiler des Langhauses sind erhalten; der Friedhof liegt ringsum. Der Stadtturm, auch Fischaturm oder Marktturm genannt, stammt laut Stadtchronik aus der Zeit Heinrichs III. Seit 1927 beherbergt er ein Heimatmuseum.

Fischamend und die frühe Luftfahrt

Am Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Fischamend zu einem Standort der österreichisch-ungarischen Luftfahrt. Die k.u.k. Militär-Aëronautische Anstalt wurde 1909 hierher verlegt; der Luftfahrtpionier Franz Hinterstoisser leitete sie bis 1912. Ab Ende 1909 stationierte die Luftschiffertruppe bis zu vier militärische und einen privaten Motorballon in Fischamend. Wegen der begrenzten Hallenkapazität konnten höchstens zwei Luftschiffe gleichzeitig untergebracht werden. Im November 1909 absolvierte der „Parseval“ seine erste Fahrt von hier aus; die Stadtchronik nennt zwölf Kilometer Strecke und 150 Meter Höhe.

Museen und Stadtnatur

Das Heimatmuseum befindet sich im Fischaturm und zeigt laut Stadtgemeinde Orts- und Kirchengeschichte, Handwerk, Brauchtum, Ur- und Frühgeschichte sowie römische Funde. Das ILF-Museum widmet sich der Luftfahrtgeschichte; im Feuerwehrmuseum wird die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr dokumentiert. Ein Museum der Photographie ergänzt die städtische Museumslandschaft. Bei Grabungen am Getreideplatz wurden römische Gebäudereste, Kochgeschirr, Gräber und zwei Limestürme freigelegt. Die Stadt arbeitet dabei mit dem Archäologischen Park Carnuntum zusammen. Am Ufer der Fischa liegt außerdem die Kleine Au, ein stadtnaher Naturraum. Der Wasserturm am Rand des Zentrums fasst 300 Kubikmeter Wasser in einem Behälter in 43 Metern Höhe. Er versorgt die Stadt seit mehr als hundert Jahren mit Trinkwasser; das Gelände wurde mit einem Park verbunden.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Fischamend auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung4 798
31.10.2021 · Registerzählung5 598
01.01.2026 · Bevölkerungsstand5 734

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 467
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

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